Hallo Kati,
so, ich habe es geschafft: Ich habe das Buch heute beendet!

Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass ich ein paar Seiten übersprungen habe, da mich diese endlosen Geschichten irgendwann echt aufgeregt haben und auf den letzten ca. 200 Seiten klar wird, dass die Geschichten GAR NICHTS mit der Handlung um Ronan zu tun haben!

Aber hier gleich
meine Meinung zu dem Buch:
Im Irland der 50er Jahre erhält die Familie O'Mara eines abends Besuch von einem reisenden Geschichtenerzähler. Ronan, der kleine Junge der Familie ist total begeistert von dem Geschichtenerzähler und entsprechend entsetzt, als seine Mutter Alison den Mann kaum 2 Tage später vor die Tür setzt. Von da an besteht das Ziel von Ronan darin den Geschichtenerzähler wieder zu finden.
So weit die Handlung um Ronan. Der zweite Handlungsstrang sind Geschichten aus Irland, die entweder der Geschichtenerzähler selber oder später dann Ronan bzw. auch diverse andere Personen zum Besten geben. Diese Geschichten sind an und für sich sehr schön zu lesen und teilweise auch sehr spannend und informativ, jedoch im Laufe des Buches stellten diese Geschichten für mich ein immer größeres Ärgernis dar, da sie natürlich immer dann erzählt werden mussten, wenn eigentlich andere Dinge viel wichtiger waren und ich mich nur in meinem Lesefluss gestört gefühlt habe.
Zu Beginn habe ich noch gedacht, dass diese Geschichten einen höheren Sinn verfolgen und sich am Ende des Buches alles zusammenfügt. Am Ende des Buches wird jedoch klar, dass diese Geschichten wirklich nur die Historie von Irland näher bringen sollen und der Autor wohl seiner Heimat eine riesige Widmung in Form dieses Buches schreiben wollte.
Der Handlungsstrang um Ronan war für mich zuerst spannend, dann lösten sich einige Ungereimtheiten und ich war auch zufrieden, aber dann driftete die Geschichte leider komplett ab und ich konnte nur noch Kopf schüttelnd das Buch in der Hand halten. Aus einem ausgeglichenen mit viel zu viel Liebe überschütteten Junge, wird ein egoistischer und jähzorniger Jugendlicher, der schließlich für mich gefühlt, durchdreht und alles hinschmeißt, was ihm zuerst so wichtig war. Dabei verletzt er alle Menschen, die nur für ihn da waren und badet dabei selber auch noch intensiv in Selbstmitleid.
Bis zu diesem Punkt war es noch so, dass das Buch mich nicht gerade gefesselt hatte, aber es doch ganz Ok zu lesen war. Ab diesem Punkt musste ich erstmal die Selbstmitleids- und -findungstour von Ronan überspringen und ein paar Seiten später weiter lesen, in der Hoffnung, dass noch alles zu einem würdigen Abschluss findet. Den Abschluss gab so halbwegs, auch wenn das Selbstmitleid nicht aufhört und die Auflösung der letzten Geheimnisse um die Familie O'Mara für mich zum einen nicht mehr so besonders überraschend waren und zum anderen die Erklärung des frostigen Verhaltens von Alison gegenüber Ronan gar nicht und gegenüber dem Geschichtenerzähler nur fadenscheinig begründet wurde.
Alles in allem bin ich sehr enttäuscht von diesem Buch und vergebe gerade noch

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Die Idee die Geschichten und Sagen von und über Irland in einem Buch zu verpacken ist an und für sich nicht schlecht, aber dann sollte das auch bitte so angekündigt werden und nicht mühsam eine Handlung darum geschrieben werden, damit es als Roman verkauft werden kann.
@Kati: Ich bin dir wirklich nicht böse, wenn du das Buch nicht zu Ende liest. Empfehlen kann ich es auf keinen Fall!
@Avila: Jetzt steht meine Empfehlung fest: Das Buch würde ich nicht mehr lesen! Höchstens als nettes Sagenbuch zu Irland, aus dem man sich die einzelnen Geschichten über Irland immer mal wieder heraussucht!

Liebe Grüße
Tammy
