Ach ja, der Elefant! Auf den habe ich mich schon die ganze Zeit gefreut. In meiner Ausgabe gibt es nämlich einige Illustrationen, die auf dickeres Papier gedruckt sind, und gerade bei dem Elefantenbild hat sich mein Buch immer von selbst geöffnet

. Ich war also ordentlich gespannt darauf, was es mit ihm auf sich hätte.
6. Buch
Da gibt es für mich gleich mehrere Ereignisse, die mir seltsam vorkommen. Gavroche kümmert sich selbstlos um zwei ihm unbekannte Jungen, rettet seinen Vater - den das völlig kalt lässt - vor dem erneuten Einkerkern, und Eponine bewahrt Cosette und Marius vor einem Überfall, an dem ihr Vater beteiligt ist.
Wie Alfa schon geschrieben hatte, erklärt sich Eponines Verhalten dadurch, dass sie in Marius verliebt ist.
Gavroches Verhalten ist für mich auch kein Problem: er ist ein grundsätzlich guter Mensch, der anderen gerne hilft. Mag das auch ungewöhnlich sein, so gibt es doch Kinder, die sich wider alle Wahrscheinlichkeit eine innere Menschlichkeit bewahrt haben. Auf schwedisch nennt man sie "maskrosbarn",Löwenzahnkinder, Kinder also, die trotz lebensfeindlicher Umweltbedingungen wie Unkraut gedeihen.
Das ist das eine, das andere ist sein Alter: er ist noch ein Kind (10 Jahre alt vielleicht) und das Leben ist ein Abenteuer. Eigentlich hat er für seinen Vater nichts übrig, aber einen Schornstein zu erklimmen, um einem Menschen die Flucht aus dem Gefängnis zu ermöglichen - wow, das ist doch spannend! (Selbst wenn es für den Vater ist.)
Zu den "Zufällen": ach je, in (fast) jedem Hollywoodfilm oder jedem Krimi ist das doch genau so. Ich sehe das in diesem Buch als eine Art "Original" an, eine Vorlage, der sich die Unterhaltungsliteratur ausgiebigst bedient. Hier stören mich die Zufälle jedenfalls weniger als in modernen Erzeugnissen.
Da liest man nun schon 1 1/2 Monate und hat immer noch 500 Seiten vor sich
.
Das Gefühl kenne ich gut. Allerdings habe ich einige Ausflüge in andere Bücher unternommen, die ich aufgrund von Ermüdungserscheinungen dringend brauchte. Jetzt habe ich wieder mehr Elan und hoffe, das Buch noch in diesem Jahr zu beenden. Ob mir das gelingt, wird ganz von der Arbeitsbelastung abhängen. In einigen ruhigen Arbeitsnächten wid es mir gelingen, muss ich aber durcharbeiten, habe ich keine Chance.