Es ist an der Zeit, diesen Thread wiederzubeleben!

Seit fast zwei Jahren hat sich hier niemand mehr gemeldet, und das obwohl anfangs beinahe alle so begeistert von dem Buch waren. Es scheint als wäre alles dazu schon gesagt.

Und tatsächlich kann ich, leider, nicht viel Neues beisteuern. Ich kann und will keinen Verriss schreiben, denn dazu hat es mir viel zu gut gefallen, Begeisterungsstürme hat es hier allenthalben auch schon ausgelöst. Darum zäume ich das Pferd mal von hinten auf und liefere ein paar andere Gedanken dazu:
Warum ich das Buch erst eigentlich nicht lesen wollte:Die Geschichte über eine Freundschaft zwischen einem Drachen und seinem Reiter erschien mir zunächst als Konzept schon ganz furchtbar öde. Erwartet habe ich eine Aneinanderreihung von Beschreibungen, warum der Drache ganz außergewöhnlich toll ist, der beste seiner Art, der tollste, liebste und klügste und gleichzeitig der gefährlichste, und sein Reiter das menschliche Gegenstück, tapfer, verwegen, ein Husar mit einem riesigen Herzen.
Dies ins Napoleonische Zeitalter zu verpflanzen hielt ich nicht für einen klugen Schachzug, weil man sich da auch noch mit den historischen Fettnäpfchen herumschlagen muss, und es vermutlich ohnehin egal ist, wo und wann der große und tolle Drache seinen tapferen verwegenen Reiter (und gutaussehend, habe ich gutaussehend schon erwähnt?) herumfliegt.
Man sieht: Aus mehreren Gründen keine gute Ausgangslage.
Warum ich das Buch dann doch gekauft habe:Das ist leicht zu erklären: Ich fand es gebraucht in Topzustand um einen Euro, und hatte beim Kauf noch im Hinterkopf, dass, bei einem wahrscheinlichen Nichtgefallen, es auch als Geschenk noch eine gute Figur machen würde.
Warum es mir dann doch gefallen hat:Siehe Punkt
Warum ich das Buch erst eigentlich nicht lesen wollte! In Wahrheit wurden nämlich alle meine Vorurteile bestätigt, aber auf so charmante Weise, dass ich gänzlich hingerissen aus der Lektüre wieder auftauchte.
Da ist dieser tolle, einzigartige, intelligente Drache und sein verwegener, mutiger Offizier, und ja, ihre Freundschaft entwickelt sich erstaunlich rasant, aber bei manchen Gesprächen und Gesten geht einem einfach das Herz auf und man beginnt sich, manchmal muss man auch kindisch sein können, zu wünschen, dass man auch so einen wunderschönen, genialen und lieben Drachen hätte.
Und ja, das Buch spielt zur Zeit Napoleons, und ja, eigentlich ist das ziemlich egal, unpassend wäre der Drache wohl nur in der neueren, moderneren Zeit, in jedem anderen historischen Setting kann man ihn sich gut vorstellen.
Und was eigentlich langweilig sein müsste, liest man plötzlich gerne: Welche Drachen gibt es? Was fressen sie? Wie ist das Offizierskorps aufgebaut? etc. und ich wage zu behaupten, dass das nicht an Noviks Sprachtalent liegt, denn so außergewöhnlich ist das nicht. Vielleicht ist es bei mir eher die Konfrontation mit meinen Vorurteilen gewesen, die letztlich obwohl sie zutreffend waren, charmant, spannend und toll verpackt eigentlich gar nicht mehr schlimm waren.