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  • Kundera-Leichtigkeit des Seins: 02. Dezember 2006

Autor Thema: Milan Kundera - Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins  (Gelesen 2637 mal)

Alfa_Romea

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Milan Kundera - Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins
« am: 03. Dezember 2006, 02:53:26 »

Hallo!

Hier ist der Thread zur Leserunde.



Inhalt (laut Amazon.de):
Prag zur Zeit des Kalten Kriegs. In einem Restaurant begegnen sich der erfolgreiche Chirurg Tomas und die Serviererin Teresa. Zwischen den beiden entwickelt sich eine innige, wilde Liebe, die aber immer wieder unter Tomas' unzähligen Affären mit anderen Frauen leidet. Teresa, der eine Unterscheidung von S.e.x.ualität und Liebe fremd ist, trifft seine Untreue tief ins Herz. Dennoch heiraten sie und ziehen nach der gewaltsamen Niederschlagung des Prager Frühlings in die Schweiz. Doch dort lebt bereits die Malerin Sabrina, ebenfalls eine tschechische Emigrantin und eine der Geliebten von Tomas. Schließlich hält es Teresa nicht mehr aus: Sie will zurück in die Tschechoslowakei. Tomas sieht sich vor die Wahl gestellt, entweder die politische Freiheit in der Schweiz zu genießen und dort seine Karriere als Arzt voranzutreiben oder Teresa und damit seiner Liebe zu folgen...

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Eine kurze Bitte: Damit das ein bisschen angenehmer zu lesen ist, postet erst, wenn ihr angefangen habt. Die Beiträge "Buch liegt bereit, ich fange heute Abend an" ziehen das ganze immer so sehr in die Länge.

Viel Spass!

Alfa Romea
« Letzte Änderung: 09. Dezember 2006, 23:31:43 von fairy »
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creative

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Re: Milan Kundera - Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins
« Antwort #1 am: 03. Dezember 2006, 10:50:58 »

Hallo!

Ich habe jetzt das ersten Kapitel gelesen und bin noch ganz verwirrt ob der Fülle der vielen Eindrücke.

Was ich von Tomas halten soll, weiß ich noch nicht so recht. Einerseits gefallen mir seine vielen Gedanken über das Leben, über die Liebe, über Zufall und Philosophie. Andererseits finde ich ihn widerwärtig, weil er sich nicht entscheiden kann, die Frauen ausnutzt und sich recht egoistisch und rücksichtslos verhält. Solche labilen, entschlusslosen Männer, die sich alle Möglichkeiten offen halten wollen sind mir ein Greuel.

Teresa selber ist mir da schon sympathischer. Aus dem schwachen, anhänglichen Mädchen ist wohl (nicht zuletzt aufgrund der Erlebnisse während der Revolution) eine starke Frau geworden, die sich nichts mehr gefallen lässt.

Das Buch ist leicht zu lesen, wenn auch die Sprache etwas "antiquarisch" wirkt. Ich freue mich schon sehr aufs Weiterlesen!
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Re: Milan Kundera - Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins
« Antwort #2 am: 03. Dezember 2006, 12:21:18 »

Hallo,

ich weiß gar nicht warum ich das Buch habe so lange auf meinem SUB liegen lassen.
Es ist sehr schön von der Wahl der Worte und des Erzählstils.
Ich habe gestern schon bis Zweiter Teil Kapitel 15 gelesen:

