Das mit Wittgenstein als Ich-Erzähler fand ich anfangs ebenfalls etwas verwirrend, aber nun störts mich eigentlich gar nicht mehr.
@Wendy: Das mit Wittgenstein, der auch von den Gefühlen, Erlebnisse usw. der anderen Personen erzählt, empfinde ich genauso wie du. Ich finde es etwas unrealistisch, dass er ALLES wissen kann.
So, ich bin nun bei Kapitel 3 angelangt.
Was ich noch ein wenig unrealistisch fand, war wie Emily so einfach den Zug oder die U-Bahn nahm; kostet das etwa gar nichts? Schließlich hat sie gewiss kein Geld bei sich und es wird ja normalerweise auch regelmäßig nach Tickets kontrolliert, oder etwa nicht?
Naja, es ist zwar ein Fantasy-Roman, aber einige wenige Sachen müssen halt etwas realistisch sein, dass mit Zug/U-Bahn ist mir halt aufgefallen...
Die Szene mit dem Werwolf fand ich spannend! Zudem ich Wölfe auch mag! Naja, Werwölfe... gruselig, schon, aber sie stehen ja doch in arger Verbindung mit den Wölfen (sie sind ja selbst welche), weshalb ich nicht nur Abscheu für sie empfinden kann.
Das war doch auch der gleiche Werwolf der Mara entführt hat, oder? Aber wo hat er sie dann bloß gelassen? ... Ob's wirklich der Gleiche war?
Noch etwas ist mir aufgefallen, naja, es ist zwar wirklich SEHR doof aber dennoch: Wie hat Maurice Micklewhite sich eigentlich seine blonden Locken machen lassen? Ein/e Frisör/in hätte seine spitzen Ohren doch bemerken müssen. Hat er sie etwa selbst frisiert oder sind sie gar natürlich? Aber darüber spekulier ich mal lieber nicht.

Maurice fand ich zwar von Anfang an in Ordnung, aber seit er Aurora aus dem Waisenhaus geholt hat, ist er mir noch sehr viel sympathischer. Überhaupt tat mir Aurora sehr Leid, als sie geprügelt wurde und allein in der Finsternis saß. Und ihr Wiedersehen mit Emily fand ich rührend und sehr erfreulich! Meiner Meinung nach sind die beiden ein perfektes Team und gehören zusammen. Ich finde es gut, dass Christoph Marzi Emily nicht als "verhasste Missgeburt ohne eine einzige Freundin/einen einzigen Freund" dastehen lassen hat, das gibts doch schon sooft!
Und dass der Reverend Dombey zwei Schützlinge verloren hat und zudem noch von Emily Ungehorsam erntete war genial, ich empfand aufrichtige Genugtuung!
Das Verschwinden der vielen Kinder in London zu glänzlich verschiedenen Zeiten macht mich stutzig: Was ist da wohl nur passiert???
Ach ja, was Wittgenstein betrifft: Er kommt mir ziemlich kühl mit Kindern vor, aber ich denke dass er und Emily gute Freunde werden könnten. Im Grunde ist er bestimmt sehr nett, aber er ist halt irgendiwe "anders", anders kann ich es nicht ausdrücken.
Und nach London würde ich gerne mal reisen, ich fand diese Stadt schon immer faszinierend, aber jetzt, wird mein Wunsch einmal dorthin zu gehen immer größer...
Bisher ist es auf jeden Fall ein sehr spannender und gut geschriebener Roman!