Klappentext:
Seit Jahrhunderten werden die Geschicke der Welt in Wahrheit von übermächtigen Wesen gelenkt: den Drachen. Sie entfachen politische Konflikte, stürzen Könige und treiben Staaten in den Krieg. Doch nun schlagen die Menschen zurück... Im Jahr 1925 untersucht die Drachentöterin Silena eine Reihe mysteriöser Todesfälle. Ein unbekannter Feind hat es auf sie abgesehen, und in dem gefährliche Spiel aus Verrat und Intrigen kann Silena auch ihren Verbündeten nicht mehr trauen. Immer tiefer wird sie in eine uralten magischen Konflikt verstrickt. Doch stecken Drachen dahinter, oder muss sie sich einem ganz anderen Gegner stellen?
Meine Meinung:
Silena, die Hauptfigur, ist also, wie der Klappentext, eine Drachentöterin, eine Nachfahrin des Drachenheiligen Georg, die im Auftrag des sogenannten Officium, das der katholischen Kirche angehört, Drachen jagt, wobei die Spezialität ihrer Staffel der Luftkampf per Flugzeug ist.
Eines Tages jedoch endet ein Übungsflug ihrer beiden Brüder, ebenfalls Piloten der Staffel Saint George, tödlich. Es sieht so aus, als seien sie von einem Drachen angegriffen worden – und sie sollen nicht die einzigen bleiben...
Das Setting – ein alternatives Europa der 20er-Jahre, gotische Architektur, Flugzeuge, Luftschiffe, vermischt mit Drachen und anderen Fantasy-Elementen – hat mir von Anfang an sehr gut gefallen.
Auch sehr nett sind die „Zitate“, unter anderem zu den verschiedenen Drachentöter-Linien, mit denen die einzelnen Kapitel beginnen. Die Charaktere (sowohl menschliche, als auch nichtmenschliche) sind ebenfalls gelungen, es macht Spaß ihre Erlebnisse zu verfolgen und zu rätseln, wem man denn nun trauen kann und wer ein (mindestens) doppeltes Spiel spielt. Bei einigen hätte es mich gefreut, wenn sie möglichst frühzeitig Drachenfutter geworden wären, andere wurden mir im Laufe der Handlung immer sympathischer. Silena selbst war mir etwas zu sehr durch das Officium geprägt, als die sie mir durchweg sympathisch hätte sein können.
Die Mächte des Feuers ist nicht gerade unblutig. Zwar geht der Autor dabei nicht unnötig ins Detail, aber die Anzahl der Toten ist schon beträchtlich. Mir wurde das irgendwann zu viel, nicht vom „Splatter-Faktor“ her, der hält sich, wie gesagt, einigermaßen in Grenzen, aber ich war nach einer Weile einfach leicht genervt, wenn schon wieder ein Drachi irgendwo *haps* gemacht hat...
Markus Heitz' Schreibstil hat mir leider nicht so richtig zugesagt, es gab immer mal wieder Stellen, über die ich gestolpert bin, die auch auf mich etwas holprig formuliert wirkten.
Zudem wäre die eine oder andere unerwartete Rettung/Wiederauferstehung weniger, eventuell mehr gewesen wäre.
Trotz dieser Kritikpunkte hat mich das Buch insgesamt gut unterhalten, allein die 20er-Jahre-Fantasy-Atmosphäre macht schon einiges wett.