Ich finde Thomas gar nicht so schlimm. Klar ist es für Teresa schwer zu akzeptieren, aber Thomas ist nicht so geworden, sondern war schon immer so und die meisten seiner Frauen, wissen es auch und akzeptieren es. Er versucht seine Beziehungen zu anderen Frauen vor Teresa zu verheimlichen, weil er weiß, daß es ihr weh tut und sie damit nicht zurechtkommt, nicht weil es für ihn etwas unmoralisches ist. Er hatte ja, bevor er Teresa kennenlernte, diese Beziehungen sehr offen gepflegt.
So hartherzig daß jetzt klingen mag, aber Teresa muß dann einfach, wenn sie diese Beziehungen nicht erträgt, ihre Konsequenzen ziehen und ihn verlassen. Verlangt sie aber von ihm in einer Monogamie zu leben, dann will sie aus ihm einen Mann machen der er nicht ist und das wird nicht gut gehen. Auch wenn er sich ihr zu liebe ändern würde, so würde er es ihr insgeheim immer zum Vorwurf machen und daraus würde bestimmt irgendwann Wut entstehen. Das soll jetzt kein Freibrief sein für Untreue. Ich hätte genauso meine Probleme damit, wenn der Mann, den ich liebe, sich mit anderen Frauen vergnügen würde, aber man muß sich immer vor Augen halten, welche Konsequenzen es auch für einen selbst haben kann, wenn man den Menschen, in den man sich verliebt hat, so wie er ist, auf einmal um 180° drehen und wenden möchte. Ich glaube nicht, daß das gut geht.


Faszinierend fand ich am Anfang die philosophischen Gedanken zum Thema "Wiederkehr", von bestimmten Vorgängen und Geschehnissen.  GEnauso ist es. Irgendwann wird keinem mehr ein Schauer mehr über den Rücken laufen, wenn der 11. September 2001 erwähnt wird. Es wird dann irgendwann sogar Witze darüber geben, ohne daß die Menschen, die sie erzählen es böse meinen, weil sie einfach keinen Bezug mehr dazu haben und das Ganze in eine zeitliche Anonymität gerückt ist. Etwas, was wir, die diesen Tag "erlebt" haben, nie nachvollziehen können.
"...Die Aussöhnung mit Hitler verrät die tiefliegende moralischem Perversion einer Welt, die wesentlich aus dem Nichtvorhandensein der Weiderkehr begründet ist, weil in einer solchenn Welt alles von vornherein verziehen ist und folglich auch alles auf zynischer Weise erlaubt..."

Ich befürchte, dieses Buch werde ich schnell gelesen haben, aber sehr wahrscheinlich nicht zum letzten Mal.
Tina  :schneemann:

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Re: Milan Kundera - Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins
« Antwort #3 am: 03. Dezember 2006, 19:59:32 »

@Tina, ja, die philosophischen Betrachtungen gefallen mir auch sehr gut und auch die Gedanken, dass sich die Geschichte immer wieder wiederholt, fand ich faszinierend.

Ich habe mittlerweile Kapitel 2 gelesen und finde den Aufbau des Buches sehr interessant. Kapitel 2 wiederholt eigentlich das Geschehen aus Kapitel 1, allerdings aus der Sicht Teresas.

Um mir bezüglich der geschichtlich-politischen Hintergründe des Prager Frühlings 1968 ein bisschen auf die Sprünge zu helfen, habe ich folgende Links gefunden:

Prager Frühling
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Re: Milan Kundera - Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins
« Antwort #4 am: 03. Dezember 2006, 21:33:09 »

Ich bin jetzt am Ende des zweiten Kapitels und ich muss sagen, ich kann euch nur recht geben und bin froh, dass es diese Leserunde gibt. Denn ansonsten hätte ich wohl nie dieses Prachtstück endlich von seinem SUB-Dasein befreit. Mir gefällt die Sprache wirklich sehr gut und bin wie ihr von den philosophischen Gedanken fasziniert. Der Charakter Tomas ist für mich noch eher ambivalent, Teresa allerdings kann ich mir sehr lebhaft vorstellen. Sie wirkt auf mich wie eine Blume, die aus einer Asphaltstraße wächst.

