Wronski hat, wie wir ja schon erfahren haben nicht ausreichende Geldmittel um sein eigenes Leben zu finanzieren und jetzt mit Frau und Kind und teuren Palazzo in Venedig.
Darüber bin ich auch gestolpert, bis mir einfiel, dass irgendwo in einem Nebensatz erwähnt wurde (ich habe mir die Stelle leider nicht aufgeschrieben), dass er die Erbangelegenheit mit seinem Bruder bereinigt hatte. Er hatte ja eigentlich ein großes Vermögen geerbt, die Einkünfte daraus aber seinem Bruder zur Verfügung gestellt. Das hat er dann wohl rückgängig gemacht und verfügt so über ausreichende Mittel.
Kap. 16:Lewin nervt!
Schon allein der Gedanke, dass seine Frau, seine Kitty, sich im selben Raum befinden könnte wie eine gefallene Frau, ließ ihn vor Abscheu und Entsetzen schütteln. Als könnte dieses Treffen abfärben, als könnte seine Frau dadurch unrein werden. (Ja, ich weiß, für die damalige Zeit war das eine ganz normale Haltung, aber trotzdem kann ich mich darüber nur aufregen!)
Kap. 21:Hier habe ich mich gefragt, ob Karenin vielleicht an Verfolgungswahn leidet, da er glaubt, dass ihn alle mit Verachtung und Schadenfreude betrachten, selbst ein kleiner Verkäufer. Andererseits kann ich das schon verstehen, da er isoliert und weitgehend freundlos lebt, sich selbst verachtet und so diese Haltung leicht auf andere übertragen könnte. Und sicher wird auch eine ganze Menge hinter seinem Rücken über ihn hergezogen, so wie ich die feine russische Gesellschaft kenne.
Kap. 22:Hier ging mir wirklich die Hutschnur hoch! Wie kann man dem Jungen nur erzählen, seine Mutter wäre tot

! (Noch dazu, wo ja klar ist, dass er die Wahrheit von irgend jemandem erfahren wird, wie es ja auch wirklich geschieht - dadurch verliert Serjoscha doch auch das Vertrauen zu seinem Vater und er steht wirklich ganz alleine da.)
Kap. 28:Ich könnte mich immer wieder über die Doppelmoral der Gesellschaft aufregen! Eine Frau, die gegen die moralischen Vorschriften verstößt, wird von allen geschnitten, bei einem Mann wird darüber weggeguckt. Eigentlich nichts Neues, im Gegenteil, aber mich empört's jedes Mal wieder.
Kap. 33:Es kriselt zwischen Anna und Wronski. Eine Ausweitung der Krise wäre fatal für Anna, die ja, s. o. gesellschaftlich ausgestoßen ist, und nicht einmal theoretisch die Chance auf ein von Männern unabhängiges Leben hat. Arme Anna!