Diana Wynne Jones – Howl’s Moving Castle
Inhalt:Nach dem Tod ihres Vaters bleibt Sophie Hatter als älteste von drei Geschwistern nicht viel anderes übrig, als den Hutladen ihres Vaters zu übernehmen. Ist sie doch überzeugt davon, dass man als älteste Schwester verdammt dazu ist, immer von Pech verfolgt zu sein und alles falsch zu machen. So wird sie zur Einzelgängerin, die nicht gerne aus dem Haus geht und sich einige Eigenheiten angewöhnt – so spricht sie zum Beispiel mit den von ihr gefertigten Hüten.
Eines Tages jedoch kommt die „Witch of the Waste“ in den Laden und verwandelt sie kurzerhand in eine alte Frau. Verzweifelt flüchtet sie von zu Hause und landet schließlich im wandelnden Schloss des „bösen“ Zauberers Howl, von dem behauptet wird, dass er die Herzen junger Mädchen stiehlt…
Meinung zum Buch:Ganz zufällig ist dieses bezaubernde Buch (durch diesen Thread hier) auf meiner Wunschliste und schließlich auf meinen SUB gelandet, ohne dass ich vorher jemals etwas von der Autorin gehört oder gelesen hätte. Im Rahmen des SLW 2010 habe ich das Buch jetzt verschlungen.
Es handelt sich um eine sehr kurzweilige, fantasievolle Geschichte, die mit ihren witzigen Einfällen und ihren wunderbaren Charakteren glänzt.
Gleich zu Beginn des Buches lernt der Leser Sophie kennen, eine etwas einzelgängerische, verschrobene junge Frau, die davon überzeugt ist, dass es für die älteste von drei Geschwistern keinen Sinn hat, in die Welt hinauszuziehen und ihr Glück zu suchen. Deshalb fügt sie sich in ihr Schicksal und verbringt ihre Tage damit, Hüte zu verzieren und beginnt vor Einsamkeit, mit diesen zu sprechen. Schon von Beginn an hegte ich große Sympathien für Sophie, fühlte mich ihr gewissermaßen auch verbunden.
Schon die Grundidee des Buches ist wunderbar außergewöhnlich: Howl, sein Zauberlehrling Michael und der geheimnisvolle Feuerdämon Calcifer leben in einem sich bewegenden Schloss, dass allerdings 4 Ausgänge besitzt – an 4 verschiedenen Orten. Einer der Ausgänge öffnet sich zu Howls Geburtsort in Wales, einer führt nach Porthaven, wo Howl seine Zauberer-Ausbildung genossen hat, einer befindet sich in der Residenz des Königs und der vierte schließlich ist der Ausgang des wandelnden Schlosses, das sich in der Nähe von Sophies Heimatstadt Market Chipping befindet.
Sophie ergibt sich überraschend schnell in ihr Schicksal – ist sie doch der Ansicht, dass sie von ihrem Lebensstil her ohnehin schon eher einer alten Dame gleicht. Doch ist sie als ältere Dame energisch genug, um in das wandelnde Schloss Einlass zu begehren und dort als unermüdliche Haushaltshilfe anzuheuern. Es hat mir großen Spaß gemacht, zu verfolgen, wie Sophie zunächst alle im Schloss mit ihrer Neugier und ihrem Putzwahn in den Wahnsinn treibt und wie sie die ältere Frau schließlich doch allmählich lieb gewinnen. Vom Feuerdämon Calcifer bekommt Sophie die Aufgabe gestellt, herauszufinden, was die Bedingungen des Vertrages sind, den er mit Howl abgeschlossen hat. Nur auf diese Weise kann der Vertrag, der für die beiden Beteiligten nicht gut ist, gelöst werden. Calcifer darf Sophie aber lediglich versteckte Hinweise auf den Inhalt des Vertrages geben. Bis zum Schluss rätselte ich, was es mit diesem Vertrag wohl auf sich hat.
Wie auch Sophie gelang es mir schnell, mein Herz für die Schlossbewohner zu erweichen. Insbesondere Howl gefiel mir sehr gut, der in der Tat die Herzen junger Mädchen stiehlt – nur auf andere Weise, als Sophie zunächst vermutet. Auch für den Zauberlehrling Michael, mit dem Sophie sich schnell anfreundet und den Feuerdämon Calcifer konnte ich mich schnell erwärmen, da sie sehr gelungen und lebendig ausgearbeitet sind und so vor meinem geistigen Auge zum Leben erwachen.
Das Buch ist eine gelungene Mischung aus herzerfrischendem Humor, einem Feuerwerk phantastischer Ideen und auch einigen nachdenklichen Passagen. Der Schreibstil ist wunderbar flüssig, so dass ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen mochte. Das Ende kam mir zwar fast etwas zu plötzlich und schnell um die Ecke, hat mich aber trotzdem mit einem zufriedenen Gefühl zurückgelassen.
Fest steht, dass „Howl’s Moving Castle“ auf keinen Fall mein letztes Buch von Diana Wynne Jones gewesen ist.
Alles in allem ein wunderbar fantasievolles Leseerlebnis, das mich immer wieder zum Schmunzeln brachte und das ich jedem Liebhaber phantastischer Geschichten mit gutem Gewissen ans Herz legen kann.