Danke für die Links übrigens, creative!
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foenig

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Re: Milan Kundera - Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins
« Antwort #5 am: 04. Dezember 2006, 10:50:15 »

hey,
ich habe gestern abend angefangen zu lesen und habe den ersten Teil fertig. Bis jetzt bin ich wirklich begeistert und positiv überrascht. Ich hatte zunächst befürchtet, dass es schwierig zu lesen wird, da bei mir auf dem Buchrücken zu lesen ist, dass es höchste intellektuelle Ansprüche befriedigt und das hörte sich für mich erst mal so an, dass man bestimmt viele Seiten braucht um sich an die Sprache zu gewöhnen und es halt eher schwierig ist. Aber diese Befürchtungen haben sich zum Glück nicht bewahrheitet.
Zitat von: Spoiler bis Seite xyz
Witzig fand ich die Stelle, an der Tomas mit einer Frauensocke von Sabina nach Hause gehen musste. Schade fand ich nur, dass nicht mehr erwähnt wurde, ob er sich zu Hause noch schnell eigenen Socken anziehen konnte oder ob Teresa es gesehen hat. Aber ich gehe mal davon aus, dass Teresa es wohl gesehen haben dürfte, ansonsten wäre es wohl noch mal kurz erwähnt worden, dass er doch noch glücklich aus der Lage rauskam.
Ich hätte am Ende des ersten Teils nicht unbedingt von Tomas erwartet, dass er so gut wie sofort Teresa folgt. Ich bin davon ausgegangen, dass er wirklich erst mal seine "Freiheit" genießt und dann eventuell später ihr folgt.
Ich freue mich schon auf das Weiterlesen... besonders weil ich dann auch alle Einträge hier lesen kann, was ich noch nicht gemacht habe, da hier alle wohl schon weiter sind als ich und ich mir die Spannung nicht nehmen lassen will :)
Viele Grüße,
foenig :blume:
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nikki

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Re: Milan Kundera - Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins
« Antwort #6 am: 04. Dezember 2006, 11:29:53 »

Hallo!

Ich bin bereits im Teil 4, Kap. 15, da ich nicht aufhoeren konnte, das Buch zu lesen. Ich kann voll und ganz die allgemeine Begeisterung hier teilen und frage mich auch immer wieder, warum ich das Buch so lange im Regal stehen hatte.

Tomas und Sabina gegenueber habe ich starke widerspruechliche Gefuehle. Sie tun ihren Lebensgefaehrten so oft weh. Ich versuche, sie zu verstehen, kann es aber nicht, auch wenn ich Sabina's Kindheit im Hinterkopf behalte. Bei Tomas und Teresa frage ich mich immer wieder wie weit eigentlich eine Liebe gehen kann? Gibt es Grenzen und wo sind diese? Teresa scheint schwach zu sein, ist aber in meinen Augen unheimlich stark, da sie das alles ertragen kann, was ihr Tomas antut.

@creative: vielen Dank fuer die Links!

LG
nikki
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tina

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Re: Milan Kundera - Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins
« Antwort #7 am: 04. Dezember 2006, 17:57:04 »

Teresa scheint schwach zu sein, ist aber in meinen Augen unheimlich stark, da sie das alles ertragen kann, was ihr Tomas antut.

LG
nikki

Oder man sieht es so wie Franz auf Seite 105
"... Weil Liebe bedeutet, auf Stärke zu verzichten..."

Ich bin mittlerweile im 5. Teil 2. Kapitel
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Tina
Viele Grüße Tina
« Letzte Änderung: 05. Dezember 2006, 22:26:20 von tina »
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Re: Milan Kundera - Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins
« Antwort #8 am: 04. Dezember 2006, 22:15:49 »

 :grmpf:
@ Tina - wah, könntest du sowas bitte als Spoiler posten? Dein Posting hat mir leider sehr viel verraten, ich bin nämlich noch nicht so weit!

