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Autor Thema: Brigitte Riebe - Liebe ist ein Kleid aus Feuer  (Gelesen 3215 mal)

HoldenCaulfield

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Re: Brigitte Riebe - Liebe ist ein Kleid aus Feuer
« Antwort #15 am: 05. April 2009, 18:29:14 »

Meine Lektüre ist schon etwas her, aber ich muss sagen, den positiven Stimmen hier, kann ich mich leider so gar nicht anschließen:

Ich muss sagen, hier hat mich die Autorin mehr als nur enttäuscht. Ich hatte das Gefühl sie hätte sich jedes Klischees bedient das  im historischen Roman momentan zu finden ist. Die Frauenfiguren konnten mich jedenfalls  nicht überzeugen. Auch die Freundschaft der beiden jungen Frauen konnte mich nicht bewegen. Die Idee Motive einer realen Dichterin einfließen zu lassen hat mir hier so gar nicht gefallen, auf mich wirkte es zu gezwungen und zu gewollt.  Im Grunde waren mir Eila und Rose egal. Ich fand das sehr schade, da ich von Brigitte Riebe Die Hüterin der Quelle gelesen hatte und mir dieser Roman total gut gefallen hatte.

Für mich konnte sich dieses Mal einfach keine Atmosphäre aufbauen und so konnte ich letztendlich auch nicht in die Handlung eintauchen. Mir kam vielen sehr konstruiert vor und zum Andern fand ich auch einige Wendungen in der Handlung zu voraussehbar. 
Das Ende ist für mich eines dieser „Friedefreude am Ende ist alles irgendwie gut“- Ende, das mir in diesem Fall nicht gefallen hat. Das passte aber zu meinem Eindruck den der Roman schon vorher auf mich gemacht hatte.

Alles in allem muss ich gestehen das ich mit diesem Roman der Autorin absolut nichts anzufangen wusste, ihr aber dennoch eine weitere Chance einräumen werde, da mir ja bereits ein anderer Roman der Autorin recht gut gefallen hatte.

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qantaqa

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Re: Brigitte Riebe - Liebe ist ein Kleid aus Feuer
« Antwort #16 am: 09. Juni 2010, 10:00:27 »

Auch diesmal hat mich Frau Riebe nicht enttäuscht: Liebe ist ein Kleid aus Feuer ist ein rundum gelungener historischer Roman. Die Autorin erzeugt eine Atmosphäre, die mich von der ersten Seite in den Bann gezogen hat. Alles wirkt lebendig und man fühlt sich mitten in die Zeit hinein versetzt. Als wohltuend empfinde ich immer, dass Brigitte Riebe von ganz normalen Menschen erzählt, die mit den Anforderungen, die ihre Zeit an sie stellt, klar kommen müssen. Die Hauptcharaktere Rose und Eila sind sympathische Mädchen und es macht Spaß, sie ein wenig zu begleiten. Frau Riebe beschreibt die beiden Mädchen sehr überzeugend und die Freundschaft, die die beiden verbindet, wirkt nie konstruiert. Aber auch die weniger wichtigen Personen, die "Guten" wie die "Schlechten" sind sorgfältig gezeichnet und wirken in ihrem Handeln authentisch. Die Handlung ist richtig spannend und meist nicht vorhersehbar.
Das Ende des Buchs ist ein wenig abrupt; einige Stränge hätten für meinen Geschmack etwas ausführlicher aufgelöst werden dürfen.
Obligatorisch ist bei Brigitte Riebe das ausführliche Nachwort, das auf die Geschichte des 10. Jahrhunderts und den Bezug, den die Autorin zu dem Stoff hat, eingeht. Das rundet den guten Eindruck ab und macht Lust, sich weiter mit der Zeit zu beschäftigen.

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« Letzte Änderung: 09. Juni 2010, 10:11:48 von qantaqa »
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Breña

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Re: Brigitte Riebe - Liebe ist ein Kleid aus Feuer
« Antwort #17 am: 07. Juli 2011, 14:14:56 »

Ich befürchte, ich muss mal wieder die Rolle des Spielverderbers übernehmen. ;)

Ich habe den ersten von drei Teilen, knapp die Hälfte des Buches, beendet und beschlossen, dass damit auch das Buch im Ganzen für mich beendet ist. Der Roman ist ein Paradebeispiel dafür, dass gute Recherche nicht alles ist, denn der Funke ist immer noch nicht übergesprungen. Mir gefallen Schreibstil und Erzähltempo, aber die Handlung nicht. Wenn es darum geht, ihren Protagonisten ein schweres Schicksal aufzubürden, dann unterscheidet sich Riebe leider nicht von anderen historischen Autoren, und ich gönne den Handelnden auch mal ein wenig Spaß. Den haben sie zwar auch kurzzeitig, aber nur um dann quasi dafür bestraft zu werden - was das angeht, wird die mittelalterliche Sicht, dass das Leben eine Prüfung Gottes sei, sehr gut getroffen.

