Hallo allerseits
Ist das wirklich Alt-/Mittelhochdeutsch, oder doch nur eine Phantasiesprache? Oder vielleicht einfach ein mit Fehlern (weil er ja eigentlich nicht schreiben, sondern nur lesen kann) gespicktes Mittelhochdeutsch?
Als ich das Buch gelesen habe, bin ich davon ausgegangen, dass es sich tatsächlich um Mittelhochdeutsch handelt, denn Umberto Eco ist ja ein sprachliches Genie.
Ich habe jetzt nochmal nachgeforscht und bei "ecoonline" Folgendes gefunden:
"Das Verfahren der Text-Montage greift Eco auch in seinem jüngsten Roman Baudolino wieder auf, und der Roman beginnt nicht ohne Grund bereits mit einer historischen Textmontage. Ein abgeschabtes Manuskript, auf dem gelegentlich Reste des Getilgten verbleiben, in Fraktur gedruckt, in einer Art lautmalerischem Mittelhochdeutsch verfasst führt die Leser/innen in die Handlung. Ein Fest der Zeichen gleich zu Beginn, wobei die gelegentliche Belanglosigkeit der erzählten Episoden und der unverhohlene, bisweilen vulgäre Sprachwitz verraten, was hier gefeiert wird ... Bemerkenswert und für die Interpretation von besonderem Interesse sind die autobiografischen Züge des Epos', die Eco von Anfang an nicht verschwiegen hat. Und tatsächlich: Baudolino ist mehr als ein historischer Roman wiederum ein Meta-Text, dessen Gegenstand der Text, das Schreiben, ist."
Ecos eigentliches Fachgebiet ist die Semiontik, die Lehre der Zeichen, wenn ich das jetzt richtig verstanden habe und ich kann mir nicht vorstellen, dass er bei diesen Details ungenau arbeitet.
Daniela
die im Geiste nochmal mitliest
