 
| | Philip Roth (geb. 1933) Jedermann Originaltitel: Everyman Erstveröffentlichung: 2006 aus dem Amerikanischen von Werner Schmitz Verlag: Rowohlt Taschenbuch 157 Seiten
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Ich habe meinen Vorrednern nicht viel hinzuzufügen. Ich habe Philip Roths "Jedermann" vor wenigen Minuten zugeschlagen, bin beeindruckt, und das Buch wird mich bestimmt noch eine Weile beschäftigen.
Inhalt:Das Leben des namenlosen Protagonisten ist bereits zu Beginn des Buches beendet. Es setzt mit seinem Begräbnis ein, zu dem sich seine Tochter und seine Söhne sowie seine zweite Frau eingefunden haben. Danach erst wird seine Lebensgeschichte vor dem Leser ausgebreitet. Die Geschichte eines Lebens, das bereits früh von Krankheiten und körperlichen Gebrechen geprägt war, von sexuellen Obsessionen, vom Scheitern als Ehemann und Vater, und schließlich vom Älterwerden und der Trostlosigkeit, der Trauer und der Einsamkeit im Alter, wenn der körperliche Verfall einsetzt, Freunde und ehemalige Kollegen sterben und dem "Jedermann" bewusst wird, dass auch er bald sterben wird.
Meine Meinung:"Jedermann" ist ein eindringliches, beeindruckendes, aber auch höchst deprimierendes Buch, das mir schon ein wenig Angst vorm Älterwerden macht. Was man hier zu lesen bekommt, ist kein optimistischer Ausblick aufs Alter, auf einen möglichen "zweiten Frühling" unter dem Motto "Aktiv im Alter", sondern die Schilderung eines Mannes, der im Laufe seines Lebens einiges erreicht hat, jedoch am Ende erkennen muss, dass er gescheitert ist, seine Ehen zerstört hat, seine Söhne, die keinen Kontakt zu ihm haben wollen, "verloren" hat und schließlich einsam, alt und krank auf seinen Tod zusteuert. So heißt es treffend im Buch: "Das Alter ist kein Kampf; das Alter ist ein Massaker."
Und ich als Leser ertappe mich bei der Lektüre immer wieder dabei, nach Parallelen oder Anzeichen einer ähnlichen Entwicklung bei mir zu suchen, und erkenne schließlich, dass das Leben, das unser "Jedermann" da führt, jedem von uns so oder ähnlich widerfahren könnte, wenn wir nicht aufpassen. Und das sind dann die Momente, in denen ich mir vornehme, immer ein anständiger Mensch zu sein, meine Mitmenschen nicht zu enttäuschen und schließlich bald mit dem gesünderen Leben zu beginnen...
Auch wenn sich das alles sehr bedrückend anhören mag - das Buch hat mir sehr gut gefallen. Schließlich hat es mich zum Nachdenken gebracht. Das ist schon mal eine Menge wert. Außerdem ist es in einer sehr schönen, schlichten und gut verständlichen Sprache geschrieben und ließ sich nicht zuletzt wegen des geringen Umfangs schnell lesen.
Meine Wertung:
