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Autor Thema: Siri Hustvedt - Was ich liebte  (Gelesen 2580 mal)

Doris

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Re: Siri Hustvedt - Was ich liebte
« Antwort #15 am: 02. Juli 2008, 21:12:51 »

Hm, das macht mich nun wieder unsicher. In Deiner Rezi klang das noch neutraler. Ich muss mal sehen, was Dennis Scheck dazu sagt. In seiner letzten oder vorletzten Sendung hat er Hustvedt interviewt, aber ich kann mich nicht mehr genau daran erinnern, was er von dem Roman hält.

Vielleicht kriege ich es vorab in der Bücherei, dann wäre zumindest kein Geld in den Sand gesetzt.
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creative

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Re: Siri Hustvedt - Was ich liebte
« Antwort #16 am: 03. Juli 2008, 06:10:13 »

Ich habe die Sendung "Druckfrisch" damals auch gesehen.  Es ging aber - soweit ich mich erinnere  - weniger um das Buch (als Empfehlung oder Kritik) als vielmehr um die Person der Siri Hustvedt. Sie kam  sehr charismatisch, sympathisch und humorvoll rüber! Sie hat sehr viel Autobiografisches in dieses Buch einfließen lassen.
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:blume:  Herzliche Grüße!  :blume:
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bane77

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Re: Siri Hustvedt - Was ich liebte
« Antwort #17 am: 09. April 2009, 14:53:18 »

Siri Hustvedt - Was ich liebte



Meinung:
Dieses wundervolle Buch von Siri Hustvedt hat drei große Themen: die Kunst, die Liebe und den Absturz eines Jugendlichen. Es handelt von zwei befreundeten Ehepaaren mit ihren beiden Söhnen und erzählt deren Geschichte mit all ihren Verflechtungen.

Der erste Teil des Buches beschreibt die Freundschaft zwischen Leo Hertzberg (dem Ich-Erzähler des Buches) und einem aufsteigenden Künstler - Bill Wechsler. Man erfährt viel Grundlegendes über den Hintergrund der beiden Männer, ihre Beziehungen und ihre Vergangenheit. Genial fand ich die Diskurse über Kunst, die Beschreibungen der Werke Bills, die Hustvedt vor dem inneren Auge des Lesers auferstehen lässt.

Teil zwei beginnt sehr abrupt mit einem Unglück und beschreibt im Folgenden wie Leo und seine Frau Erica mit diesem Schicksalsschlag umgehen. Es ist unheimlich berührend bei ihnen sein zu dürfen. Es ist interessant, wie unterschiedlich sie damit umgehen und auch wie sich ihre Beziehung entwickelt. Es ist der intimste und für mich beste Teil des Buches.

Ein wenig zu unrealistisch und abgehoben (man denke nur an den Teddy Giles...  :rollen:). Es erzählt die Geschichte von Bills Sohn Mark, der sich in ein Netz von Lügen verstrickt, Drogen nimmt und die falschen Freunde wählt. Es beschreibt den Kampf der Familie, den Sohn wieder auf den Pfad der Tugend zu bringen. Die Hoffnungen auf Besserung und die immer wieder folgenden Enttäuschungen.

Ich fand es sehr spannend, wie Siri Hustvedt immer wieder Kunstwissen in ihren Roman eingebunden hat ohne jemals langweilig oder belehrend zu werden. Auch die Einschübe über die Bücher, die Bills Frau Violet verfasst, waren großartig und haben in mir den - leider nicht erfüllbaren - Wunsch geweckt, diese Werke zu lesen.

Siri Hustvedt hat mich mit ihrer Sprache gefangen genommen. Sie schreibt ruhig, niemals aufdringlich, aber extrem eindringlich und berührend. Ich werde auf jeden Fall noch mehr von ihr lesen.

Das Buch bekommt von mir  4ratten:marypipeshalbeprivatmaus:

Den halben Punkt Abzug aus dem Grunde, dass Teil 3 einfach einen Tick zu abgedreht und unglaubwürdig war.

