Meine Eindrücke:Nachdem ich schon öfters gelesen habe, dass Christoph Marzi sich bei Lycidas stark von Gaimans Buch hat inspirieren lassen, war ich sehr neugierig darauf. Die Ähnlichkeiten sind teilweise so groß, dass froh bin, dass ich Lycidas zuerst gelesen habe, denn sonst hätte ich beim Lesen sicher Frust geschoben.
Niemalsland ist eine spannende, fantasievolle und düstere Geschichte, in welcher der Autor nicht zimperlich mit den handelnden Personen umgeht. Besonders gruselig sind die Figuren Mr. Croup und Mr. Vandemar, die als Auftragsmörder und Folterknechte mit bösem Humor durch die Handlung flanieren.
Doch es gibt noch mehr markante Figuren, welche die Geschichte beleben und bereichern. Mir hat es vor allem der Maquis de Carabas angetan, ein windiger und aalglatter Typ, der davon lebt anderen einen Gefallen zu tun und der sich wiederum mit einem Gefallen bezahlen lässt.
Die Welt unter London ist eine gefährliche, aber auch fantastische Welt, die oft so düster und beklemmend beschrieben wird, dass ich sie zwar faszinierend finde, aber dort auf keinen Fall leben möchte.
Leider gibt es einige Dinge und Fragen, die bis zum Ende nicht zufriedenstellend aufgelöst werden, oder sogar offen bleiben. Man muss nach eigenen Erklärungen suchen, was ich teilweise etwas unbefriedigend fand.
Außerdem hält sich der Autor, wie schon bei Sternenwanderer, nicht mit ausführlichen Beschreibungen auf. Wenn Richard durch diese versteckte Welt stolpert, werden die einzelnen Stationen zwar beschrieben, aber für meinen Geschmack hätte das ruhig ausführlicher sein können.
Insgesamt ist das Buch ein kurzweiliges und spannendes Leseabenteuer mit einem Hauch Grusel.

LG, Aurian