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Autor Thema: Literatur in fremden Ländern - Teil 3: Russland  (Gelesen 4647 mal)

Bluebell

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Literatur in fremden Ländern - Teil 3: Russland
« am: 12. Oktober 2006, 15:22:29 »

Liebe alle,

ich hoffe, es hat niemand etwas dagegen, dass ich K. Mays schöne Idee mit der literarischen Weltreise aufgreife. Da seit Teil 2 schon wieder über zwei Wochen vergangen sind, werfe ich hiermit Russland in die Runde!  :smile:

Was sind eure Erfahrungen mit russischer Literatur?
Gibt es eurer Meinung nach bestimmte Charakteristika, irgendetwas "Typisches" (oder auch Stereotypes)?
Habt ihr besondere Empfehlungen, wie man an die Klassiker wie Tolstoi, Dostojewski, Puschkin usw. herangehen sollte?
Welche zeitgenössischen Autoren gefallen euch, aus welchen Genres?
Aus dem Indien-Thread geklaut: Was gilt in Russland als Schullektüre, was sind die momentanen Bestseller?

Freu mich schon auf eure Antworten!
Bluebell :blume:
« Letzte Änderung: 12. Oktober 2006, 15:32:05 von Bluebell »
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sandhofer

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Re: Literatur in fremden Ländern - Teil 3: Russland
« Antwort #1 am: 12. Oktober 2006, 17:45:39 »

Liebe alle,

Liebe Bluebell alleine,

Was sind eure Erfahrungen mit russischer Literatur?
Gibt es eurer Meinung nach bestimmte Charakteristika, irgendetwas "Typisches" (oder auch Stereotypes)?

Lies keinen russischen Romancier! Lies lieber das Telefonbuch: Da hast du mehr Handlung und weniger Personal.

Grüsse

Sandhofer
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Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen. (Karl Kraus)

HoldenCaulfield

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Re: Literatur in fremden Ländern - Teil 3: Russland
« Antwort #2 am: 12. Oktober 2006, 18:01:06 »

Lach im Gegensatz dazu mag ich Russische Romane sehr gern- zumindest Tolstois Anna Karenina habe ich verschlungen- aber Sandhofer hat schon recht es gibt seeeeehr viele Personen und ohne Personendiagramm kann man leicht den Überblick verlieren vorallem wenn man die ganzen Russischen Namen nicht gewohnt ist.

Andererseits kann man auch einfach mal Polina Daschkova lesen oder Alexandra Marinina es muss ja nicht immer gleich die hochtrabende Literatur sein. Beides sind Krimiautorinnen und lesen sich ganz gut.
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"[...] wir sind hier alle verrückt. Ich bin verrückt, du bist verrückt" *L.Carroll*

Mein Interview mit Gail Carriger :elch:
Sonnenschirm

dora

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Re: Literatur in fremden Ländern - Teil 3: Russland
« Antwort #3 am: 12. Oktober 2006, 18:34:08 »

Lies keinen russischen Romancier! Lies lieber das Telefonbuch: Da hast du mehr Handlung und weniger Personal.

Bööööööööser Sandhofer!!!!!!!...aber vielleicht sind die schweizer Telefonbücher anders als die anderen? :zwinker:

@all die anderen: Oblomov von Ivan Gontscharow gehört zu meinen Lieblingsbüchern.
Lese gerade Tchechovs drei Schwestern und da sind überhaupt nicht viele Personen dabei...ok. Sandhofer, es ist ein Theaterstück, da bekommt man nicht soviele Leute auf die Bühne... :breitgrins:
Gruss
dora
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Saltanah

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Re: Literatur in fremden Ländern - Teil 3: Russland
« Antwort #4 am: 12. Oktober 2006, 18:54:31 »

Mit russischer Literatur sieht es bei mir ziemlich mau aus. Richtige Highlights kann ich nicht empfehlen, durch einiges musste ich mich quälen, anderes habe ich abgebrochen.

