Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.

E-Mail: Passwort:

Autor Thema: Gilbert Adair, Mord auf ffolkes Manor  (Gelesen 790 mal)

dubh

  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 1814
Gilbert Adair, Mord auf ffolkes Manor
« am: 26. November 2006, 20:21:05 »

Hallo,

hier kommt die Rezension zu meinem absoluten Weihnachtsliebling!



Gilbert Adair, Mord auf ffolkes Manor
C.H.Beck Verlag 2006, ISBN 3-406-55065-7, € 18,90


Recht unscheinbar kommt dieses Buch daher – vor allem zwischen den kräftigen Farben der anderen Bücher in der Krimi-Abteilung einer Buchhandlung... Aber zwischen dem Einband versteckt sich ein beinahe altmodisches Puzzle im Stile von Agatha Christie:

Mord auf ffolkes Manor spielt an Weihnachten irgendwann in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts. Auf einem typisch englischen Landsitz hat sich eine kleine illustre Runde eingefunden um gemeinsam das Fest zu begehen... In Kürze sind sie sogar ganz von der Außenwelt abgeschnitten, da sie eingeschneit wurden. Und dann passiert ein Mord! Der einzige unerwünschte Gast – ein echtes Ekelpaket, der für ein Klatschblatt schreibt – wird erschossen aufgefunden. Nur die Tochter des Hauses ist untröstlich – immerhin hat sie ihn spontan mitgebracht. Aber die restlichen Gäste haben allesamt einen Ruf zu verlieren und deshalb hätte auch jeder ein Mordmotiv... Doch das verwunderlichste überhaupt ist, dass der Raum, in dem der Tote gefunden wird, von innen ganz und gar verriegelt ist...
Kurzum wird beschlossen, dass man den Nachbarn, einen pensionierten Scotland Yard Inspector zu Rate zieht, um die "Ermittlungen" zu leiten.

Wunderbar, wie unfassbar manierlich diese Herrschaften miteinander sprechen und umgehen, selbst als beim ein oder anderen der Putz beginnt zu bröckeln... Ehrlich gesagt habe ich mich durch die Bank an diese alten englischen Schwarz-Weiss-Produktionen erinnert, die früher gerne sonntags nachmittags liefen.

Kurzum: ein herrlich angestaubtes, ebenso skurriles Locked-Room-Rätsel, das zum Mitraten einlädt und so manche falsche Fährte legt! Auch sprachlich gesehen ist es eine echte Hommage an Agatha Christie und die Zeit des großen britischen Kriminalromans...

5ratten
Gespeichert

Heimfinderin

  • Beim Lesen Unansprechbare
  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 2698
Re: Gilbert Adair, Mord auf ffolkes Manor
« Antwort #1 am: 27. November 2006, 11:24:31 »

Danke dubh für diese Rezi. Das Buch ist schon auf meinem Wunschzettel! Zum eine wegen dem Cover und wegen

Ehrlich gesagt habe ich mich durch die Bank an diese alten englischen Schwarz-Weiss-Produktionen erinnert, die früher gerne sonntags nachmittags liefen.

Kurzum: ein herrlich angestaubtes, ebenso skurriles Locked-Room-Rätsel, das zum Mitraten einlädt und so manche falsche Fährte legt! Auch sprachlich gesehen ist es eine echte Hommage an Agatha Christie und die Zeit des großen britischen Kriminalromans...

Ich habe auch früher diese alten Krimis gesehen und Agatha Christie, Edgar Wallace und Co. Mein Vater hat auch einige Bücher davon, die ich als Jugendliche verschlungen habe. Diese Buch und deine Rezi haben mich wieder daran erinnert und wieder richtig Lust darauf gemacht.
Gespeichert
LIEBE GRÜßE
HEIMFINDERIN

dubh

  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 1814
Re: Gilbert Adair, Mord auf ffolkes Manor
« Antwort #2 am: 28. November 2006, 00:04:58 »

@Heimfinderin: Dann amüsierst Du Dich sicherlich, wie ich, über die klassische Grundriss-Skizze einer Etage des Gebäudes, in dem der Mord geschah - welche aber selbstverständlich völlig unnötig zur Lösung des Falles ist! :breitgrins: Aber das fängt ja beim Familiennamen ffolkes ja schon an... :breitgrins: :breitgrins:

Vielleicht schaffst Du es ja noch, das Buch bis Weihnachten zu bekommen! Jedenfalls wünsche ich Dir richtig viel Spaß damit! :winken:

Schönen Gruß von dubh
Gespeichert

Heimfinderin

  • Beim Lesen Unansprechbare
  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 2698
Re: Gilbert Adair, Mord auf ffolkes Manor
« Antwort #3 am: 28. November 2006, 19:44:30 »

@dubh
Mensch, du machst mich immer neugieriger!

