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Autor Thema: Chuck Palahniuk - Lullaby  (Gelesen 5651 mal)

Hanni

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Re: Chuck Palahniuk - Lullaby
« Antwort #15 am: 19. März 2008, 17:54:24 »

Im zweiten Anlauf habe ich es nun geschafft, das Buch zu Ende zu lesen.

Inhalt laut Amazon:

Mit leiser Stimme gesungen oder nur in Gedanken rezitiert, vermag ein afrikanisches Wiegenlied jeden zu töten, der es hört. Würde dieses Schlaflied durch Radio oder Fernsehen verbreitet, es brächte Millionen von Menschen die ewige Ruhe. Gemeinsam mit drei äußerst unterschiedlichen Mitstreitern, die alle auch ihre ganz eigenen Interessen verfolgen, begibt sich der Reporter Carl Streator auf eine phantastische Reise durch Amerika, um dieser unheimlichen Bedrohung Einhalt zu gebieten ...

Meine Meinung:

Das war mein erstes Buch von Palahniuk. Letztes Jahr hatte ich es zu lesen angefangen, dann aber wieder abgebrochen, weil mich der Anfang etwas verwirrte. Irgendwie hatte ich wohl versucht, mir einen Reim auf diese Spukhäuser zu machen und kam auch nicht ganz nach, wer da dieser Mensch ist, der Plastikhäuser bastelt und zerstört. Nun beim zweiten Anlauf habe ich nicht allzuviele Fragen gestellt und die Geschichte einfach auf mich zukommen lassen. Wie der Autor die Phobiker der Stille beschreibt, diese Lärmsüchtigen, und gleichzeitig die Antwort darauf, nämlich das Merzlied, ist einfach wunderbar. Die Menschheit und ihre Konsumsucht, ihre Lärmsucht und das Zerstören der Umwelt werden kritisch beleuchtet. Auf der anderen Seite sind da die vielen Todesfälle, welche durch das Merzlied ausgelöst werden. Ich frage mich, ob mit diesem Lied im Kopf nicht jeder zu einer tödlichen Waffe werden könnte?
 
Die Personen, aus der Perspektive von Carl Streator beschrieben, sind alles andere als sympathisch. Was mir nicht so gut gefiel, waren die teilweise doch ekelerregenden Beschreibungen gewisser Dinge. Ich mag Horror und Grusel ganz gerne, aber da waren dann ein paar Sachen dabei, die mir ein wenig zu weit gingen. Auch mit der Sprache hatte ich meine Mühe, es wurde sehr vieles aufgezählt, es gab teilweise Wortwiederholungen, kurz gesagt, es wirkte auf mich als hätte der Autor geschrieben wie ihm die Klappe gewachsen ist. Was mich aber nicht davon abhalten wird, wieder mal in ein Buch dieses Autors in die Hand zu nehmen.

Von mir bekommt das Buch:
 3ratten

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Liebe Grüsse
Hanni

chil

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Re: Chuck Palahniuk - Lullaby
« Antwort #16 am: 19. März 2008, 20:44:12 »

@ chil: antwort... zwar spät aber doch.  :smile:

den abzugspunkt gibts bei mir dafür, dass ich mir ein bisschen was anderes erwartet hätte.
das thema an sich war gruselig - aber sonst nicht so wirklich viel. vielleicht war es das was mir abgegangen ist.
für fünf ratten hat es eben nicht gereicht.

alles liebe
mara  :winken:

Macht ja nix  :zwinker: Mich hats nur interessiert. Sorry übrigens - diesmal hab ich ein wenig länger gebraucht  :breitgrins:
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Re: Chuck Palahniuk - Lullaby
« Antwort #17 am: 26. Mai 2008, 10:31:44 »

Ich habe das Buch auch vor kurzem gelesen, weil ich von "Fight Club" total begeistert war. Palahniuks Stil ist zwar gewöhnungsbedürftig, an den ich mich erstmal gewöhnen musste, aber dann fand ich es total klasse - vor allem sein Sarkasmus wird so richtig deutlich. Vielleicht war mit "Fight Club" die Messlatte ganz hoch oben angelegt, denn Lullaby hat mich eher enttäuscht als überzeugt.. Die Idee finde ich klasse, der Anfang hat mich richtig mitgerissen, aber dann wurde die ganze Geschichte - für mich - einfach nur noch konfus und übertrieben. Vor allem diese Hexen-Elemente haben mich irgendwie gestört, auch wenn ich gar nicht so genau sagen kann warum  :smile:
Vielleicht war es das falsche Buch zur falschen Zeit, aber auf jeden Fall gibt es von mir (leider nur)  3ratten. Mein letzter Palahniuk wird es trotzdem nicht gewesen sein!
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kathchen