Danke im Voraus  :zwinker:
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creative

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Re: Milan Kundera - Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins
« Antwort #9 am: 05. Dezember 2006, 09:07:34 »

Ich kann mich auch kaum einbremsen und bin bei Teil 5, Kapitel 5

Ich muss nochmals betonen, dass ich den Aufbau dieser Geschichte einfach großartig finde!
Die verschiedenen Perspektiven, der politische Hintergrund, begleitet von den vielen philosophischen Gedanken geben der Geschichte das gewisse Etwas, das mich einfach fesselt.
Inzwischen verweben sich die einzelnen Stränge und das Ende wurde ja auch schon vorweggenommen, oder?

Spoiler (Klick zum Anzeigen/Verbergen)

Ganz sicher bin ich nicht, wie ich die zeitliche Abfolge einschätzen kann. War die Liaison Sabina/Franz VOR oder NACH Sabina/Tomas, oder gar parallel??

Gestern abend habe ich Teil 5/Kapitel 2 gelesen, welches die Frage aufwirft, ob Unwissenheit vor Schuld schützt?
Zitat
Teil 5, Kap.2, Seite 168
"Ist der Mensch unschuldig, weil er unwissend ist? Ist ein Dummkopf auf dem Thron von aller Verantwortung freigesprochen, nur weil er ein Dummkopf ist?"

Mir gefällt an den Personen, dass es keine Schwarz-Weiß-Malerei gibt. Es gibt keine "Bösen" und "Guten" - irgendwie kann man jeden verstehen aber auch jeden verdammen.

Klasse Buch!
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Re: Milan Kundera - Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins
« Antwort #10 am: 05. Dezember 2006, 11:49:04 »

hey,
ich habe mittlerweile den zweiten Teil zu Ende gelesen und fand es toll alles noch mal aus einer anderen Sicht zu sehen, wobei ich festgestellt habe, dass ich die Ansichten und Lebensweise von Thomas (jedenfalls im Moment) besser nachvollziehen kann. Teresas Beschreibungen finde ich interessant, aber ich kann sie nicht so gut nachvollziehen oder besser ich kann mich nicht so wirklich in ihre Lage hineinversetzen. Ich bin aber trotzdem immer noch begeistert von diesen Buch, auch wenn ich aufgrund anderen Stress eher zum langsam lesen gezwungen werde und mir die ganzen Einträge hier gar nicht durchlesen kann, damit ich nicht ausversehen schon was erfahre, was ich noch gar nicht wissen will...
grüße
foenig :blume:
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tina

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Re: Milan Kundera - Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins
« Antwort #11 am: 05. Dezember 2006, 22:42:58 »

Hi,

@Chil, ich habe meinen Beitrag jetzt als Spoiler gesetzt, obwohl ich sie nicht mag. Ich hatte aus diesem Grund extra das Kapitel und den Teil über meinen Beitrag geschrieben.

Ganz sicher bin ich nicht, wie ich die zeitliche Abfolge einschätzen kann. War die Liaison Sabina/Franz VOR oder NACH Sabina/Tomas, oder gar parallel??

Ich gehe davon aus das Sabina/Franz nach Sabina Thomas ist, denn ich denke nicht, dass Sabina zurück in die Tschechoslowakei gegangen ist.

Tina
« Letzte Änderung: 15. Dezember 2006, 12:30:21 von tina »
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Re: Milan Kundera - Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins
« Antwort #12 am: 07. Dezember 2006, 01:58:34 »

