4. Buch
Hier ging es mir ganz anders als dumbler. Neben dem Haus Gorbeau beschreibt Hugo auch die Straßen in Paris so bildhaft, dass ich sie mir lebhaft vorstellen konnte. Da war kein Wort langweilig oder zu viel. Die Räumlichkeiten im Haus - gut, da wäre etwas weniger vielleicht mehr gewesen, aber das ist eben Hugos Stil.
Sein "Stil", alles bis ins letzte Detail beschreiben zu wollen, angefangen bei der Auflistung der Materialien zur Fertigung des Hauses bis hin zu der Farbe der Tapete, ist für meinen Geschmack zuviel des Guten. Um bei dem Haus Gorbeau zu bleiben: Am Anfang des Kapitels stellte ich mir ein düsteres, verlassenes Haus vor mit eingeschlagenen Fenstern, abblätterndem Putz im Flur, knarrenden Stufen, kleinen Türmchen ... je weiter die Lektüre voranschritt, wurde meine Vorstellung durch die von Hugo ersetzt - ich wurde in meiner Phantasie beschnitten. Wenn ich das gewollt hätte, würde ich mir besser einen Film anschauen.
Bei der Beschreibung verschiedener Figuren und der von den Zuständen des Landes, die zu einem späteren Zeitpunkt noch auftauchen werden, kann ich hingegen nicht genug bekommen. Je feiner eine Figur beschrieben wird, umso besser kann man deren Handlung nachvollziehen, mit ihnen fühlen oder sie gänzlich ablehnen.
Gruß,
dumbler