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Re: Chuck Palahniuk - Lullaby
« Antwort #18 am: 02. November 2008, 02:15:30 »

Chuck Palahniuk - Lullaby


Klappentext:

Mit leiser Stimme gesungen oder nur in Gedanken rezitiert, vermag ein afrikanisches Wiegenlied jeden zu töten, der es hört. Würde dieses Schlaflied durch Radio oder Fernsehen verbreitet, es brächte Millionen von Menschen die ewige Ruhe. Gemeinsam mit drei äußerst unterschiedlichen Mitstreitern, die alle auch ihre ganz eigenen Interessen verfolgen, begibt sich der Reporter Carl Streator auf eine phantastische Reise durch Amerika, um dieser unheimlichen Bedrohung Einhalt zu gebieten ...

Meine Meinung:

Carl Streator, Reporter, wird zu mehreren Todesfällen von Kleinkindern gerufen, doch alle gehen davon aus, dass es sich bei der Todesursache um den plötzlichen Kindstod handelt. Allerdings wird Streator skeptisch, als in jedem Kinderzimmer der gleiche Gedichtband liegt und er findet heraus, das ein Wiegenlied - das "Merzlied" - dazu imstande ist, zu töten. Sobald man jemandem dieses Lied aufsagt, stirbt die betreffende Person.
Zusammen mit der Maklerin Helen, ihrer Sekretärin Mona und deren Freund Oyster macht sich Carl auf den Weg durch die USA um dieses Gedicht zu vernichten und das Hexenbuch "Das Buch der Schatten", indem der Originaltext stehen soll, ebenfalls zu beseitigen.

Das war mein erstes Buch von Palahniuk und es hat mir sehr gut gefallen. Schon alleine die Idee finde ich sehr interessant. Ein Lied, dass den Menschen zwar Ruhe in dieser lauten Welt beschert, aber einen selbst zum Mörder macht. Ich fand es sehr beängstigend, wie leicht und kaltblütig Streator oder Helen (fremde) Menschen einfach umgebracht haben.
Auch die vielen Anzeigen für Sammelklagen fand ich sehr interessant und belustigend, dass hat das ernste Thema teilweise etwas aufgelockert.

Mein einziger Kritikpunkt ist, dass es für mich an manchen Stellen etwas durcheinander war und ich manche Szenen zweimal lesen musste, bis ich es genau verstanden hatte.

Aber nichtsdestotrotz ein sehr gutes Buch und ich werde ganz bestimmt noch mehr von Palahniuk lesen.
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Annabas

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Re: Chuck Palahniuk - Lullaby
« Antwort #19 am: 08. Januar 2009, 21:54:35 »


Chuck Palahniuk - Lullaby

Die Inhaltsangabe wurde in diesem Thread schon genug beschrieben, ich spare sie mir heute.

Meine Meinung:

Dies war mein erstes Buch von Palahniuk und es hat mich nicht wirklich überzeugt.

Ähnlich wie Hanni habe ich zunächst für die aufgeworfenen Fragen eine Lösung oder wenigstens eine Spur zur Lösung erwartet, aber beides bietet Palahniuk nicht an. Erst als ich die Welt, wie er sie beschrieben hat, einfach mal "geschluckt" habe, konnte ich gut weiterlesen.

Die Idee, dass man mit einem Lied - auch wenn man es nur denkt - töten kann, ist sehr gut und meiner Meinung nach hätte man mehr draus machen können. Palahniuk lässt aber reihenweise beliebige Leute einfach tot umfallen, das ist weder spannend noch gruselig. Auch die schon bei anderen Rezensionen erwähnten Ekelszenen sind plakativer als nötig, zu dick aufgetragen, als wolle der Autor den Leser nochmal extra darauf hinweisen, dass er sich so was traut zu schreiben. Mich bringt das eher zum Gähnen.

Es gibt in dem Buch durchaus interessante Ideen, die man hätte weiter ausbauen können, z. B. die Spukhäuser, aber Palahniuk lässt viel einfach im Sand verlaufen, was irgendwann enttäuscht und langweilig wird.

Wirklich originell fand ich nur den Schluss (mit Helen und Sarge), das war überraschend und witzig.

