Hallo zusammen!
[...] in unser aller Heimatland [...] hauptsächlich die Klassiker wie Goethe, Schiller, Brecht, Mann etc. [...]
Ich finde solche Aussagen immer irgendwie ... putzig ... Ist nicht böse gemeint, aber ... Deutschland, Österreich und die Schweiz sind auf ihre Klassiker immer unheimlich stolz - leider jedes Mal erst, wenn sie tot sind ...
Erschwerend kommt hinzu, dass z.B. Goethe und Schiller zu einer Zeit lebten, als "Deutschland" allenfalls das Heilige Römische Reich Deutscher Nation bezeichnen konnte - ein Papierkonstruktion, die den Hessen z.B. nicht daran hinderte, überall an den Grenzen Zollhäuser hinzustellen (auch gegen benachbarte deutschsprachige Länder), andere Währung, Masse und Gewichte zu führen etc. etc. So war Goethe eben gebürtiger Frankfurter, Schiller ein Untertan des Herzogs von Württemberg. Und es dauerte lange, bis er sich nach seiner Flucht wieder mal von Jena nach Stuttgart traute, da er riskierte, dort verhaftet zu werden ...
Auch als später "Deutschland" als politische Einheit feststand ... Brecht wurde 1935 die deutsche Staatsbügerschaft aberkannt. Mann - wenn Du Thomas meinst: Er starb als US-amerikanischer Bürger in der Schweiz, da er nicht mehr in seine "Heimat" zurückkehren wollte (wenn ich mich recht erinnere). Wenn Du Heinrich meinst: Er nahm 1936 die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft an. Ihre Mutter übrigens war Brasilianerin ...
Es ist halt ein Kreuz mit den Menschen. Sie passen so schlecht in irgendwelche Schubladen, wo irgendwelche Staaten sie hineinpressen möchten. Und die Schublade "Heimatland" ... nun ja ...
Grüsse
Sandhofer