Ich bin hin und weg von diesem Buch.

Wo fängt man an bei einem Buch, was einen so dermaßen begeistert hat, wie dieses hier?! Von der Aufmachung, über die Charaktere bis zum Aufbau der Geschichte gibt es für mich nichts, was ich beanstanden könnte.
Moers lässt die Geschichte von Hildegunst von Mythenmetz erzählen, einem Dinosaurier und Dichter von der Lindenwurmfeste, der nach dem Tod seines Dichtpaten ein Manuskript vererbt bekommt, was alles bisher Gelesene in den Schatten stellt. Noch nie hatte er ein so perfektes Schriftstück gelesen.
Getrieben von seiner Neugier begibt er sich nach Buchhaim, eben jeder Stadt der träumenden Bücher, wo es von Schriftstellern, Verlegern, Kritikern und Lesebegeisterten nur so wimmelt und wird diese Stadt für lange Zeit nicht mehr verlassen. Im Gegenteil, er wird sie nicht verlassen können, dafür aber vielen vielen gefährlichen Kreaturen begegnen – und nur die wenigsten wollen ihm etwas Gutes.
Für jeden Leser, der im Laufe seines Lebens auch nur ansatzweise eine Liebe zu Büchern entwickelt hat, sind die Beschreibungen Buchhaims ein Traum. Bis zur Decke vollgestopfte Antiquariate, Verlegerbüros, Lesecafés usw. dominieren das Stadtbild. Wer würde sich dort nicht wie im Paradies fühlen!?
Die erste Euphorie legt sich jedoch recht schnell, als die Handlung rapide an Geschwindigkeit aufnimmt, Hildegunst auf Widerstände trifft und schließlich immer weiter in Gefahr gerät. Moers gelingt es, die Spannung relativ schnell aufzubauen und was für mich noch viel entscheidender ist – er schafft es scheinbar ohne Mühe, sie bis zum Ende aufrecht zu erhalten. Dabei trifft er auch noch das für mich perfekte Mittelmaß zwischen actionreichen Sequenzen und atmosphärischen Beschreibungen, die die Spannung weiter vorantreiben. Was will man mehr!?
Es ist ziemlich schwierig festzuhalten, was das Besondere an diesem Buch ist. Für mich ist es in erster Linie wohl die Hingabe, mit der Moers die von ihm konstruierte Welt beschreibt und wie detailgetreu er dabei vorgeht (unbedingt zu nennen ist dabei auch seine Kreativität bei der Namensgebung für die einzelnen Charaktere). Durch die wunderbaren Illustrationen sieht man als Leser seine eigenen Vorstellungen von Charakteren, Situationen usw. bestätigt und bekommt erneut einen Eindruck davon, wie hoch die Leistung Moers’ für dieses Buch einzuschätzen ist. Er legt nicht nur wert darauf, dass seine Geschichte gedruckt wird – bei ihm muss das ganze Paket stimmen und das ist etwas, was man in dem Maße nur sehr selten vorfindet.
„Die Stadt der träumenden Bücher“ war mein erster Zamonien-Roman, wird aber ganz sicher nicht der letzte bleiben. Dieses Buch ist bisher mein absolutes Lesehighlight des Jahres und findet sich auch auf meiner persönlichen Bestenliste ganz weit oben – wenn nicht gar an Platz 1.
Von mir gibt es ganz klar

, dieses Buch ist ein echter
