Hi!
1. Buch
Ich wusste bisher von der Schlacht von Waterloo lediglich, dass Napoleon sie verloren hatte. Was Victor Hugo uns da serviert, ist in der Tat ein Drama im Drama. Die Szenen mit dem Hohlweg in der Schlacht und die Beschreibung desselben nach der Schlacht haben mich in diesem Teil ebenfalls am meisten beeindruckt.
Ich staune darüber, dass Hugo einen Roman dazu nutzt, die Beschreibung einer Schlacht einzubauen, die wohl mit der Geschichte, die er erzählen will, gar nichts zu tun hat. Noch mehr staune ich allerdings darüber, dass er die beschriebene Schlacht danach noch analysiert. Wieso hat er diesen Teil in den Roman eingeflochten? Er hätte ihn ja als eigenständiges Pamphlet über die Schlacht von Waterloo veröffentlichen können...
Auch wenn Victor Hugo unterhaltsam und auf sprachlich hohem Niveau schreibt: Ich erwische mich dann und wann mit dem Gedanken "So, ist gut jetzt mit den Beschreibungen, mach mal vorwärts, Victor..." Vor allem bei Sätzen, die vor lauter Aufzählungen nicht mehr enden wollen, wie beispielsweise im Kapitel "Cambronne" der Abschnitt, der mit "Mit einem solchen Wort den Blitz schleudern, der einen tötet, heisst siegen." Der folgende Satz hört einfach nicht mehr auf und er ist noch nicht mal der längste, der mir bisher untergekommen ist.
Solche endlosen Aneinanderreihungen nerven mich schon in den Büchern von Walter Moers (ohne den jetzt auf eine Stufe mit Hugo stellen zu wollen), das ist bei Hugo nicht anders. Und das, obwohl ich meist eine geduldige Leserin bin, die nicht im Schnellzugtempo durch die Seiten rauschen muss.
So weit meine Eindrücke. Ich freue mich jedenfalls schon, dass es im zweiten Buch offenbar wieder mit Jean Valjean weitergeht.
Liebe Grüsse
Alfa Romea