
InhaltAnne Elliot, Ende Zwanzig, hat die Hoffnung auf eine Heirat aufgegeben. Fast acht Jahre ist es her, dass sie sich von ihrem Vater und der mütterlichen Freundin Lady Russell überreden ließ, den Heiratsantrag von Frederick Wentworth zurückzuweisen: Der unvermögende, aus bürgerlichen Verhältnissen stammende Wentworth schien ihnen nicht standesgemäß.
Fortan hat Anne freudlos bei ihrem Vater auf dessen Herrensitz Kellynch Hall gelebt, aus Wentworth hingegen ist ein wohlhabender und weltgewandter Marineoffizier geworden.
Als er und Anne einander unerwartet wieder begegnen, beginnt eine zaghafte Annäherung - nicht ohne Missverständnisse und Eifersucht, denn während Annes geistreicher Verwandter William ihr den Hof macht, flirtet Wentworth mit der lebenslustigen Louisa Musgrove...
Meine MeinungDas war mein 3. Buch von Jane Austen, und ich bin ziemlich beeindruckt davon, dass es wieder etwas ganz anderes ist.

Diese Geschichte ist melancholischer und ruhiger, es gibt viel mehr Gedankengänge als Aktivität. Aber damit passt es gut zu Anne, die mit Ende 20 ja auch schon reifer ist. Anne war mir sympathisch, aber viel zu passiv. Es hat mich geärgert, dass sie sich nur über ihre "Nützlichkeit" definiert hat. Ich kann zwar gut verstehen, dass sie sich bei ihren Verwandten, die sie wegen ihrer Nützlichkeit geschätzt haben, wohler gefühlt hat - aber das ist kein Grund, sich nur darüber zu definieren und einzig in der Aufgabe der Nützlichkeit aufzugehen. Zum Glück ändert sich das ja im Verlauf der Geschichte und Anne wird mutiger.
Über ihre Familie habe ich mich zwar aufgeregt, aber es waren doch keine wirklichen Hass-Charaktere dabei. Es gab ein paar Szenen, die mich sehr bewegt haben, besonders natürlich der Brief (und die Umstände des Schreibens). Man leidet mit den beiden mit, hofft und bangt, denn schließlich ist das Thema "Liebt er/sie mich (noch)?" ja immer aktuell. Die Beschreibung der vielen verschiedenen Personen und besonders ihre Schwächen, Eigenarten und Vorbehalte haben mich wieder sehr amüsiert.