Von mir gibt es leider nur 2ratten

Viele Grüße von Annabas
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Grizsdina

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Re: Chuck Palahniuk - Lullaby
« Antwort #20 am: 22. Januar 2009, 18:46:54 »

Ahhh, Chuck ist toll!
Einer meiner absoluten Lieblingsautoren! Lullaby fand ich aber auch nicht wirklich gut. Gibt wesentlich bessere von ihm.
@Annabas: Ich würde Chuck an deiner Stelle noch mal eine Chance geben! Besonders empfehlen kann ich da "Flug 2039" oder "Der Simulant".
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Curly

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Re: Chuck Palahniuk - Lullaby
« Antwort #21 am: 23. Januar 2009, 21:35:06 »

Mir ging es ehrlich gesagt genauso wie Annabas. Mein erster Palahniuk und ich bin nicht wirklich überzeugt. Die Kritikpunkte kann ich voll und ganz übernehmen. Wäre das Buch dicker gewesen, hätte ich es vermutlich abgebrochen, aber so ging es gerade so!

Gibt wesentlich bessere von ihm.
@Annabas: Ich würde Chuck an deiner Stelle noch mal eine Chance geben! Besonders empfehlen kann ich da "Flug 2039" oder "Der Simulant".
Ich nehm mir das mal zu Herzen. Ansonsten hätte ich ihn jetzt von meiner Autorenliste gestrichen  :smile:

Von mir gibt es für Lullaby
 1ratten

LG Curly
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mohan

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Re: Chuck Palahniuk - Lullaby
« Antwort #22 am: 24. Januar 2009, 14:59:09 »

Das ernsthafte Anliegen des Buches (wie hier im Thread bereits skizziert) in Verbindung mit der brutalen Umsetzung erzeugt eine gewisse Unruhe. Ähnlich der Wirkung des Schlafliedes hat Palahniuk seinen Text konstruiert. Die Sätze lesen sich, zumindest im Original, wie die Wirkung einer scharfen Waffe.
Was mir nicht so gefällt: Die Affekte sind in der Beschreibung ein wenig dünn geraten. Die Geschichte wird - zumindest für Palahniuk - etwas trocken erzählt.
Aber das Buch gefällt mir immer noch besser als die meisten anderen Genrebeiträge der letzten Jahre.
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Grizsdina

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Re: Chuck Palahniuk - Lullaby
« Antwort #23 am: 24. Januar 2009, 19:08:48 »

@Curly: Das freut mich (also, dass du dir das Geschrieben zu Herzen nimmst  :zwinker:  )!
Wenn du magst, kannst du ja "Bericht erstatten", wenn du ein anderes Buch von Chuck gelesen hast.
Würde mich mal interessieren, ob er dich beim 2.Anlauf überzeugen kann.
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Wendy

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Antw:Chuck Palahniuk - Lullaby
« Antwort #24 am: 10. November 2009, 19:41:12 »

Hallo ihr Lieben!

Ich befinde mich wieder mal in einer Palahniuk-Phase, daher musste eines der wenigen ungelesenen Bücher herhalten. Und hier gibt's auch schon die Rezi:

Meine Meinung:
Der Anfang dieses Buches ist wie ein Sprung ins kalte Wasser - aber in kaltes, bekanntes, lieb gewonnenes Wasser. Denn man spürt den Chuck Vibe sofort.  :breitgrins: Verrückte Sachen passieren, man weiß noch gar nicht so recht, worum es eigentlich geht und wird schon mit Phrasen beworfen, die einem bis in den Schlaf folgen. "These sound-aholics. This calm-ophobics." Großartig.

Dass die Handlung von der einfachen, wenn auch schon außergewöhnlichen Idee in ein völlig abgefahrenes Abenteuer abdriftet, hätte ich eigentlich erwarten müssen. Dieses tödliche Wiegenlied ist nur der Anfang. Denn sobald Carl Streator einmal herausgefunden hat, dass es dieses Lied gibt und welche Wirkung es hat, stellt sich ihm ein moralisches Dilemma dar. Was hält ihn denn eigentlich davon ab, alle Leute, die ihm auf den Geis gehen, praktisch dahinzuschlachten?

Im Sinne der Menschheit entscheidet er sich natürlich dafür, alle Exemplare dieses teuflischen Liedes zu vernichten. Die Charaktere, mit denen er dabei auf Reisen geht, sind allesamt schrecklich unsympathisch (wobei ich auch ihn selbst nicht wirklich mochte) und schaffen es auch durch ihre Exzentrität nicht zu punkten. Besonders die Hexenkult-Momente gingen mir tierisch auf die Nerven. Naja. Bei Chuck kann man sich eben nicht immer aussuchen, welche Subkultur er uns Lesern näherbringt.

Im Großen und Ganzen ein gutes Buch, wenn auch mit leicht unbefriedigendem Ende und unsympathischen Charakteren. Man konnte den Chuck fühlen.  :breitgrins: Aber so umwerfend wie manch anderes seiner Bücher war es nicht, da es vor allem gegen Ende etwas zu schwächeln und die Handlung dünner zu werden begann.

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