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Autor Thema: F. Scott Fitzgerald - The Great Gatsby  (Gelesen 5748 mal)

chil

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Antw:Fitzgerald - The Great Gatsby
« Antwort #30 am: 15. August 2009, 14:00:05 »

Hier meine Rezension:

Jay Gatsby, geborener Gatz, hat es aus relativ ärmlichen Verhältnissen zum Millionär gebracht. Er kauft sich eine protzige Villa auf Long Island, in die während der Sommermonate regelmäßig die New Yorker High Society der 20er Jahre lädt. Es sind ausgelassene Feste, zu denen sich viele Menschen einfinden. Es wird gefeiert, gelacht und getanzt bis in die frühen Morgenstunden. Beobachtet wird das bunte Treiben von Nick Carraway, der sich ein kleines Häuschen in der Nähe von Gatsbys Villa gekauft hat.

Gegenüber des Sees befindet sich die Villa von Nicks Cousine Daisy, die mit Tom Buchanan verheiratet ist. Er wird öfter in die Villa eingeladen, wo er nicht nur den Mann seiner Cousine näher kennen lernt, sondern auch Daisys mondäne und selbstbewusste Freundin Jordan Baker. Diese gefällt ihm ziemlich gut und es ergibt sich, dass diese Details aus dem ehelichen Leben seiner Cousine erzählt.

Die Ehe scheint alles andere als gut zu sein. Tom betrügt Daisy seit längerem mit der Frau eines Automechanikers und erweist sich auch sonst nicht gerade als Gentleman. Als eines Tages schließlich Jay Gatsby an ihn herantritt und ihn bittet, ein Treffen zwischen ihm und Daisy in Nicks Haus zu arrangieren, willigt Nick ein. Gatsby und Daisy waren vor dem Ersten Weltkrieg ein Paar, doch dann wurde Gatsby einberufen und Daisy zu einer lukrativen Verbindung mit Tom Buchanan gedrängt.

Nick organisiert ein Treffen zwischen Gatsby und Daisy. Die beiden erkennen sich sofort wieder und scheinen sich zu lieben wie eh und je. Daisy ist zwischen ihrem Mann und ihrem Geliebten hin und her gerissen und das Schicksal, an dessen Ende drei Tote stehen, nimmt seinen Lauf.

„Der große Gatsby“ ist ein faszinierendes Buch. Es führt in die Stimmung der 20er Jahre ein und zeigt, wie Oberflächlichkeiten, vor allem bei Frauen, immer noch auf der Tagesordnung stehen. Andererseits wird auch das langsame Bröckeln dieses Klischees dargestellt, beispielsweise in der Figur der Jordan Baker, die – anders als Daisy – eine selbstständige Frau ist, der das Geld der Männer egal ist.

Die Eleganz dieser Zeit, die nur mit viel Mühe aufrecht erhalten werden kann – schließlich ist gerade der Erste Weltkrieg vorbei – zieht den Leser in seinen Bann, ebenso wie die spannende Handlung. Neben Gesellschaftskritik und Romantik kann der Roman mit Spannung aufwarten, was ihn Wert macht, gelesen zu werden.
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Gebundene Ausgabe: 188 Seiten
Verlag: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek; Auflage: 1 (10. April 2004)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3937793038
ISBN-13: 978-3937793030


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Re: F. Scott Fitzgerald - The Great Gatsby
« Antwort #31 am: 16. Oktober 2010, 22:32:18 »

Der Roman, und vor allem die tragische Figur von Gatsby, hat mich zutiefst berührt! Er ist ständig umgeben von illustren Gästen und doch ein unglaublich einsamer Mensch, der einfach nur seine Jugendliebe zurück gewinnen will. Gleichzeitig verweben sich die Leben der Charaktere im Laufe der erzählten Monate, bis alles in einem Desaster endet. Einerseits es ist eine ergreifende Liebesgeschichte, andererseits wird der (oberflächlichen) Gesellschaft hier ein Spiegel vorgehalten und ich finde, dass der Roman noch heute genau so aktuell ist, wie in den 1920er Jahren.

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Re: F. Scott Fitzgerald - The Great Gatsby
« Antwort #32 am: 19. November 2010, 21:40:49 »

Long Island in den "Roaring Twenties". Nick ist erst vor kurzem vom Land hergezogen, um in New York an der Börse zu arbeiten, und lebt in einem kleinen Bungalow zwischen den herrschaftlichen Häusern, die sich die Reichen auf der Insel gebaut haben. Von weitem beobachtet er die Partys, die sein Nachbar Jay Gatsby, ein erfolgreicher Emporkömmling, des öfteren gibt, trifft sich mit alten Freunden, die den Sprung in die Society geschafft haben, lernt träge Schönheiten und schürzenjagende Männer kennen, taucht ein in eine Welt aus Cocktails, Pools und hohlem, aber wohlklingendem Smalltalk.

Nach und nach erfährt er, wer alles mit wem eine Affäre hat - es scheint, als seien Seitensprünge an der Tagesordnung und Affären gehörten zum guten Ton. Und noch etwas erfährt er: sein Nachbar, von dem niemand so recht zu wissen scheint, womit er eigentlich zu so viel Geld gekommen ist, kann seine Jugendliebe nicht vergessen, doch die ist mittlerweile verheiratet. Dennoch unternimmt Gatsby alles, um in ihrer Nähe zu sein, und letztendlich ist es diese Leidenschaft, die zu einem großen tragischen "Knall" führt.

Vor Jahren bin ich an diesem Buch gescheitert, was ich heute gar nicht mehr nachvollziehen kann. In einer präzisen, lichten Sprache entsteht ein wunderbares Sittengemälde der 20er Jahre. Da sitzt jedes Wort, keins zuwenig, keins zuviel. Der bewunderte Geschäftsmann, der sich alles leisten kann, kreist doch immer nur um das einzige, was man nicht kaufen kann: Zuneigung und Liebe. Eine tragische Gestalt, die nicht direkt, sondern durch die Brille des aufstrebenden jungen Mannes nebenan geschildert wird, wie auch maßgebliche Ereignisse nicht in allen Einzelheiten, sondern bruchstückhaft beschrieben sind.

Dass der Roman schon 85 Jahre auf dem Buckel hat, ist ihm kaum anzumerken, er liest sich authentisch und frisch und eindrucksvoll. Wirklich großartig.

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The best piety is to enjoy--when you can. You are doing the most then to save the earth's character as an agreeable planet. And enjoyment radiates. It is of no use to try and take care of all the world; that is being taken care of when you feel delight--in art or in anything else. Would you turn all the youth of the world into a tragic chorus, wailing and moralising over misery?
George Eliot: Middlemarch