Dostojewskis Schuld und Sühne habe ich gezwungenermaßen innerhalb einer woche gelesen, wie ich anderswo schon mal geschrieben habe und entsprechend schlecht ist meine Meinung dazu. Die Brüder Karamasow und Der Idiot subben dementsprechend ruhig vor sich hin.
   

Tolstois Krieg und Frieden habe ich in der Leserunde bewältigt (großartiger Anfang, aber dann immer länger und langweiliger werdend), Anna Karenina steht noch aus.
Iwan Gontscharows Oblomow habe ich vor 25 Jahren auf S. 128 (von 668 :entsetzt: ) zugeklappt und nie wieder geöffnet. Das werde ich auf meine nächstjährige SUB-Saurier-Leseliste aufnehmen.
Anton Tschechows Erzählband Die Dame mit dem Hündchen hat mir allerdings gut gefallen. Ruhig erzählte Geschichten mit viel Atmosphäre.
     

Der Meister und Margarita von Michail Bulgakow hat mich, obwohl hochgepriesen, ziemlich gelangweilt.
Zwar gut unterhalten hat mich Medea und ihre Kinder von Ljudmilla Ulitzkaja, aber richtig begeistern konnte es mich nicht, und ähnlich ging es mir mit Ljudmila Petruschewskajas Tiden är natt (Meine Zeit ist die Nacht).
 

An Krimis habe ich 2 zu bieten:
Boris Akunins Vinterdrottning (Fandorin) hat mir nicht besonders gefallen und Auf fremden Terrain (Alexandra Marinina) wartet noch auf die Lektüre.

Im Bereich der SF kann ich die Werke der Brüder Arkadi & Boris Strugatzki empfehlen. Gelesen habe ich u. a. Picknick am Wegesrand, Der ferne Regenbogen und Die hässlichen Schwäne.
     

In meinem SUB befinden sich zwei weitere Klassiker:
Andrej Belyj: Petersburg und Doktor Schiwago (Boris Pasternak), von dem ich doch tatsächlich noch nicht einmal die Verfilmung gesehen habe
und einige wenige moderne Bücher:
Julia Wosnessenskaja: Kvinnornas decamerone (Das Frauen Dekameron) und zwei Bücher von Viktor Pelewin, nämlich The Helmet of Horror (Der Schreckenshelm) sowie Insekternas liv (Das Leben der Insekten).
     

Habt ihr besondere Empfehlungen, wie man an die Klassiker wie Tolstoi, Dostojewski, Puschkin usw. herangehen sollte?

Auf jeden Fall nur mit Personenregister und viel Geduld :breitgrins: .
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sandhofer

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Re: Literatur in fremden Ländern - Teil 3: Russland
« Antwort #5 am: 12. Oktober 2006, 19:28:01 »

Hallo zusammen!

aber vielleicht sind die schweizer Telefonbücher anders als die anderen? :zwinker:

Telefonbuchpolka

Ich sitze gern im Wirtshaus
am wirtshäuslichen Herd.
Dort sitz ich wie bei mir z' Haus
und werde nicht gestört.
Der Wein wird schön älter,
in meine Kehle fällt er.
Der Kalterer wird kälter,
so wie es sich gehört.

Ich les' nicht in Journalen,
ich red' mit keine Frau.
Für die müßt ich noch zahlen,
dazu bin ich zu schlau.
Wenn ich Inspiration such,
Gesellschaftsliaison such,
les' ich das Telefonbuch,
dort find ich das genau.

Alle meine Freund' stehn drin
und zwar auf Seite V:

[Refrain 1:]
Vondrac, Vortel, Viblaschil,
Voitech, Vozek, Vimlatil,
Voira, Vrabl, Vrtilek,
Viklasch, Vrazek, Vichnalek
Vreka, Vrba, Vikutil,
Vrablicz, Vuzem, Viskoczil,
Vochedeczka, Vukelicz,
Vrdatko, Vukasinowicz,

Vorak, Vondruk, Vorliczek,
Voralek, Vosnik, Vorek, Vrbl, Vrtl,
Vorduwa, Voczenilek,
Vrinis, Vostarek,

Vrtala und Vitlatczil,
Vrtsala und Vistlaczil,
Vowk, Vodibka, Viczesal,
Vratsdil, Vrana, Vmetal,
Vrbitzky, Vrbetzky, Vranek.

