Angeregt durch Johnny D... äh, ich meine den unmittelbar bevorstehenden Kinostart von Alice im Wunderland

habe ich nun auch endlich diesen Kinderbuchklassiker gelesen, von dem ich bisher nur die Fernsehserie und den Disneyfilm kannte.
Irgendwie war das Buch anders, als ich es erwartet hatte! Die Wortspiele haben mich begeistert, genauso wie der ironische Humor. Beeindruckt war ich auch davon, wie authentisch die kindliche Logik von Alice rüberkommt - da waren Schlussfolgerungen dabei, die in dem Alter genauso gut (und falsch

) in meinem Hirn hätten passieren können. Diese Weltsicht als erwachsener Mann noch so zu "beherrschen", finde ich aber schon bemerkenswert. Überhaupt hätte es mich nicht gewundert, in einem viktorianischen Kinderbuch mehr erhobenen Zeigefingern und "Lehren" zu begegnen. Es wirkt aber vielmehr wie aus echter Kinderperspektive, und alles Moralisierende kommt mit sehr, sehr viel Ironie daher - bzw. ist sogar eher selbst das Ziel der Ironie, scheint mir (z.B. die Ratschläge, die Alice sich selbst erteilt, oder diese Herzogin mit ihren Sprichwörtern).
Allerdings war die Geschichte auch
noch ein bisschen abgedrehter als ich gedacht hätte (dass Lewis Carroll während des Schreibens meistens auf Laudanum war, glaub ich umg'schaut) - das fand ich manchmal nicht mehr witzig, sondern anstrengend.
Ich habe das Buch übrigens in der zweisprachigen Ausgabe von dtv gelesen, was ich sehr praktisch fand, da ich wirklich gerne das Original wollte, aber manches doch nicht so ohne Weiteres verstanden habe. Außerdem ließen sich die Wortspiele manchmal nicht wörtlich übersetzen, weshalb sich die deutschen Übersetzer dann auch noch etwas ähnlich Lustiges als Ersatz einfallen lassen mussten, wodurch ich sozusagen 2x zum Lachen kam!

Eigentlich würde ich die Fortsetzung mit den Spiegeln auch gerne wieder zweisprachig lesen, aber davon gibt es scheinbar keine solche Version.
