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Autor Thema: Warum an einem einzigen Genre kleben?  (Gelesen 2455 mal)

Liz

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Warum an einem einzigen Genre kleben?
« am: 15. September 2004, 11:34:44 »

Hallöle allerseits,
ich lese öfters in den Bücherforen, dass es Leute gibt, die fast ausschliesslich Bücher eines einzigen Genres lesen, z.B. nur Klassiker, nur Fantasy etc. oder sogar sagen: "Iihh...Krimis - mag ich gar nicht!"

Woran liegt das? Sicher u.a. weil es genügend Stoff aus dem Lieblingsbereich gibt - aber weiss der "Ein-Genre-Leser" denn überhaupt, was ihm da alles entgehen könnte?

Ich gestehe, ich hab bis vor kurzem auch fast nur historische Romane, Thriller und Biografien gelesen, aber irgendwann hat meine Neugierde einfach gesiegt. Mittlerweile wage ich mich sogar an Fantasy, was mir zu Anfang dieses Jahres noch total bescheuert vorgekommen wäre...  :redface: aber allein wg. Tad Williams hat sich das gelohnt...  :smile:

So geht mir das mit einigen literarischen Vorurteilen momentan - ich hab zwar immer noch meine Lieblingsgebiete, aber ich bin auf andere Sachen durchaus neugierig und entdecke da so einige Perlen, die mir vorher so entgangen wären.

Wie haltet ihr es mit dem "Blick über den literarischen Tellerrand"? :-)

Viele Grüsse
Liz
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Viele Grüße
Liz

sandhofer

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Genre
« Antwort #1 am: 15. September 2004, 11:57:09 »

Hallo zusammen!
Hallo Liz!

Hm. Nach Deiner Einteilung würde ich auch zu denen gehören, die nur ein Genre lesen: Klassiker. Nun sind allerdings Klassiker kein Genre, imho. Wenn ich einen Klassiker lese, kann ich Fantasy lesen (Goethes Märchen), einen Krimi (E.A. Poe, E.T.A. Hoffmann), Gruselgeschichten (E.A. Poe), Liebesgeschichten (Goethes Wahlverwandtschaften), Science Fiction (H.G. Wells), historische Romane (Bulwer Lytton) etc. etc.

Und ich habe die Gewissheit, dass, was ich lese, gut ist. Während mich die meisten Neuerscheinungen der letzten 15, 20 Jahre enttäuscht haben. Was zugegeben ein Teufelskreis ist: Je mehr Gutes man liest, umso höher schraubt man die Ansprüche.

Grüsse

Sandhofer
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Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen. (Karl Kraus)

Kringel

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Warum an einem einzigen Genre kleben?
« Antwort #2 am: 15. September 2004, 11:59:23 »

Liegt vielleicht daran: "Was de Bauer net kennt, des frisst er net", wie man bei uns in Roihesse so schön sagt. Vielleicht trauen sich deshalb viele nicht, auch mal etwas außerhalb der von ihnen bevorzugten Genres zu lesen. Dabei kann man da ganz herrliche Entdeckungen machen...
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sandhofer

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schneller
« Antwort #3 am: 15. September 2004, 12:08:36 »

Hi Kringel!

Diesmal war ich schneller!  

... Aber schon wieder fast gleichzeitig im selben Thread ...

Nachdenklichst

Sandhofer
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Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen. (Karl Kraus)

Vandam

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Warum an einem einzigen Genre kleben?
« Antwort #4 am: 15. September 2004, 12:35:20 »

Als einen ein-Genre-Leser sehe ich mich nicht. Ich musste mich schon rein beruflich in alles nur Erdenkliche einlesen.

Es gibt allerdings Genres, für die ich mich nie so recht erwärmen konnte. Wenn ich Rezensionen machen muss, schreib ich immer auf meinen Präferenzzettel: "Bitte keine Kurzgeschichten! Keine Sachbücher über Krieg oder Sport und keine Liebesromane."