Mei' Name g'fallt mir nimmer,
ich heiße nämlich Brscht.
Mei'm Freund sein Nam' is' schlimmer,
der arme Kerl heißt Skrscht.
Wir schniegeln die G'sichter
und gehen zum Richter.
Der Richter sagt, das richt' er,
denn ihm ist das ja Wurst.

Ich buchstabier mein' Namen
dem Richter sein Kommis
und sag: Schaun S', bei die Damen
is' schwer mei' Strategie.
Der Richter war sehr freundlich
und sagt: Naja, wahrscheinlich.
Ihr Name is' ja peinlich,
da hab ich Sympathie.

Wie woll'n Sie denn jetzt heißen?
Da sag ich: Na, was glaub'n Sie?

[Refrain 2:]
Vondrac, Vortel, Viblaschil,
Voitech, Vozek, Vimlatil,
Voira, Vrabl, Vrtilek,
Viklasch, Vrazek, Vichnalek
Vreka, Vrba, Vikutil,
Vrablicz, Vuzem, Viskoczil,
Vochedeczka, Vukelicz,
Vrdatko, Vukasinowicz,

Vorak, Vondruk, Vorliczek,
Voralek, Vosnik, Vorek, Vrbl, Vrtl,
Vorduwa, Voczenilek,
Vrinis, Vostarek,

Vrtala, Vitlatczil,
Vrtsala oder Vistlaczil,
Vowk, Vodibka, Viczesal,
Vratsdil, Vrana, Vmetal,
Vrbitzky, Vrbetzky, Vranek.
Mei' Frau geht mich betrügen
und glaubt, daß ich nichts schmeck.
Jeden Abend tut sie liegen
mit 'm Pletanek ums Eck.
Der Pletanek is' a Trottel.
Mei' Frau is' a Kokottl.
Sie gehn zusamm' ins Hotel,
damit ich's net entdeck.

Doch ich hab's bald begriffen
und nehm mir auf Kredit
an teuern Detektiven,
was folgt auf Schritt und Tritt.
Und schon zwa Wochen nachher
kommt der große Macher
und sagt, daß ich net lach, Herr,
der Bletanek is's nit.

Jetz' halten Sie sich g'schwind wo an!
Die Frau betrügt Sie mit:

[Refrain 1]

Vawirka, Vawerka, Veblek,
Vopalka, Vopelka, Voitek.
Weg! Weg! Weg!
- ist aber von einem Wiener: Georg Kreisler ...  :zwinker:

Und noch zum Thema: Gogol bei den Klassikern. Von Dostojewskij mag ich alles, von Tolstoi fast alles. Čechov: die Kurzgeschichten. Turgenjew: Väter und Söhne. Solschenyzin hat mir nun wirklich zu viel Personal.  :zwinker:

Grüsse

Sandhofer
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Aeria

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Re: Literatur in fremden Ländern - Teil 3: Russland
« Antwort #6 am: 12. Oktober 2006, 20:47:10 »

Das Gedicht ist herrlich  :zwinker:.

Viele der oben genannten Bücher zählten bei uns zur Schullektüre. Tschechow, Puschkin, Lermontow, Dostojewskij, Gogol, Tolstoi, Nekrassow und so weiter, manche Bücher waren wirklich furchtbar. Puschkin aber mag ich heute noch, "Eugen Onegin" ist für mich DAS Buch, auf jeden Fall sehr empfehlenswert.
Ich kann mich aber auch ein ein ausländisches Buch erinnern, "Owod" ("Die Stechfliege") von Ethel Lilian Voynich.
Wie es heute in russischen Schulen aussieht weiß ich nicht.