Wehe es schenkt mir keiner, dann schenk ich es mir selbst zu Weihnachten  :breitgrins:
Gespeichert
LIEBE GRÜßE
HEIMFINDERIN

Liafu

  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 1510
Re: Gilbert Adair, Mord auf ffolkes Manor
« Antwort #4 am: 22. Januar 2007, 17:10:48 »

Ich habe das Buch (die englische Ausgabe) meiner Mutter zu Weihnachten Geschenkt und es nun am Wochenende endlich auch selbst gelesen. Es hat mir sehr gut gefallen, ein richtg schöner, altmodischer Wohlfühl-Krimi-Schmöker mit allem, was dazu gehört. Ein wenig humorvoll überzeichnet, so dass man immer wieder schmunzeln muss, aber ohne dass es lächerlich wirkt.

Ich habe jetzt richtig Lust mal wieder was von Agatha Christie zu lesen und diverse im Buch erwähnte Autoren sind auch schon auf meiner Wunschliste gelandet. 

Gespeichert

Heimfinderin

  • Beim Lesen Unansprechbare
  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 2698
Re: Gilbert Adair, Mord auf ffolkes Manor
« Antwort #5 am: 14. Juni 2010, 13:18:59 »

Ich weiß gar nicht, warum ich so lange brauchte, um es endlich zu lesen...



Klappentext
Die klassische Frage vieler Krimis: Wie gelangt der Mörder nach der Tat aus einem Raum heraus, der von innen verschlossen vorgefunden wird? Die erfolgreiche Krimiautorin Evadne Mount und der pensionierte Scotland-Yard-Inspektor Trubshaw rücken in Gilbert Adairs grandiosem Kriminalroman, der zugleich eine Parodie ist, dem Problem zu Leibe.
Colonel  Roger ffolkes und seine Gäste werden zu früher Morgenstunde von einem Schuss und einem Schrei auf den Plan gerufen. Sie finden die Tür zur Dachkammer verschlossen vor, Blut sickert durch den Türspalt. Nachdem sie mit vereinten Kräften die Tür aufgebrochen haben, finden sie den ungeliebten Gast Raymond Gentry erschossen auf dem Boden vor. Eine Tatwaffe ist nicht auffindbar, das Zimmer ist leer. Wie kann der Mörder das Zimmer verlassen haben?

Meine Meinung
Dieser Krimi hat mir richtig Spaß gemacht. Ich liebe die alten Schwarz-Weiß-Film Krimis nach Agatha Christie und Co. und fühlte mich sofort in solch einen Film hineinversetzt. Der Autor hat es toll geschafft, diese besondere Atmosphäre im eingeschneiten Herrenhaus zu übermitteln, in dem die Bewohner und Gäste plötzlich zu Mordverdächtigen werden und sich nach und nach einzeln den Verhören vor allen Anwesenden unterziehen müssen.  Nach und nach stellte sich heraus, dass jeder ein Motiv für den Mord hätte, gleichzeitig hatte ich aber auch gerade deshalb das Gefühl, dass es auch keiner von ihnen gewesen sein könnte, abgesehen davon, dass der Mord ja in einem von innen verschlossenen Raum stattfand und dieses Rätsel auch noch gelöst werden musste. So gab es einiges zum Grübeln. Einer musste es aber sein und die Auflösung bekam man dann, wie es in dieser Art Krimis so üblich ist, vor der gesamten Gruppe vorgetragen.