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Ninette

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Re: Siri Hustvedt - Was ich liebte
« Antwort #18 am: 14. Dezember 2011, 00:16:05 »

Ich habe vor ein paar Tagen angefangen Was ich liebte zu lesen und bin ganz hingerissen. Die Sprache ist so schön, dass man sich jedes Wort auf der Zunge zergehen lassen will. Ich habe auch gar nicht das Bedürfnis schnell zu wissen was passiert, sondern schlendere gemütlich durch die Seiten und genieße das Buch.  :herz:
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Cuddles

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Re: Siri Hustvedt - Was ich liebte
« Antwort #19 am: 14. Dezember 2011, 10:12:48 »

:gruebel: Ich dachte eigentlich, dass ich eine Rezi für dieses Buch verfasst hätte. Aber anscheinend haben sich meine Beiträge auf unsere damalige Leserunde beschränkt. Ich weiß jedenfalls noch, dass ich die Sprache auch sehr schön fand, aber inhaltlich war das Buch nicht immer einfach.

Ich bin auf jeden Fall gespannt auf deine weiteren Eindrücke. :winken:

Ninette

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Re: Siri Hustvedt - Was ich liebte
« Antwort #20 am: 14. Dezember 2011, 18:50:18 »

Bis jetzt ist noch nicht so viel passiert.
Gerade hat Bill
Spoiler (Klick zum Anzeigen/Verbergen)
Das mit den Rezis ging mir auch schon zweimal so die letzten Wochen.
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Ninette

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Re: Siri Hustvedt - Was ich liebte
« Antwort #21 am: 23. Januar 2012, 00:53:34 »

Siri Hustvedt
Was ich liebte
OT: What I Loved
Erstveröffentlichung 2003
Aus dem englischen von Uli Aumüller, Erica Fischer und Grete Osterwald (2009)
Rowohlt Verlag
477 Seiten


Inhalt
Die Geschichte dreht sich um zwei Künstlerfamilien in New York. Klar im Mittelpunkt steht die enge Freundschaft zwischen dem Ich-Erzähler Jo und dem Künstler Bill. Beide bekommen zeitgleich einen Sohn, wohnen mit ihren Frauen im selben Haus. Jedoch hält das Glück nicht lange...

Der erste Satz
Gestern fand ich Violets Briefe an Bill.

Wie kam die Geschichte in meine Hände?
Das Buch bekam ich beim Osterwichteln 2010

Meine Meinung
Was ich liebte ist ein ganz wundervolles Buch, ich bin noch immer wie verzaubert.
Die Freundschaft von Jo und Bill hat mich sehr berührt. Die Art wie sie einander bereichern und helfen, für einander da sind, ist beeindruckend. Mir hat auch die Vater-Sohn-Beziehung zwischen Jo und Matt sehr gut gefallen. Die Art, wie Jo alles erklärt und die philosophischen Gespräche, die sie führen.
Als im zweiten Teil ein tragisches Unglück geschieht, müssen alle lernen mit diesem Schlag umzugehen. Man könnte hier leicht in einen kitschig-melodramatischen Stil abrutschen, doch Siri Hustvedt umschreibt die Trauer in einer so anrührenden und zarten Art, dass von Kitsch keine Rede sein kann.
Der dritte Teil des Buches ist fast schon ein kleiner Krimi. Es dreht sich alles um Bills Sohn Marc und einen verrückten Künstler. Obwohl mir dieser Teil nicht so gefallen hat, möchte ich ihn nicht missen. Denn jede Zeile, die ich mit Jo auf der Reise über die Seiten verbringen durfte, war für mich Gold wert.

Insgesamt finde ich die Charaktere sehr liebevoll gestaltet, keiner ist zu viel oder zu wenig. Jeder hat eine bestimmte Funktion und ist für die Geschichte wichtig.
Der atmosphärische Schreibstil hat es mir besonders angetan. Für mich ist er das, was das Buch wirklich lesenswert macht. Siri Hustvedts Sprache ist wunderschön und die beschriebenen Orte und Personen werden vor dem inneren Auge sichtbar.
Ich wünschte, ich hätte das Buch noch nicht gelesen. Denn auch wenn ich es wieder lesen werde, ist die erste Entdeckung doch am Schönsten.

Bewertung: 5ratten
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Kirsten

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Re: Siri Hustvedt - Was ich liebte
« Antwort #22 am: 08. Februar 2012, 16:00:43 »

Hallo!