Hallo,
ich habe gestern abend das Buch beendet und es hat mir sehr gut gefallen.
Die Art Kunderas zu schreiben, seine Wortwahl, das Thema an sich und die Themen im Hintergrund haben mich bis zur letzten Seite gefesselt. Das Buch ist so vielseitig, so dass es eigentlich auch gar nicht stört, daß der Autor dann und wann mal wild in der Zeit hin und her hüpft.
Die Protagonisten waren absolut unterschiedlich in Charakter und Lebenseinstellung, aber allesamt sehr sympathisch. Diese Sympathie entstand für mich dadurch, dass ich das Gefühl hatte, die Beweggründe für das Verhalten jedes Einzelnen erklärt zu bekommen, so dass man fast dazu gezwungen ist über den Tellerrand seiner eigenen Lebenseinstellung zu schauen und Verständis für die Sehnsüchte und Bedürfnisse des Einzelnen bekam, was man bei weniger intensiver Beleuchtung wohl nicht immer aufgebracht hätte.
Es gab sehr viele Stellen, die mir sehr nahe gingen und ich weiß, dass ich dieses Buch noch einmal lesen muß, um intensiver zwischen den Zeilen zu lesen.
Dieses Buch hatte es nicht verdient so lange auf meinem SUB zu verweilen. :smile:
Wegen all' diesen Gründen:
 5ratten
Tina
« Letzte Änderung: 15. Dezember 2006, 12:29:39 von tina »
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Bine1970

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Re: Milan Kundera - Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins
« Antwort #13 am: 07. Dezember 2006, 10:40:31 »

 :winken:

Guten Morgen

Ihr legt ja ein Tempo vor. Ich habe erst gestern abend angefangen, bin aber auch schon im 2 Teil Kapitel 26.

Ich hatte anfänglich Schwierigkeiten mit dem Schreibstil Kunderas, aber mittlerweile habe ich mich daran gewähnt und finde es auch sehr schön.
Die Charaktere sind mir bis jetzt eigentlich eher unsympatisch. Tomas, wegen seiner Unverfrorenheit in Sachen "Liebe"..ich frage mich schon die ganze Zeit warum hat er Teresa geheiratet....ich bin mir nicht sicher ob er Teresa liebt oder sie nur besitzen will, aber dabei trotzdem sein altes Leben nicht aufgeben möchte  :confused:

Teresa...komischer Charakter,welchen man aber wiederum verstehen kann wenn man im 2ten Kapitel ist. In ihrer Kindheit wurde sie ja nicht gerade mit Liebe überhäuft und man denkt als erstes: die Arme...wo wir doch bei dem schönen Kapitel 9 im ersten Buch wären...und somit bei dem Wort Mitgefühl...oder hier als compassio beschrieben. Das trifft genau meine Empfindungen Teresa gegenüber. Ihre Mutter ist für mich unterste Schublade und sowas von primitv in ihrer ganzen Lebensweise. Es zeigt uns auch ganz deutlich, das die Schamgrenze im fortgeschrittenen Alter sehr niedrig ist, oder würde sich die Mutter sonst vor
 ihre Freunde setzen und "furzen" oder nackig herum rennen?

Tatsächlich ist es so , das ich anfangs dachte, was für ein Buch lese ich denn da? Aber es ist wirklich  so wie Tina schreibt, man ist gefesselt und möchte unbedingt wissen wie es aus geht.

EDIT: Was mir ebenso sehr gut gefallen hat, war im Kapitel 8( Seite 48) folgender Abschnitt:
Spoiler (Klick zum Anzeigen/Verbergen)
Das kann ich sehr gut nachvollziehen...


Ich lese gespannt weiter.... :leser: :klo: :kaffee: :lesen:

 pchallo
« Letzte Änderung: 07. Dezember 2006, 10:53:32 von Bine1970 »
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Da ich eher selten hier bin wünsche ich allen Geburtstagkinder alles liebe und gute

Bine1970

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Re: Milan Kundera - Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins
« Antwort #14 am: 07. Dezember 2006, 21:14:03 »

Teresa scheint schwach zu sein, ist aber in meinen Augen unheimlich stark, da sie das alles ertragen kann, was ihr Tomas antut.

LG
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Viele Grüße Tina

Den Satz fand ich auch sehr schön und gleichzeitig hat er mich aber auch sehr mitgenommen, denn es ist mit diesem Satz genauso wie mit folgendem.......Lieben heisst auch los lassen
 :anbet: Tragisch und doch schön
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