Johanna Lindsey - Lodernde LeidenschaftAls Leser von vorwiegend klassischer und ernsthafter moderner belletristischer Literatur fällt mir eine Rezension nicht ganz so leicht. Wenn ich die Besprechungen hier und bei Amazon so verfolge, dann finde ich für dieses Buch Wieder-Leser, die meisten anderen vergeben nicht einmal einen einzigen Stern für dieses Buch. Es ist m.E. nicht sinnvoll, dieses Genre mit meinen gleichen strengen Maßstäben zu messen wie einen Klassiker. Nur wo liegt der Maßstab? Da ich mich in dem Genre nicht so auskenne, ziehe ich zwei Filme als Vergleich heran. Von dem Buch erwartete ich entweder eine romantische Geschichte und / oder eine gewisse Erotik mit einigen Bettszenen. Fünf Sterne würde ich daher dem Film "Pretty Woman" geben. Aber auch die viel einfacher gehaltener Fernsehserie "Das Traumschiff" würde noch mit drei bis vier Sternen von mir bedacht werden.
Nun aber zum Buch:
Es ist die Liebesgeschichte zwischen Roslynn und Anthony. Roslynn muss unbedingt in kürzester heiraten, um ihr Vermögen vor ihrem Vetter in Sicherheit zu bringen. Die Beschreibung der Einrichtungen ist gekonnt und die Protagonisten haben Geschmack. Da hängen Bilder von Gainsborough und eine kleine Bibliothek mit Sonetten (vermutlich gar eine Anspielung auf Shakespeare) gibt es auch. Also es scheinen durchaus gebildete Personen zu sein, die diesen Roman bevölkern. Leider ist davon in ihrer Sprache nichts wiederzufinden. Sie schreien und keifen sich in großen Teilen des Buches nur an. Von Romantik kann ich leider keine Spur entdecken. Die Handlung ist abenteuerlich absurd und wenn man so etwas zum ersten Mal liest, hat es sogar einen gewissen Unterhaltungswert. In zwei Szenen wird ein Ko.i.tus detailliert geschildert, in zwar einfacher Sprache, auch hier gibt es wesentlich besser Gemachtes (Mein Geheimtipp: N. Baker: Die Fermate), aber diese wenigen Seiten lassen sich halbwegs amüsiert lesen. Aber zwei Szenen sind natürlich viel zu wenig, da das Buch ansonsten keinerlei Romantik bietet. Die Figuren sind sehr hölzern gezeichnet. Um so überraschender ist, dass man der Autorin ein gewisses Schreibtalent nicht absprechen kann, nur halt nicht bei Gesprächen und Gefühlsszenen. Bei ihren Interieur-Beschreibungen ist sie durchaus in der Lage, schöne Sätze zu produzieren.
Ich will nicht zu streng sein, bei Wahl des oben angegebenen Maßstabs vergebe ich noch

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Ich muss wohl nicht extra erwähnen, dass damit mein Ausflug ins Nackenbeißer-Genre ein für allemal beendet ist.
Gruß, Thomas