Ich habe vor ein paar Tagen angefangen Was ich liebte zu lesen und bin ganz hingerissen.

Hingerissen bin ich auch. Was ich liebte ist ein Buch, das mich von ersten Satz an gepackt hat und nicht mehr losläßt. Die beiden Paare, die zur selben Zeit Ähnliches erleben und trotzdem so unterschiedlich sind zu beobachten, finde ich spannend. Jeder von ihnen hat eine ganz spezielle Persönlichkeit, die die Erzählung so lebendig macht. Ich bin noch nicht sehr weit im Buch und freue mich sehr aufs Weiterlesen.

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Re: Siri Hustvedt - Was ich liebte
« Antwort #23 am: 09. Februar 2012, 14:22:24 »

Hallo!

Ich bin immer noch ganz gefangen von dieser wunderbaren Geschichte, auch wenn sie sehr traurig ist. Ich wusste vom ersten Kapitel an, dass Lucille und Bill sich trennen werden. Ich finde es sehr schön, wie die Violet von Bills Freunden akzeptiert wird. Der erste Teil dreht sich um die Freundschaft der vier Erwachsenen, die weit über befreundetet Paare hinaus geht und die Freundschaft der beiden Jungen und ihr Heranwachsen.

Der zweite Teil beginnt mit einem Satz, der mich sprachlos gemacht hat. Das hätte ich nicht erwartet. Ab jetzt geht es hauptsächlich um Trauer und wie sie Menschen und Beziehungen zerstören kann. Siri Hustvedt beschreibt diese Trauer so anschaulich dass mir das Lesen manchmal nicht leicht gefallen ist. Aber das Leben geht weiter und Normalität muss einkehren- auch wenn es allen Beteiligten sehr schwer fällt. Jeder einzelne geht anders mit seiner Trauer um und deshalb verändert sie jeden auf eine ganz besondere Weise.

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Re: Siri Hustvedt - Was ich liebte
« Antwort #24 am: 14. Februar 2012, 14:21:44 »

Hallo!

Der dritte Teil hat der Geschichte noch einmal eine ungeahnte Wendung gegeben, obwohl sich das Drama schon ein bisschen abgezeichnet hat. Leo wird in eine Welt hineingezogen, die er nicht begreifen kann und will. Trotzdem versucht er immer wieder, Marc auf den richtigen Weg zurück zu bringen. Er versucht, ihm der Vater zu sein den er mit Ben nicht hatte. Gleichzeitig ist es für ihn auch ein bisschen so, als ob er wieder einen Sohn hätte. Deshalb kann er ihn nicht aufgeben- egal was er tut.

Was ich liebte ist eine wunderbare Geschichte um die Freundschaft zweier Männer. Es ist aber auch die Geschichte von Leo, der in meinen Augen etwas ganz Besonderes ist.
 5ratten

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Re: Siri Hustvedt - Was ich liebte
« Antwort #25 am: 18. Februar 2012, 12:39:12 »

Was ich liebte ist eine wunderbare Geschichte um die Freundschaft zweier Männer. Es ist aber auch die Geschichte von Leo, der in meinen Augen etwas ganz Besonderes ist.

Da stimme ich dir voll und ganz zu. Ich habe Leo auch als etwas Besonderes wahrgenommen, ein wunderbarer Mensch.
Aber er war auch von ein Paar wunderbaren und außergewöhnlichen Menschen umgeben. Bill, Mark und ganz besonders Laszlo, den ich - obwohl er immer nur am Rand Leos Gesichte berührt - sehr ins Herz geschlossen habe.
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Re: Siri Hustvedt - Was ich liebte
« Antwort #26 am: 26. Februar 2012, 07:54:03 »

Hallo!

Aber er war auch von ein Paar wunderbaren und außergewöhnlichen Menschen umgeben.

Das stimmt :winken: Jeder von ihnen hat dazu beigetragen, dass die Geschichte etwas Besonderes wurde. Laszlo ist mir erst recht spät nach seinem ersten Auftreten aufgefallen, aber dann habe ich ihn auch nicht mehr aus den Augen gelassen.

Liebe Grüße
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