Mal schauen, was meine Regale so alles hergeben. Ich habe einige indische Bücher gelesen, und viele weitere auf meinem SUB, da ich immer wieder Buchempfehlungen von meinem Bruder bekomme, der zeitweise in Indien gearbeitet hat.
Ich beginne mit einem Buch von einem Briten:
A Passage to India (Auf der Suche nach Indien) von Edward Morgan Foster. Wie alle seine Bücher absolut lesenswert. Ein Buch über Missverständnisse und trotz guten Willens auf allen Seiten unüberbrückbaren kulturelle Unterschiede.
Hatte schon jemand John Irvings
A Son of the Circus (Zirkuskind) erwähnt, das teilweise auch in Indien spielt?
Eine Grenzgängerin ist Ruth Prawer Jhabvala. In der Kurzgeschichtensammlung
East into Upper East beschreibt sie das Leben in New York und New Dehli.




Weit bekannt und wunderbar sind Rudyard Kiplings
The Jungle Books (Dschungelbücher) und
Kim. Beides sind Klassiker, die ich immer wieder lese.



Von Salman Rushdie habe ich mehrere Bücher gelesen. Besonders empfehlen kann ich sein Kinderbuch
Haroun and the Sea of Stories (Haroun und das Meer der Geschichten) und
The Moor's Last Sigh (Des Mauren letzter Seufzer).
Vikram Seths
A Suitable Boy (Eine gute Partie) werde ich demnächst in einer Leserunde lesen.
An Equal Music (Verwandte Stimmen) ist zwar lesenswert, handelt aber von klassischer europäischer Musik und spielt im Westen, passt also nicht in diesen Thread.



A Fine Balance (Das Gleichgewicht der Welt) von Rohinton Mistry habe ich auch gelesen. Es hat mich durch die Brutalität, die Menschenverachtung, die in ihm zum Ausdruck kommt, zutiefst beeindruckt hat. Zwei weitere Bücher subben bei mir:
Tales from Firozsha Baag (Das Kaleidoskop des Lebens) und
Family Matters (Die Quadratur des Glücks).




Sehr gut gefallen hat mir auch Manil Suris
The Death of Vishnu (Vishnus Tod) über die Geschehnisse in einem Bombayer Mietshaus, in dessen Treppenhaus ein Sterbender gefunden wird.
Red Earth and Pouring Rain (Tanz der Götter) von Vikram Chandra war gut geschrieben und unterhaltsam, aber eindeutig zu lang.
The Blue Bedspread (Das blaue Tuch) von Raj Kamal Jha hat keinen tieferen Eindruck bei mir hinterlassen.




Kiran Desais
Hullabaloo in the Guava Orchard (Der Guru im Guavenbaum) bietet gute Unterhaltung verbunden mit interessanter Exotik.
Jhumpa Lahiris
The Namesake (Der Namensvetter) wurde ja schon erwähnt und ist auch lesenswert, noch besser hat mir aber ihre Kurzgeschichtensammlung
Interpreter of Maladies (Melancholie der Ankunft) gefallen. Atmosphärisch dichte, sehr stimmungsvolle, leise Geschichten, die mich tief berührt haben.




Und nun zum SUB:
The God of Small Things (Der Gott der kleinen Dinge) von Arundhati Roy wurde ebenfalls schon genannt, im Gegensatz zu
Anita Nairs
Ladies Coupé (Das Salz der drei Meere), das hoffentlich besser ist als es der deutsche Titel ahnen ist.
Das nicht ins Deutsche übersetzte
The Hero's Walk von Anita Rau Badami ist mir mal verbilligt in die Hände gefallen. Mal schauen, ob es die paar Kronen wert war.
Amitav Ghosh wurde mir als sehr lesenswert von meinem Bruder empfohlen. Allerdings sprach er besonders lobend von
The Glass Palace (Der Glaspalast), während bei mir
The Hungry Tide (Hunger der Gezeiten) subt.





Noch mehr ins Schwärmen kommt besagter Bruder, wenn er von R. K. Narayan spricht, der alle seine Romane in der fiktiven Stadt Malgudi spielen lässt. Bei mir liegen
The Guide (Der Fremdenführer) und
More Tales from Malgudi, ein Sammelband mit vier kurzen Romanen.
K. May fragte nach indischer Fantasy/Krimis/Horror. Damit kann ich nicht dienen, wohl aber mit einer indischer Zukunftsvision: auf
The Last Jet Engine Laugh von Ruchir Joshi wurde ich durch eine Rezension in meiner Tageszeitung aufmerksam. (Nicht übersetzt.)




Alle genannten Bücher haben eines gemeinsam: sie wurden allesamt auf englisch geschrieben. Das einzige meiner Bücher, das in einer der vielen Sprachen des indischen Subkontinents geschrieben wurde ist
Samskara von U. R. Anantha Murthy. Leider gibt meine schwedische Übersetzung nicht an, welche die Originalsprache ist.

