Hallo,
ich weiß gar nicht warum ich das Buch habe so lange auf meinem SUB liegen lassen.
Es ist sehr schön von der Wahl der Worte und des Erzählstils.
Ich habe gestern schon bis
Zweiter Teil Kapitel 15 gelesen:
Ich finde Thomas gar nicht so schlimm. Klar ist es für Teresa schwer zu akzeptieren, aber Thomas ist nicht so geworden, sondern war schon immer so und die meisten seiner Frauen, wissen es auch und akzeptieren es. Er versucht seine Beziehungen zu anderen Frauen vor Teresa zu verheimlichen, weil er weiß, daß es ihr weh tut und sie damit nicht zurechtkommt, nicht weil es für ihn etwas unmoralisches ist. Er hatte ja, bevor er Teresa kennenlernte, diese Beziehungen sehr offen gepflegt.
So hartherzig daß jetzt klingen mag, aber Teresa muß dann einfach, wenn sie diese Beziehungen nicht erträgt, ihre Konsequenzen ziehen und ihn verlassen. Verlangt sie aber von ihm in einer Monogamie zu leben, dann will sie aus ihm einen Mann machen der er nicht ist und das wird nicht gut gehen. Auch wenn er sich ihr zu liebe ändern würde, so würde er es ihr insgeheim immer zum Vorwurf machen und daraus würde bestimmt irgendwann Wut entstehen. Das soll jetzt kein Freibrief sein für Untreue. Ich hätte genauso meine Probleme damit, wenn der Mann, den ich liebe, sich mit anderen Frauen
vergnügen würde, aber man muß sich immer vor Augen halten, welche Konsequenzen es auch für einen selbst haben kann, wenn man den Menschen, in den man sich verliebt hat, so wie er ist, auf einmal um 180° drehen und wenden möchte. Ich glaube nicht, daß das gut geht.
Faszinierend fand ich am Anfang die philosophischen Gedanken zum Thema "Wiederkehr", von bestimmten Vorgängen und Geschehnissen. GEnauso ist es. Irgendwann wird keinem mehr ein Schauer mehr über den Rücken laufen, wenn der 11. September 2001 erwähnt wird. Es wird dann irgendwann sogar Witze darüber geben, ohne daß die Menschen, die sie erzählen es böse meinen, weil sie einfach keinen Bezug mehr dazu haben und das Ganze in eine zeitliche Anonymität gerückt ist. Etwas, was wir, die diesen Tag "erlebt" haben, nie nachvollziehen können.
"...Die Aussöhnung mit Hitler verrät die tiefliegende moralischem Perversion einer Welt, die wesentlich aus dem Nichtvorhandensein der Weiderkehr begründet ist, weil in einer solchenn Welt alles von vornherein verziehen ist und folglich auch alles auf zynischer Weise erlaubt..."Ich befürchte, dieses Buch werde ich schnell gelesen haben, aber sehr wahrscheinlich nicht zum letzten Mal.
Tina
