
KurzbeschreibungRebecca Bloomwood ist Journalistin. Ihren Lebensunterhalt verdient sie damit, anderen Leuten gute Tipps in Geldfragen zu geben. Ihre Freizeit verbringt sie mit Einkaufen. Kein Wunder, dass sie sich ständig gezwungen sieht, sich durch ausgiebiges Shoppen zu entspannen - ein Teufelskreis. Sie versucht es mit Sparen. Sie versucht es mit Nebenjobs. Allein: vergebens. Rebecca droht schließlich in ihrem selbst geschaffenen Chaos unterzugehen, da sie sich gleichzeitig die Bank vom Leib halten, den attraktiven Luke Brandon beeindrucken und ihrer täglichen Arbeit nachgehen soll. Da gibt es nur eins: sich mit einem kleinen Schnäppchen trösten.
Meine EindrückeRebecca Bloomwood ist arm dran: Sie weiß zwar täglich, wie sie bekleidet ist und kann ihre komplette Garderobe nach Preis und Hersteller sortieren, aber ansonsten scheint sie alles verkehrt zu machen. Selbst das Shoppen, denn sie steht mit über 3000 Pfund in der Kreide. Wie soll sie das bloß ausgleichen? Sparversuche schlagen in kürzester Zeit fehl und einen Nebenjob vergeigt sie, weil sie einer Kundin die letzte Zebra-Jeans, ausgerechnet in ihrer eigenen Größe, nicht gönnen will. In Sachen Männer ebenfalls Fehlanzeige. Luke Brandon wäre zwar klasse, der hat aber eine Freundin, Tarquin wiederum findet Rebecca toll, die aber kann mit ihm nichts anfangen. Wie soll Rebecca bloß aus so einer Riesenpatsche kommen?
Das Buch begann schön spritzig und ich glaubte schon zu wissen, warum sich die Bloomwood'schen Abenteuer so gut verkaufen. Nach hundert Seiten wusste ich es nicht mehr. Aus verschiedenen Gründen. Rebecca war für mich weder eine Sympathieträgerin, noch trug mich die Geschichte. Mit irgendeinem Haken aber muss mich ein Buch schon ködern und bei der Stange halten!
Der Gag, Rebeccas Kaufsucht als tollpatschige Panne hinzustellen, war irgendwann abgelaufen - die Sucht ist leider krankhaft. Rebecca ist ein Riesenbaby, das die Welt für ein Schlaraffenland hält. Selbst ihren Job leiert sie lala herunter und denkt bei Pressekonferenzen nur daran, Sekt zu schnorren und hinterher die Pressemitteilung abzuschreiben - da bleibt ihr nichts anderes übrig, denn sie versteht sie ohnehin nicht. Fassungslos sieht sie, dass Freunde und Bekannten locker auf der Überholspur vorbeiziehen: Zusatzaufträge, anspruchsvolle Jobs, schuldenfrei, eigenes Häuschen. Rebecca, die Hohlbirne, kann außer Kleideretiketten und Preisschildern nichts lesen und verstehen.
Über 200 Seiten weiter kommt endlich wieder ein vielversprechendes Thema (hat ganz schön lange gedauert, finde ich): Rebecca nimmt zum ersten Mal etwas ernst. Das fährt ihr viel Ärger und Nervosität ein, bringt sie aber auch ein bisschen zum Nachdenken. Das mit den Männern regelt sich verständlicherweise auch noch. Doof nur, dass Rebecca, die 300 Seiten lang eine totale Dumpfnuss war, plötzlich doch soviel weiß. Vielleicht eine positive Botschaft der Autorin? Jeder kann etwas leisten und ist besser, als er mitunter denkt.
P.S.: Es lohnt sich übrigens, sich die Briefe der Bank of Helsinki genauer anzusehen.