Ist aber auch grad wurscht, ich krieg eh immer das dickste Buch. Wenn ich muss, lese ich alles.

Ich hab auch kein wirkliches igittigitt-Genre, greife aber aus eigenem Antrieb nicht unbedingt zu Liebesromanen und auch nicht zu Klassikern. Für die ersteren fehlt's mir an Romantik, für die zweiteren an Intellekt.

Und auch bei allzu "künstlerischen" Kurzgeschichten steige ich oft aus. Da ist mir am Ende der Geschichte meist noch zu viel offene Handlung übrig.

Empfiehlt mir jedoch jemand, auf dessen Urteil ich was gebe, etwas aus einem Genre, das mir fern liegt, bin ich gern bereit, es mal damit zu versuchen.

Ingroscha

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Warum an einem einzigen Genre kleben?
« Antwort #5 am: 15. September 2004, 13:21:06 »

Huhu,
vielleicht kann ich es einmal so formulieren:
Ich sperre mich nicht grundsätzlich gegen bestimmte Genres aber ich präferiere einige. Ich habe früher (das ist schon einige Jahre her) ausschließlich F/SF gelesen und mich dann aber neugierig auch an andere Genres gemacht. Krimis haben mir dabei z. B. einfach nicht gefallen, vermutlich hatte ich aber auch einfach die falschen Titel in der Hand.
Ich bin offen für alles Neue und über dieses Forum bekommt man auch einen klasse Überblick über die Vielfalt in der Literatur und viele versteckte Perlen   :breitgrins:

Das Forum hat sogar meine Neugierde an Diana Gabaldon geweckt und dabei sind Liebesgeschichten eigentlich gar nicht so mein Ding. Ich bin gespannt ob es mir trotzdem gefallen wird  :smile:
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LG Ingroscha 
*Mantra murmelt*: "Bücher sind zum Lesen da, nicht zum Rumstehen."
Und Zitat Annabas: "Dieses Jahr wird alles besser."  :smile:

Sternchen28

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Warum an einem einzigen Genre kleben?
« Antwort #6 am: 15. September 2004, 13:47:28 »

So, nun auch mal ich ...

Ich bin eine Leserin, die gern Romantik / Krimi / Historische Roman liest, auch mal eine Biographie oder ein anderes Sachbuch.

An SF oder Fantasy-Romane trau ich mich gar nicht ran, ebenso an Stephen King.

Was mach ich wenn ich mir so ein Buch kaufe und es mir dann nicht gefällt. Dann ärgere ich mich schwarz. Also warte ich bis mir jemand mal ein Buch aus den Kategorien schenkt und da das nicht passiert werde ich wohl davon gar nichts lesen.

Eine zeitlang ... und dafür schäme ich mich total ... hab ich nur und ausschließlich die Liebesromane von Cora gelesen  :redface:  :redface:  :redface:
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Wer der Sonne entgegen wandert, läßt die Schatten hinter sich

Marypipe

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Warum an einem einzigen Genre kleben?
« Antwort #7 am: 15. September 2004, 14:28:33 »

Also ich würde mich auch nicht als "Ein-Genre"- Leserin bezeichnen, obwohl ich natürlich schon so meine Favoriten habe. Ich lese gerne Thriller, in denen es um Entdeckungen oder Archäologie geht. Aber genauso lese ich auch Krimis oder hab jetzt zum Beispiel mal mit Fantasy angefangen. Um ehrlich zu sein schau ich bei Büchern erstmal auf den Klappentext und nicht auf das Genre. Gefällt mir der Klappentext bzw. interessiert er mich, dann wirds gekauft. Aber es gibt schon so Sachen, die ich niemals anrühren würde, wie z.B alle Sachen, die mit Hera Lind zu tun haben (hab ich schon erzählt, daß ich ne Wahnsinns-Phobie gegen diese Frau habe?) mitsamt allen Emanzenromanen die auf dem Markt sind.
Mich interessiert Science Fiction sehr, aber irgendwie hab ich mich noch an kein Buch rangewagt, da ich offen gesagt angst hatte, ich versteh sie nicht, weil da immer so viele technische oder atmosphärische Sachen drin vorkommen und so sachen kann ich mir nicht merken  :redface:

Aber ansonsten bin ich offen für alles. Und les auch gerne Klassiker wie von Novalis, Ludwig Tieck, von Eichendorff oder auch E.T.A Hoffmann. (Ich weiß, ich bin halt ein Fan der Romantik- Epoche, die für mich die beste war. Schöne Texte, schöne Ansichten)
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Kiala

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Warum an einem einzigen Genre kleben?
« Antwort #8 am: 15. September 2004, 14:33:31 »

Zitat
von Sternchen:
Eine zeitlang ... und dafür schäme ich mich total ... hab ich nur und ausschließlich die Liebesromane von Cora gelesen  


Da gibt es nichts zu schämen! Einige sind wirklich nicht schlecht. :smile:
Viele Cora-Bücher werden ja jetzt im Mira-Verlag neu aufgelegt und die zu kaufen schämen sich die Leute ja auch nicht!


Was Science Fiction und Fantasy angeht:
Falls Du mal etwas lesen möchtest, solltest Du eher mit einem Fantasy-Roman anfangen.
Davon konnte ich meine beste Freundin auch überzeugen, SF hingegen kann sie immer noch nicht leiden. Obwohl ich "Tia" von Anne McCaffrey eigentlich für eine ganz gute Wahl zum Einsteigen hielt . :sauer:

Ich werde mal überlegen, was ich Dir so empfehlen kann.

Ich selbst fühle mich an kein Genre gebunden und lese wild durcheinander.
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Grisel

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Warum an einem einzigen Genre kleben?
« Antwort #9 am: 15. September 2004, 16:05:54 »

Hi!

Ich bin zwar keine Ein-Genre-Leserin, aber ich habe einen starken Schwerpunkt auf einem, und zwar historischen Romanen. Was ich nicht als Problem sehe, da das so ein weites Feld ist. Daneben noch Fantasy und SF, und anderes. Anderes ist das magische Wort, da können sich Bücher aller möglichen Genres tummeln, wenn sie nur inhaltlich interessant sind.
Ich meide Liebesromane, Thriller und Krimis, aber nicht ohne Bücher dieses Genres zu kennen, und Ausnahmen gelten zu lassen. Aber die liegen mir einfach nicht. Zumindest aktuell. Wer weiß, was ich in 10 oder 20 oder etc. Jahren lese.

Bye,

Grisel
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Wendy

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Warum an einem einzigen Genre kleben?
« Antwort #10 am: 15. September 2004, 16:21:36 »

Hmm... sehr interessante Frage. Ich war lange Zeit auch so eine Ein-Genre-Leserin (Fantasy) und hab mich dann aber irgendwie "weitergetastet". Da liest man mall ein Fantasybuch mit Thriller-Elementen und wagt sich dann einfach an einen "puren" Thriller oder ein Horrorbuch ran. Ich hätte früher zB nie Romanzen gelesen, aber dank Nicholas Sparks lese ich jetzt zumindest SEINE Romanzen  :breitgrins: .

Ich glaube, dass die wenigsten Ein-Genre-Leser wissen, was ihnen entgeht, sonst würden sie es sich ja nicht entgehen lassen  :rollen: . Trotzdem... solange man Spaß mit dem hat, was man liest, ist halt auch nicht so sehr das Bedürfnis da, was anderes zu probieren. So hab ich mich zwar schon durch alle Genres gewälzt, aber lese eigentlich so gut wie nie Krimis. Einfach, weil ich es gar nicht nötig habe, weil es so viele andere gute Bücher gibt, in anderen Genres, die meine Zeit in Anspruch nehmen.

