Brigitte Riebe „Liebe ist ein Kleid aus Feuer“Nachdem das Buch ein Jahr auf meinem SUB gelegen hat und ich durch „Die Hüterin der Quelle“ keinen besonders guten Eindruck von der Autorin bekommen habe, hab ich mich durch die allgemeinen guten Rezessionen dazu entschlossen ihr noch eine Chance zu geben.
Und ich wurde nicht enttäuscht. Das Buch liest sich flüssig und schon nach den ersten Seiten fühlt man sich in die Zeit zurück versetzt. Brigitte Riebe haucht ihren Figuren richtig Leben ein und man schließt Rose und Eila sofort ins Herz. Beide sind so unterschiedlich und doch verbindet sie eine feste Freundschaft, was mir besonders gut gefallen hat.
Eila ist temperamentvoll, voller Leben und sie ist sehr Freiheitsliebend. Ihr leben nimmt eine jene Wendung, als sie beim Liebesspiel mit dem Schmiedssohn Lando erwicht wird. Sie muss ins Stift (Nonnenkloster), wo sie sich mehr den je eingesperrt fühlt. Lando wird auch von der Burg verbannt und muss seine Tage als Bergarbeiter fristen.
Nach endlichen Jahren im Stift, hält Sigmar, ein Ritter des Herzogs Lindolf, um ihre Hand an. Eila sieht in ihm den Fahrschein in die Freiheit und willigt ein, obwohl sie immer noch Lando liebt. Doch es kommt ganz anders, die Hochzeit wird verschoben und Eila dient ab da der jungen Herzogin Ida, die mit Lindolf dem Sohn des Königs verheiratet ist. Bis jetzt ist die Ehe kinderlos und Lindolf bangt um seinen Thron, da sein Vater nochmals geheiratet hat und die junge hübsche Adelheid sofort schwanger wurde.
Rose ist das komplette Gegenteil von Eila. Sie ist eher still, zurückhaltend und wird von ihrer Familie gemieden. Nur von ihrer Mutter bekam sie die Aufmerksamkeit und Liebe die sie brauchte. Doch nachdem Tod der geliebten Mutter, wurde sie von ihrem Vater kurzer Hand auf Burg Scharzfels „verbannt“, wo sie sich sofort mit Eila anfreundete. Rose wird von einer Krankheit heimgesucht die im Buch als „Fallsucht“ bezeichnet wird, ich vermute das Rose unter Epilepsie leidet. Auch hat man über das ganze Buch hinweg, den Eindruck das Rose in die Zukunft blicken kann, also das sie das 2 Gesicht hat, allerdings wird das nicht 100 % benannt. Von daher ist es nur eine Vermutung meinerseits. Rose entdeckt für sich das Schreiben, nichts macht sie lieber und füllt sie aus wie das lesen und übersetzen alter lateinischer Schrift. Sie zieht sich auf Burg Scharzfels am liebsten hinter den dicken Mauern zurück und schreibt ihre eignen Legenden und Gedichte auf. Im Stift, wo sie mit Eila einige Jahre zusammen verbringt, blüht sie richtig auf und fühlt sich mehr als jemals zuvor irgendwo zu Hause. Auch die Stiftschwestern geben ihr den nötigen Halt, den sie von ihrer Familie, ausgenommen ihrer Mutter, nie bekommen hat. Rose spielt am Ende des Buches eine ganz wichtige Rolle, in die sie auch super hinein passt wie ich finde. Wie man aus dem Klapptext schon entnehmen kann, wird sie die erste deutsche Dichterin und geht als Roswitha von Gandersheim in die Geschichte ein. Leider wird in dem Buch ihr Werdegang nicht beschrieben.
Vielleicht hat sie Frau Riebe diesen Part für einen 2. Band aufgehoben, mich würde ein 2 Band von Eila und Rose freuen
Von Mir bekommt das Buch 100 %, somit 5 Ratten und um dem ganzen die Krone aufzusetzen erhält es von mir noch die Auszeichnung als Buchtipp.

Ein echt empfehlendes Buch mit viel Tiefgang und historischen Fakten, dass viel zu lange auf meiner SUB gelegen hat