Was Empfehlungen angeht, so kann ich mich Holden anschließen: Alexandra Marinina schreibt tolle Krimis, gibt's auch auf deutsch.
Ebenfalls lesenswert sind die Ural-Märchen von Pawel Bashow, seit diesen Märchen mag ich den Stein Malachit, der ist für mich untrennbar mit Bashow verbunden.
Ich würde mich, wenn möglich, auf die modernere Literatur konzentrieren. Russische Klassiker sind wirklich nicht jedermanns Ding.

***
Aeria


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HoldenCaulfield

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Re: Literatur in fremden Ländern - Teil 3: Russland
« Antwort #7 am: 12. Oktober 2006, 21:34:56 »

Cechov finde ich auch seeeehr schön. Die Kurzgeschichten die ich bisher gelesen habe fand ich richtig toll. Er schreibt einfach so schön irgendwie.

@Aeria
Ich denk da ist wie so oft was man in der Schule lesen muss gefällt einem meist nicht...

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Sonnenschirm

dora

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Re: Literatur in fremden Ländern - Teil 3: Russland
« Antwort #8 am: 12. Oktober 2006, 23:29:48 »

Hallo,
@Sandhofer: Toll dein Liedchen vor allem die Namen, könnten glatt vom Balkan kommen(der akute Mangel an Vokalen...) :zwinker:
...aha, jetzt versteh ich, warum die Schweizer so gerne Telefonbücher lesen, armer Sandhofer... :breitgrins: :breitgrins: :breitgrins:

Jetzt mal ernst: Dostojewskij mag ich sehr, sehr gern. Habe der Idiot und der ewige Gatte zweisprachig (russisch auf der linken Seite, französisch auf der rechten) gelesen. Da mein russisch nicht so gut ist, habe ich mir sehr viel Mühe damit gegeben, wollte nicht immer gleich auf die Übersetzung schielen, und da habe ich mir als Ziel gesetzt so gut russisch zu lernen, dass ich ihn auch so lesen kann...leider ist mein damaliger Russisch-Lehrer 84-jährig gestorben :sauer:
Danach unterrichtete auch ein älterer Herr, der uns gern und gut russische Lieder vorsang, irgendwie brachte mich das vielleicht der russischen Seele näher, aber nicht Dostojevskij...so, dass ich die Brüder Karamasow auf deutsch lesen werde...(neben Schuld und Sühne der einzige ungelesen Dostojevskij)
Bulgakovs Erzählungen hab ich auch sehr gerne.
Die neuen russischen Schriftsteller reizen mich nicht.
Gruss
dora
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sandhofer

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Re: Literatur in fremden Ländern - Teil 3: Russland
« Antwort #9 am: 13. Oktober 2006, 08:00:38 »

Hallo zusammen!

Toll dein Liedchen vor allem die Namen, könnten glatt vom Balkan kommen [...]

3. Bezirk?

Grüsse

Sandhofer
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Frau 32

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Re: Literatur in fremden Ländern - Teil 3: Russland
« Antwort #10 am: 13. Oktober 2006, 08:34:51 »

...klingt eindeutig wienerisch... :zwinker:
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Bluebell

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Re: Literatur in fremden Ländern - Teil 3: Russland
« Antwort #11 am: 13. Oktober 2006, 08:41:19 »

Schon so viele Antworten, DANKESCHÖN!
(natürlich auch für das Wienerlied, sandhofer :breitgrins: )
Allerdings weiß ich noch nicht genau, ob mich eure Postings nun ermutigen oder eher dämpfen ... :elch:

Bei den Klassikern werde ich wohl einfach nach Gefühl entscheiden, an welche(n) ich mich für den Anfang heranwage. Auf dem SUB habe ich "Schuld und Sühne" sowie "Anna Karenina", allerdings beide in gekürzten Versionen, wie ich feststellen musste. *hmpf*
Bei der modernen Literatur bin ich noch etwas ratlos - Krimis lese ich normalerweise äußerst selten, aber vielleicht wär's ja mal wieder Zeit ...

Was haltet ihr eigentlich von den jungen gebürtigen Russen á la Wladimir Kaminer und Lena Gorelik, die ausgewandert sind und auf Deutsch schreiben? Bringen einem die auch etwas von der russischen Seele näher, oder doch "nur" Deutschland aus der Sicht von Migranten?



