Guten Morgen,
ich habe das Buch gerade ausgelesen und versuche mal eine Rezension.
Es handelt sich um den ersten Teil der „Ring-Trilogie“ und es gibt ihn inzwischen als Taschenbuch:


Buchbeschreibung:
„Dies ist der Anfang. In den letzten Tagen des Hochsommers stand der Zauberer auf einem Felsen hoch über der tosenden See, während Blitze blau über einen schwarzen Himmel zuckten. In seinem Inneren herrschte Sturm, so dunkle und heftig wie auf dem Meer, peitschte sein Blut und tobte innen wie außen, während er auf de regennassen Felsen stand. Der Name seines Sturms war Trauer“Irland im Jahre 1128: Ein schrecklicher Sturm tobt über dem Land, als sich Hoyt MacCionaoith seinem schlimmsten Kampf stellt. Die dunkle Königin Lilith hat seinen Zwillingsbruder getötet. Ihn will er rächen, doch allein kann Hoyt Lilith nicht besiegen. So erscheint ihm die keltische Göttin Morrigan im Traum: Durch Zeit und Raum soll der Zauberer reisen, Weggefährten sammeln: „Die Hexe aus seinen Träumen, den Krieger, den Gelehrten, den Einen in vielen Gestalten, und den Einen, der verloren ist. Einen „Ring der Sechs“, stark und wahrhaftig. Einen Monat, damit ihr euch findet, einer, um zu lernen und einer, um zu wissen. Die Schlacht findet an Samhain statt.“
Viele hundert Jahre später hat auch die junge New Yorkerin Glenna Ward höchst unruhige Nächte. Immer wieder schleichen sich Träume eines hoch gewachsenen Kelten in ihren Schlaf. Wutentbrannt fasst sie einen Entschluss: „Sie würde ihn finden. Wenn ein Mann sie frecherweise in seine Träume zog und ihr nicht mehr aus dem Kopf ging, dann würde sie ihn eben aufspüren und herausfinden, warum das so war ...“
Dies ist der erste Nora-Roberts-Roman, den ich gelesen habe, daher kann ich nicht sagen, ob er typisch für ihre Romane ist. Hierzu gibt es, wie man in diversen Foren nachlesen kann, unterschiedliche Meinungen. Wenn man ihn unbedingt einordnen will, kann man ihn vielleicht am ehesten der „Dark Fantasy“ zuordnen – obwohl es für die Liebhaber dieses Genres vermutlich viel zu wenig „dark“ ist. Wer sich für keltisch-irische Mystik, Zeitreisen und Parallelwelten interessiert und den auch durstige Vampire nicht abschrecken, dem kann ich dieses Buch absolut empfehlen.
Mir hat das Buch
sehr gut gefallen. Es ist flüssig zu lesen (habe nur drei Abende dazu gebraucht), die Sprache ist angenehm, ohne Brüche oder störende (weil nicht in den Lesefluss passende) Ausdrücke und Redewendungen.
Die Personen sind mir beim Lesen ans Herz gewachsen. Im ersten Teil der Trilogie finden sich die sechs Kampfgefährten – wobei mir hier immer wieder der „Herr der Ringe“ durch den Kopf schießt, aber das sollte man schnell wieder ausblenden – außer der Tatsache, dass sich mehrere Personen zusammenschließen („einen Ring bilden“), um einen mächtigeren Gegner zu bekämpfen, haben diese beiden Bücher nichts gemeinsam. Jede der sechs Personen des Rings stehen für einen Archetyp: Zauberer, Hexe, Krieger, Gestaltwandler, Gelehrter etc. und sie müssen sich nicht nur zusammenfinden, sondern auch zu einer starken Gruppe zusammenschließen. Dabei müssen Antipathien und Verletzungen aus alter Zeit überwunden werden, was nicht so einfach geht.
Nora Roberts schreckt auch nicht davor zurück, eine Person, die sie vorher sehr sympathisch charakterisiert und eingeführt hat, als erstes Opfer im Kampf sterben zu lassen. Das ist zwar beim Lesen sehr traurig, aber sie zeigt damit auch, dass die sechs Gefährten verletzlich sind und der Kampf auch verloren werden kann. (Theoretisch jedenfalls, ich baue natürlich auf ein gutes Ende.)
Der Humor kommt auch nicht zu kurz, Glennas flapsige Ausdrucksweise und ihre Streitereien mit Hoyt sind witzig zu lesen.
Einen kleinen Kritikpunkt gibt es doch: Meiner Meinung nach finden sich die Personen, die aus einer anderen Zeit oder aus einer anderen Welt „angereist“ sind, etwas zu schnell zu gut in der heutigen Zeit zurecht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Zauberer aus dem Irland des 12. Jahrhunderts so schnell Autofahren lernt, wie es hier beschrieben wird. Aber ich kann damit leben, denn wenn alle betroffenen Personen erst mal ihren Kulturschock überwinden müssen, dann müsste das erste Buch doppelt so dick sein.
Der zweite Kritikpunkt geht an den Verlag. Ich habe das Buch gekauft, weil ich sowieso mal was von Nora Roberts lesen wollte und weil ich das Cover so schön finde (ich lasse mich vom Cover leider oft beeinflussen ...). Erst nach über 300 Seiten dämmerte mir langsam, dass es hier wohl einen Fortsetzungsband geben müsse – irgendwie hätte der Krieg an dieser Stelle schon mal losgehen müssen, was er aber nicht tat. Ich habe dann tatsächlich den Hinweis auf die Trilogie gefunden – winzig gedruckt, ganz unten in der „Liste lieferbarer Bücher“. Ich meine, so ein Hinweis hätte auf die Rückseite gehört – zum Glück habe ich den ersten Band erwischt. Wenn mir das gleiche beim zweiten Band passiert wäre, hätte mich das sehr geärgert.
Aber ich habe jetzt wie die Vampire im Buch Blut geleckt und ich freue mich auf den zweiten Band, der leider noch nicht erschienen ist, aber ein genauso tolles Cover hat, wie man bei Amazon schon sehen kann:


Ich gebe

Viele Grüße von Annabas