
InhaltEngland, nicht lange nach dem zweiten Weltkrieg: Der junge Joe Lampton tritt eine Stelle im Finanzamt der Kleinstadt Warley an. Für ihn bedeutet das ein gesellschaftlicher Aufstieg, stammt er doch aus der Arbeiterklasse. Doch Joe will noch mehr, noch weiter aufsteigen. Um sein Ziel zu erreichen, käme ihn eine Heirat mit Susan Brown, der Tochter eines der reichsten Männer der Stadt, sehr gelegen. Zu dumm, dass Joe sich in die ältere, verheiratete Alice verliebt ...
Über den Autor (aus Wikipedia.de)John Braine (John Gerard Braine; * 13. April 1922 in Bradford; † 28. Oktober 1986) war ein britischer Autor. Er verließ die St. Bede's Grammar School mit 16 und arbeitete in einem Geschäft, einem Labor und einer Fabrik bevor er nach dem Zweiten Weltkrieg Bibliothekar wurde. Obwohl er zwölf belletristische Werke veröffentlichte, ist er heute vor allem für seinen ersten Roman Der Weg nach oben (Room at the Top) von 1957 bekannt, der 1959 von Jack Clayton verfilmt wurde. Braine wird gewöhnlich mit der Angry Young Men Bewegung in Verbindung gebracht.
Meine MeinungAls allererstes muss ich sagen: ich bin positiv überrascht! Ich habe vor kurzem „Saturday night & Sunday morning“ gelesen (und
hier rezensiert), dessen Autor Alan Sillitoe genau wie John Braine zur Angry Young Men Bewegung gerechnet wird. Die Romane haben beleuchten zwar mehr oder weniger das gleiche Milieu und einige Elemente sind sich schon ähnlich, aber John Braine kann meiner Meinung nach einfach besser und flüssiger erzählen. Die Handlung ist stringenter aufgebaut und es gibt nichts, was fehl am Platz oder gar überflüssig wirkt.
Auch den Hauptcharakter Joe Lampton finde ich gut dargestellt. Er ist nicht unbedingt sympathisch, aber John Braine zeichnet ein realistisches Bild eines Menschen, der nach oben will, dabei aber immer noch sehr menschlich wirkt. Manchmal kommentiert ein älterer Joe, der schon alles erreicht hat, das Geschehen und berichtet über sein Leben – da wird ein gravierender Unterschied deutlich.
Ob die Zeit realistisch beschrieben wurde, kann ich nur unzulänglich beurteilen, da ich zu wenig über das England kurz nach dem zweiten Weltkrieg weiß. Ich hatte jedoch das Gefühl, ein gutes Bild dieser Zeit und des Lebensgefühls damals bekommen zu haben. So werden die Auswirkungen des Krieges zum Beispiel durch die noch bestehende Essensrationierung sehr gut deutlich.
Fazit: Ein anregendes Leseerlebnis, das ich nicht bereut habe.

@Kirsten
Ich bin ja neugierig, hast du das Buch denn gelesen?