EDIT @Saltanah: ist das Zufall, dass du so viele russische Bücher besitzt, oder hast du irgendeinen speziellen Bezug?
« Letzte Änderung: 13. Oktober 2006, 08:46:42 von Bluebell »
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Twilight

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Re: Literatur in fremden Ländern - Teil 3: Russland
« Antwort #12 am: 13. Oktober 2006, 09:52:59 »

Ich habe wenig Erfahrung mit russischer Literatur. Ich kenne einiges aus dem Science-Fiction-Bereich, habe auch schon mal Kurzgeschichten von Cechov, "Die Brüder Karamasow" sowie den "Doktor Schiwago" gelesen - aber da hört's dann doch leider schon auf. Zumindest ist mir kein weiteres russisches Werk in dauerhafter Erinnerung geblieben.

Das ist aber bei glaub ich psychisch bedingt; als Kind hab ich von irgendjemandem mal russische Märchen geschenkt bekommen, und die haben mich das Fürchten gelehrt, ich hab nach den Geschichte mit Baba Jaga wochenlang nicht schlafen können. Bei der Erinnerung läuft mir heute noch ein kalter Schauer über den Rücken... kann sein, dass daher auch meine Abneigung gegen Horror allgemein herrührt.
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Viele Grüße aus dem Zwielicht
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BigBen

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Re: Literatur in fremden Ländern - Teil 3: Russland
« Antwort #13 am: 13. Oktober 2006, 10:15:44 »

Als Ossi hab ich natürlich den vollen Schlag sowjetischer Literatur in der Schule abbekommen :breitgrins:
- als erstes und schlimmstes Machwerk sei da zu nennen Nikolai Ostrowski "Wie der Stahl gehärtet wurde"  :kotz:
- danach wird's etwas besser: Gorki "Die Mutter", Arkadi Gaidar "Timur und sein Trupp", Jewtuschenko "Mutter und die Neutronenbombe"
- Scholochow hab ich ganz gern gelsesen, z.B. "Ein Menschenschicksal"
- Tschingis Aitmatow (nicht russisch, aber sowjetisch :zwinker:) habe ich verschlungen: "Der Tag zieht den Jahrhundertweg" (BTW der ostdeutsche Titel des Buches ist meilenweit besser als der westdeutsche), "Die Richstatt", "Djamila"
- von Jewtuschenko ist auch "Beerenreiche Gegenden" ganz amüsant (war leider kein Schulstoff)
- Bulgakows "Meister und Margaritha" habe ich in der Aufführung der Berliner Volksbühne gesehen, einfach Klasse  :klatschen:
- bei der Armee habe ich versucht "Die Wolokolamsker Chaussee" von Aleksander Bek zu lesen, grauenhaft
- die Strugatzkis sind  natürlich eine Klasse für sich
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Saltanah

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Re: Literatur in fremden Ländern - Teil 3: Russland
« Antwort #14 am: 13. Oktober 2006, 10:56:52 »

EDIT @Saltanah: ist das Zufall, dass du so viele russische Bücher besitzt, oder hast du irgendeinen speziellen Bezug?

Nein, ich habe keinen besonderen Bezug zu Russland. Aber wenn man wie ich seit 3 Jahrzehnten eifrig querbeet liest (und noch eifriger querbeet Bücher kauft), ist eigentlich von allem etwas vorhanden.

Nachdem ich mich erst mal kundig gemacht habe, wie das heutige Russland geographisch aussieht, kann ich doch einen russischen Autoren wärmstens empfehlen, nämlich Juri Rytchëu. Er ist ein Tschuktsche aus dem äußersten Nordosten Asiens, da wo es schon fast wieder Amerika ist, und beschreibt in seinen Büchern immer wieder den Zusammenstoß der tschuktschischen mit der russischen Kultur. Seine Bücher sind auf deutsch im Unionsverlag erschienen. Einige Titel:
Unna
Traum im Polarnebel
Wenn die Wale fortziehen
Der letzte Schamane
Teryky


       
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