Trotzdem glaube ich, dass man die Genre-Vielfalt zumindest zu einem Teil ausnutzen sollte. Sonst wird einem das auch mal zu einseitig. Ich könnte ja auch nicht den ganzen Tag nur Talkshows schauen (da würde ich sowieso die Nerven wegwerfen  :breitgrins: )
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Anna

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Warum an einem einzigen Genre kleben?
« Antwort #11 am: 15. September 2004, 16:22:56 »

Ich habe auch einige Genres, die ich bevorzugt lese: Fantasy, Historische Romane, Zeitgenössische Literatur, Klassiker.. mit Krimis konnte ich bis jetzt nicht viel anfangen, aber vielleicht habe ich auch einfach nur die falschen Bücher in die Hand bekommen. An SF habe ich mich bis jetzt auch nicht herangetraut - das Genre scheint mir so unüberschaubar. Aber wenn jemand einen Tipp hat, womit man am besten in SF einsteigen kann, gerne her damit!

@Sternchen: Fantasy ist ja auch nicht gleich Fantasy. Es gibt sehr viele Bücher dieses Genres die auch eine schöne Liebesgeschichte enthalten oder "historisch" angehaucht sind.. da könnten wir dir hier bestimmt einiges empfehlen.
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Wendy

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Warum an einem einzigen Genre kleben?
« Antwort #12 am: 15. September 2004, 16:30:33 »

Zitat von: Anna
@Sternchen: Fantasy ist ja auch nicht gleich Fantasy. Es gibt sehr viele Bücher dieses Genres die auch eine schöne Liebesgeschichte enthalten oder "historisch" angehaucht sind.. da könnten wir dir hier bestimmt einiges empfehlen.


*zustimm* Das hab ich mir auch schon gedacht. Ich glaube, das gilt auch für jedes Genre. Klassiker zB gibt's ja praktisch in jedem Genre und in jedem Genre gibt's verschiedene "Untergenres".
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Tamora DeLoessian

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Warum an einem einzigen Genre kleben?
« Antwort #13 am: 15. September 2004, 16:42:02 »

Zitat von: Wendy
Trotzdem... solange man Spaß mit dem hat, was man liest, ist halt auch nicht so sehr das Bedürfnis da, was anderes zu probieren.


Da stimme ich absolut zu... ich denke, wir lesen alle doch, um Spaß zu haben - und wenn einem ein bestimmtes Genre besonders zusagt, dann ist es halt so. Von wegen man könne dadurch etwas anderes verpassen - es gibt schon in den einzelnen Genres so viel zu lesen und zu entdecken, man kann sowieso nicht alles kennen. Und meistens ist es auch phasenweise unterschiedlich, was man liest. Eine zeitlang lese ich hauptsächlich witzig-romantisches à la Bridget Jones, zur Zeit wiederum meist Fantasy/SF - hängt auch sehr stark von der jeweiligen Laune ab... ich glaube, es gibt wohl kaum jemanden, der wirklich sein ganzes Leben lang nur ein Genre liest...
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Nevermore

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Warum an einem einzigen Genre kleben?
« Antwort #14 am: 15. September 2004, 21:30:55 »

Hi,

also, ich denke durchaus, dass einem was entgeht, wenn man immer nur die gleichen Genres liest. Aber natürlich merkt man das nicht selbst, weil man ja gar nicht weiß WAS einem entgeht...  :rollen:

Ich hab über eine lange Zeit hinweg auch keine Krimis gelesen, weil mich alle nur gelangweilt haben. Was ich nämlich gar nicht haben kann, sind diese Krimis, in denen ein Kommisar ermittelt und alles aus dessen Sicht beschrieben wird. Im Fernsehen mag ich das gern, aber nicht im Buch. Dann habe ich zufällig "Barins Dreieck" von Hakan Nesser gelesen und ich war begeistert  :klatschen: Ein klassischer Krimi ist das nämlich wirklich nicht, aber einfach toll.

bye N.
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