Nachdem ich das Buch schon einige Male in den Händen hielt, hab´ ich es letzten Dienstag ausgeliehen - und bis Montag durchgelesen

. Allein dies ist ein gutes Zeichen für ein Buch (,wobei ich Bücher, an denen ich länger lese, nicht als schlecht bezeichnen möchte/könnte).
Ein Grund dafür, warum ich es länger liegen gelassen hatte, war die Tatsache, daß es in Ich-Form geschrieben ist - ein Schreibstil, mit dem ich mich noch nie richtig anfreunden konnte. Aber das war nach ein paar Seiten vergessen und ich war sehr gefesselt von der Handlung. Die Hauptfigur war mir sehr sympathisch, auch wenn sie sehr unsicher und unerfahren war...vielleicht gerade deshalb. Besonders gelungen fand ich auch ihre Verwandlung in eine reifere Frau gegen Ende des Buches, die ja geradezu über Nacht stattgefunden hat, aber dennoch glaubwürdig war.
Maxim de Winter -

tja, Männer jenseits der vierzig mit guten Manieren, einer verschlossenen Schale und teilweise unbrechenbaren Gemütsschwankungen haben sowas an sich, daß (junge?) Frauen wie mich gleich schwach werden läßt

*schmacht*. Und dann auch noch die Vermutung, die dem Leser nahegebracht wird, daß er noch um seine erste Frau trauert, machte ihn von Anfang an seeeeehr interessant. Wie er seine junge Frau (die Namenlose

) behandelt hat, als sie frisch verheiratet auf Manderley ankamen, hat schon weh getan. Aber den Leser andererseits auch wieder neugierig gemacht, warum er sie nur wie ein „Schoßhündchen“ behandelt, seine Gedanken und Gefühle scheinbar nicht mit ihr teilen will und ihr seit ihrem Kennenlernen nicht einmal die drei magischen Worte gesagt hat. Auch hier wird dem Leser wieder glaubhaft versichert, er bringe Rebecca noch zuviele Gefühle entgegen, als daß er sich seiner jetzigen Frau zuwenden könnte mit allem, was dazu gehört. Ich sollte an der Stelle aufhören, bevor ich noch etwas Wesentliches verrate...

Vor dem Buch hatte ich die Hitchcock-Verfilmung schon einmal gesehen, allerdings war das länger her, so daß ich mich kaum noch an die Handlung erinnern konnte. V.a. nicht an das Ende, als Rebeccas Leben noch einmal so dargelegt wird, wie es tatsächlich war, und wie sie umgekommen ist. Auch hier wurde ich also überrascht und habe mitgefiebert.
Alles in allem hat es mir seeeehr gut gefallen und ich überlege gerade, welches Buch von Daphne du Maurier ich als nächstes lesen soll. Deshalb vergebe ich:

Die Verfilmung von 1997 habe ich mir natürlich gleich bestellt, muß aber noch bis Weihnachten warten!

Nach dem Lob hier finde ich diese Warterei noch schlimmer, aber mir wird wohl nichts anderes übrig bleiben. Die Hitchcock-Verfilmung will ich auch auf alle Fälle haben, bin aber leider noch nicht darüber gestolpert.