Der Weg dorthin war unaufgeregt aber trotzdem spannend erzählt. Bedingt dadurch, dass man ja den Ort nicht verlassen konnte, drehten sich die Ermittlungen um die Räumlichkeiten und die Gespräche der Versammelten, die nach und nach ihre Leichen aus dem Keller holten und damit jeder den Verdacht auf sich selbst lenkte. Besonders viel Spaß hatte ich mit dem Gast Evadne,  der Krimiautorin, die ihre schriftstellerischen Krimi-Kenntnisse gleich in dem Fall einsetzte und mit messerscharfen Diagnosen den Inspektor ganz schön nervte.  :breitgrins:

Dieser Krimi ist durch seine Handlung, die Figuren , das Setting und einzelne Zitate eine tolle Parodie oder besser Hommage auf die alten klassischen Krimis von John Dickson Carr („Der verschlossene Raum“ natürlich), Agatha Christie,  etc etc..  und wird allen, die diese Art Krimis lieben, gefallen.

 4ratten

« Letzte Änderung: 15. Juni 2010, 11:48:51 von Heimfinderin »
Gespeichert
LIEBE GRÜßE
HEIMFINDERIN

HoldenCaulfield

  • Käferprinzessin
  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 11736
Re: Gilbert Adair, Mord auf ffolkes Manor
« Antwort #6 am: 14. Juni 2010, 13:29:18 »

Das klingt wirklich ganz wunderbar!!
Gespeichert
Seltsam im Nebel zu wandern.... H.Hesse

"[...] wir sind hier alle verrückt. Ich bin verrückt, du bist verrückt" *L.Carroll*

Mein Interview mit Gail Carriger :elch:
Sonnenschirm

Heimfinderin

  • Beim Lesen Unansprechbare
  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 2698
Re: Gilbert Adair, Mord auf ffolkes Manor
« Antwort #7 am: 15. Juni 2010, 11:53:53 »

Ich habe jetzt gesehen, dass der obere Link ein Hardcover ist und habe bei mir noch den Taschenbuch-Link eingefügt. Ich habe nämlich das Taschenbuch gelesen.

@HoldenCaulfield
Es ist auch mal eine schöne Alternative zu den "normalen" Krimis...
Ich denke, ich lese die weiteren Teile auch noch nach und nach.

Gespeichert
LIEBE GRÜßE
HEIMFINDERIN

Kirsten

  • bibliophile Marathoni
  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 7486
Re: Gilbert Adair, Mord auf ffolkes Manor
« Antwort #8 am: 15. Dezember 2010, 14:52:14 »

Hallo!

Auf ffolkes Manor passiert Mord in einem geschlossenen Raum und jeder der Anwesenden macht sich mehr oder weniger verdächtig. Keiner mochte das Opfer, das von jedem ein schmutziges Geheimnis wusste. Die kommen nach und nach zum Vorschein und überraschen den Leser mal mehr, mal weniger. Eigentlich ist auch keines der Geheimnisse so schlimm, dass man deswegen morden würde.  Aber wer sonst sollte die Tat begangen haben? Auch wenn Mord auf ffolkes Manor neueren Datums ist, hat es doch alle Elemente eines klassischen Krimis und steht deshalb aus der breiten Messe von Krimis hervor. Mir hat das Buch auch großen Spaß gemacht.
4ratten

Liebe Grüße
Kirsten
Gespeichert
Now I have moved and I've kept on moving
Proved the points that I needed proving
Lost the friends that I needed losing
Found others on the way

knödelchen

  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Beiträge: 45
Re: Gilbert Adair, Mord auf ffolkes Manor
« Antwort #9 am: 15. April 2012, 18:19:02 »

Auch ich habe diese "Art Kriminalroman" (steht so auf dem Cover) mit Vergnügen gelesen, auch wenn mir die besserwisserische Schriftstellerin Evadne Mount etwas auf die Nerven gegangen ist  :rollen:...

Eien Kurzbeschreibung wurde ja schon mehrfach abgegeben, deshalb möchte ich mich meinen Vorschreibern nur noch darin anschließen, die Atmosphäre, die hier geschaffen wird und von der ersten Seite an die klassischen Krimis á la Agatha Christie erinnert, lobend zu erwähnen.

Ein nettes Lesevergnügen, aber auch nicht mehr, deshalb 3 Leseratten.

 3ratten
« Letzte Änderung: 16. April 2012, 18:37:03 von knödelchen »
Gespeichert
:lesen: Daphne Kalotay: Die Tänzerin im Schnee