Ach Tina, du armes, einsames, verlassenes Wesen!

Jetzt bist du nicht mehr allein. Ich bin unerwarteterweise erst heute nach Hause gekommen und musste mich dann erst mal eine Runde ins Bett legen, aber jetzt bin ich (endlich) wieder online.
Gelesen habe ich natürlich einige Kapitel, genauer gesagt bis Kapitel 15.
Wie erwartet ist auch dieses Buch hervorragend, wenn auch meine schwedische Übersetzung an einigen Stellen etwas unbeholfen wirkt. Ich liebe es, wenn man mitten in die Handlung geschmissen wird, und sich erst nach und nach zusammenreimen kann, was das für Menschen sind, von denen man liest. Es dauert ja einige Kapitel, bis Joels "Beruf" genannt wird, und noch länger, bis man von Nettas mysteriösem "Zustand" erfährt.
Wie Tina schon geschrieben hat, ist die Familie wirklich etwas sonderbar, wie sie da jeder für sich in der Wohnung vor sich hin lebt und sich nur selten am Esstisch versammelt. Dabei macht sie aber trotzdem einen harmonischen Eindruck und ich hatte das Gefühl, dass ihnen doch etwas aneinander liegt. Erst im 13. Kapitel wird deutlich, dass es zwischen den Ehepartnern doch einiges an Konflikten gab.
Erst ab diesem Kapitel kann sich Joel, der immer noch durch Ivrias Tod geschockt ist, auch an die negativen Seiten seiner Ehe - und an Ivrias negativen Seiten - erinnern. Jetzt beginnt er wohl damit, seine Frau im Nachhinein endlich verstehen zu wollen. Bisher wagte er das nicht, aus Angst sie zu verlieren, da ihm mehr an ihr lag als ihr an ihm. Also ließ er ihr auch gegen besseres Wissen Freiraum in der Behandlung von Nettas Krankheit, die Ivria als solch nicht anerkennen will. Am meisten erschreckt mich dabei, wie viel zwischen den Partnern unausgesprochen blieb; nicht nur über Joels Beruf darf nicht gesprochen werden, auch viele andere Themen sind "verboten".
Sehr undeutlich bleibt bisher Netta. Sie, um die sich eigentlich die Konflikte ranken, ist mir noch ganz unbekannt. Was in ihrem Kopf vorgeht wurde noch nicht geschrieben, würde mich aber sehr interessieren.