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  • Amos Oz - Eine Frau erkennen: 04. November 2006

Autor Thema: Amos Oz - Eine Frau erkennen  (Gelesen 1857 mal)

dubh

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Re: Amos Oz - Eine Frau erkennen
« Antwort #15 am: 19. November 2006, 10:52:26 »

Hallo Ihr beiden,

gerade sehe ich, dass ich noch nichts abschließendes geschrieben habe...
Vorneweg muss ich zugeben, dass ich noch nie ein Buch für eine Leserunde hier gelesen habe, zu dem etwas zu schreiben mir schwerer viel. Ehrlich gesagt hat mich Eine Frau erkennen doch etwas ratlos zurückgelassen - und auch ich habe beschlossen das Buch noch einmal zu lesen...
Die ersten Kapitel fand ich ziemlich interessant und auch spannend: ich wollte unbedingt wissen, wie es zu solch unterkühlten, abgeklärten Familienverhältnissen (was vor allem auch die körperliche Nähe angeht) kommen mag. Und dann war da noch der Schreibstil Oz´, der einen wie immer gefangen nimmt - auch wenn die Geschichte selbst anders erscheint als die von mir bisher gelesenen. Sämtliche Informationen über Joel wie zu Beispiel seinen Arbeitsbesuch in Bangkok oder aber die Aufklärung über Nettas "Problem" wurden von mir geradezu begierig aufgenommen - aber irgendwo bei Kapitel 24 hatte ich dann einen Durchhänger... Ich war einfach ziemlich ratlos, was das ganze eigentlich soll - was es dem/der LeserIn eigentlich mitteilen will. Als ich mich dann nach kurzer Pause wieder dahinter geklemmt habe lief es etwas besser - aber die ratlosen Momente, vor allem über Joel selbst, der bis dato keine großen Veränderungen anstrebte, obwohl er bestimmte Lücken und Nachholbedarf erkannte; aber auch mit den von Euch beschriebenen Wiederholungen längst bekannter Fakten wusste ich nichts anzufangen.
Der Schluß hingegen hat mich ein bißchen "versöhnt" - endlich unternimmt Joel etwas, packt sein dahinplätscherndes Leben (zumindest teilweise) an und gewinnt eventuell sogar Netta ein Stück weit zurück, indem er ihr Freiheit lässt und ihr "Problem" nicht mehr ständig in der Luft hängen lässt...

Genau wie Du, Saltanah, schon geschrieben hast: der fehlende rote Faden vermittelt zwar einiges über Joels Gemütszustand, macht es dem/der LeserIn (zumindest mir) teilweise unerhört schwer einen Zugang zur Geschichte zu finden...

Von daher bin ich ebenso gespalten wie Du, Tina: vom distanzierten, nüchternen Schreibstil bin ich -wie immer bei Oz- begeistert - zur Geschichte selbst hab ich ein sehr gespaltenes Verhältnis, aber definitiv "spielt" sie nicht "in der Liga" wie die anderen von Amos Oz.

Also ein eindeutiger Vormerker für einen re-read.

Liebe Grüße
dubh

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