Hier nun meine letzte Rezi für den SUB-Listen-Wettbewerb 2006
Barbara Gowdy – Der weiße KnochenDas Leben der Elefanten in der ostafrikanischen Steppe ist bedroht durch eine große Dürre und die Gier des Menschen, welche die Elefanten töten.
Ein Elefantenbulle erzählt die Geschichte vom „weißen Knochen“, dem Paradies des Elefanten, und die Elefanten machen sich auf diesen Ort zu finden.
Auf dem Weg dorthin fordern Dürre und Menschen noch viele Elefantenopfer.
Soweit die Geschichte, die eigentlich traurig anmuten sollte.
Leider lässt der Erzählstil von Barbara Gowdy keine rechten Gefühle für die Elefanten aufkommen.
Allein die Namensgebung ist ein riesiges Ärgernis. Die Familien sind eingeteilt in die Sie-Schs, die Sie-Ds, die Sie-Ms, usw.
Auch die Namen sind dieser „Logik“ untergeordnet. Hat eine junge Kuh noch einen einfachen Namen, so erhält sie nach dem ersten Gebären einen Namen wie:
Sie-Schnaubt, Sie-Schreit, Sie-Mault, etc.
Der Geschichte tut dies keinen Gefallen. Soll es mystisch, afrikanisch oder gar elefantisch wirken?
Für mich ist es ärgerlich und albern wenn ich Sätze lesen muss wie z.B.: „Sie-schreit schreit den anderen zu“.
Da die Elefanten natürlich andere Begriffe verwenden als der Leser, muss dieser immer wieder nach vorne zum „Wörterbuch der Elefanten“ blättern um der Geschichte folgen zu können.
Zusätzlich gespickt wird das ganze noch von Fußnoten die des Öfteren eingesetzt werden. Leider kann ich bei der ganzen Schreiberei nicht erkennen, ob es einfach die Geschichte „echter“ machen soll, oder ob ich hier wirklich etwas über Elefanten lerne.
Die Dialoge sind entsprechend einfach gehalten und mehrmals drohte ich ganz einfach den Faden zu verlieren aufgrund der wirren Erzählart.
Schade eigentlich, die Elefanten auf diesem Planeten haben besseres verdient.


EDIT: Amazonlink repariert. LG, Saltanah