Außerdem wage ich zu behaupten, dass ich manche der angedeuteten Geheimnisse schon erahne. Zum Beispiel folgendes:
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Das ist mir doch ein klitzekleines Wenig zu viel Dramatik. :rollen: Und auch sonst kann ich mir die grobe Handlung der restlichen Seiten gut genug vorstellen, um sie nicht lesen zu müssen, auf die ein oder andere Intrige verzichte ich dabei gern.

Die meisten Figuren sind eigentlich gut charakterisiert, haben ihre Ecken und Kanten und sind bis auf einige Ausnahmen auch nicht rein gut oder böse, sondern menschlich. Allerdings entwickeln sie sich nicht wirklich weiter. Zum Beispiel Oda ist auf den ersten Blick eine vielschichtige Figur, aber dennoch wurde auch manches verschenkt.
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Die Freundschaft zwischen Eila und Rose ist zwar vorhanden, aber mehr, weil sie beschrieben, nicht weil sie gezeigt wird. Sie wirkt auf mich bisher eher wie eine Zweckgemeinschaft, da sie nun mal gleichaltrige Mädchen sind, die sonst keine Freunde oder Beschäftigungen haben.

Insgesamt kann der wirklich gut recherchierte und in die Handlung eingebundene historische Kontext diese Schwächen nicht ausgleichen, zumal trotz allem bei den Nebenfiguren auf Klischees zurückgegriffen wurde („Das gute Kräuterweib“ vs. „Das böse Moorweib“, „Die starke Frau aus dem Volk“, „Der zwielichtige Schurke“, …). Dass ich allergisch auf überdosierte Dramatik reagiere, tut sein übriges.

Noch ein Wort zur Aufmachung des Buches: ein fundiertes Nachwort gibt einen Überblick über die tatsächlichen historischen Rahmenbedingungen und weist auf die Aspekte dichterischer Freiheit hin, die sich Brigitte Riebe herausgenommen hat. Außerdem bietet sie dem Leser eine Auswahl weiterführender Fachliteratur. Leider kann man die Stammbaum und Karte nur als „gut gemeint“ verbuchen, denn der Stammbaum zeigt die Familie König Ottos, die aber gar nicht so umfangreich zum Tragen kommt, und auf der Karte sucht man vergeblich nach den Schauplätzen des Romans.

Viele Grüße
Breña
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qantaqa

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Re: Brigitte Riebe - Liebe ist ein Kleid aus Feuer
« Antwort #18 am: 07. Juli 2011, 15:15:16 »

Ich habe Deine ausführliche Rezi gelesen und muss sagen: ich kann mich beim besten Willen nicht mehr erinnern, dieses Buch gelesen zu haben - muss ich aber wohl, sonst hätte ich mich nicht dazu geäußert, aber der positive Eindruck, den ich damals hatte, hat sich ganz schnell in gar keinen Eindruck aufgelöst.
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Breña

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Re: Brigitte Riebe - Liebe ist ein Kleid aus Feuer
« Antwort #19 am: 07. Juli 2011, 17:29:06 »

Oha, das ist so ziemlich das Schlimmste, was einem Buch passieren kann, oder?

(Ich hatte nach dem Lesen der Rezis den Eindruck, dass Holden und ich ein anderes Buch gelesen haben als ihr. ;))
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qantaqa

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Re: Brigitte Riebe - Liebe ist ein Kleid aus Feuer
« Antwort #20 am: 07. Juli 2011, 19:46:21 »

(Ich hatte nach dem Lesen der Rezis den Eindruck, dass Holden und ich ein anderes Buch gelesen haben als ihr. ;))

Das ist tatsächlich merkwürdig.  :gruebel: Aber ist doch gut, da hat das Buch zumindest mir kurzfristig Kurzweil beschert.  :breitgrins: 
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HoldenCaulfield

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Re: Brigitte Riebe - Liebe ist ein Kleid aus Feuer
« Antwort #21 am: 08. Juli 2011, 11:56:13 »

@Breña
Ich kann sooo gut verstehen warum Du nicht weiterlesen willst :breitgrins: Ich weiß gar nicht mehr so genau was in dem Roman passiert ist, aber daran das ich es furchtbar fand kann ich mich noch erinnern. Heute würde ich das Ganze sicher nicht so wohlwollend bewerten *g*
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Breña

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Re: Brigitte Riebe - Liebe ist ein Kleid aus Feuer
« Antwort #22 am: 10. Juli 2011, 12:10:49 »

Heute würde ich das Ganze sicher nicht so wohlwollend bewerten *g*

Tja, manche Bücher gewinnen im Rückblick, andere verlieren. ;)

Kann mir jemand, der die Handlung noch in Erinnerung hat, verraten, ob ich mit meinen Vermutungen richtig liege? Das interessiert mich jetzt aber doch. :breitgrins:
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HoldenCaulfield

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Re: Brigitte Riebe - Liebe ist ein Kleid aus Feuer
« Antwort #23 am: 17. Dezember 2011, 12:37:41 »

Ich kann mich einfach nicht erinnern :breitgrins: Was wohl auch dafür spricht wie schlecht ich den Roman fand...
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