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Autor Thema: Eric-Emmanuel Schmitt - Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran  (Gelesen 4193 mal)

IceTea

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Re: Eric-Emmanuel Schmitt, "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran"
« Antwort #15 am: 03. August 2007, 18:15:55 »

Hallo !

Ich habe heute auch das französische Original gelesen, nachdem ich vor einiger Zeit schonmal die deutsche Ausgabe gelesen habe und ich muss zustimmen, dass mit der Übersetzung einiges flöten ging.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen trotz der 85 Seiten in der französischen Ausgabe.
Sehr schön fand ich die Stellen, an denen Moise ( Moses) versucht, mit einem Lächeln im Leben weiterzukommen.
Eric- Emmanuel Schmitt zeigt in diesem Werk wie schön und grausam das Leben zugleich sein kann, das finde ich sehr toll...
Ich will hier nicht zu viel verraten.

Ich gebe dem Buch 4ratten und  :marypipeshalbeprivatmaus: , weil es eine wundervolle Lektüre war für diesen Nachmittag. Jedoch habe ich mir an manchen Stellen ein klein wenig mehr gewünscht, da muss ich mich meinen Vorrednern anschließen.
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Weratundrina

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Re: Eric-Emmanuel Schmitt, "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran"
« Antwort #16 am: 23. Januar 2008, 18:31:19 »

Ich habe das Büchlein eben gelesen und kann die Stimmen, die nach mehr verlangen gar nicht nachvollziehen, es muss ja nicht immer alles so ausformuliert sein. Zumal es sich ja nicht um ein "Buch" sondern eben um eine einzeln eingebundene Kurzgeschichte handelt. 

Jedenfalls hat mir die Geschichte sehr gut gefallen und auch nachdenklich gemacht. Nicht so sehr, was den religiösen Aspekt betrifft, sondern eher den zwischenmenschlichen. Die Szenen mit den Derwischen fand ich sehr schön, da ich ich vor kurzem erst auf Phoenix eine Reportage darüber gesehen habe. Nur verwunderlich, dass Momo so direkt "einsteigen" konnte, aber verwunderlich waren ja auch noch andere Dinge. Auch die Pariser Szenen waren sehr leicht und doch sinnlich. Insgesamt schon ein schönes Leseerlebnis.

Warum hast du es eigentlich verkauft, Luci, wo es dir doch so gut gefallen hat? Na ja - gut für mich! :zwinker:

Ich vergebe 3ratten:marypipeshalbeprivatmaus:
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Viele Grüsse,
Weratundrina

kathchen

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Re: Eric-Emmanuel Schmitt, "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran"
« Antwort #17 am: 02. Februar 2008, 20:28:15 »

Eric-Emmanuel Schmitt - Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran


Klappentext:

Die hinreißende Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft. Manchmal klaut Moses, der in Paris lebt, Konserven im Laden von Monsieur Ibrahim und glaubt, dass dieser nichts merkt. Doch der hat den jüdischen Jungen schon längst durchschaut. Denn Monsieur Ibrahim, der für alle nur >>der Araber an der Ecke<< ist, sieht mehr als andere. Er ist ein verschmitzter Weiser, der viele Geheimnisse kennt - auch die des Glücks und des Lächelns.


Meine Meinung:

Moses, der von Monsieur Ibrahim nur Momo genannt wird, hat recht große Minderwertigkeitsprobleme. Er fühlt sich von allen allein gelassen und gibt sich selbst dafür die schuld. Monsieur Ibrahim hilft ihm, mehr Selbstbewusstsein zu bekommen und gibt ihm Ratschläge aus seinem Koran, z.B. höflich zu sein und zu lächeln. Und dadurch kommt er plötzlich auch im Leben weiter. Kaum "lernt" er zu lächeln, sind alle nett zu ihm. Selbst die hübscheste "Dirne" geht mit ihm auf ihr Zimmer.
Insgesamt fand ich es nicht so gelungen. Es gab recht viele Szenen, die mich gestört haben.
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Aber da das Buch ja recht kurz ist, hat man es schnell hinter sich.
Positiv kann ich aber noch vermerken, dass das Thema Toleranz gut aus der Geschichte hervorgeht und es gab auch 2-3 Szenen, die mir gefallen haben und mir gewünscht hätte, dass Schmitt diese etwas weiter ausbaut, gibt es von mir immerhin 2ratten
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sandhofer

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Re: Eric-Emmanuel Schmitt, "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran"
« Antwort #18 am: 03. Februar 2008, 11:15:05 »

Insgesamt fand ich es nicht so gelungen. Es gab recht viele Szenen, die mich gestört haben.
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Warum hat Dich denn das gestört? Ich finde den ersten Satz der Geschichte sogar ziemlich gelungen ...
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tjaa

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Re: Eric-Emmanuel Schmitt, "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran"
« Antwort #19 am: 03. Februar 2008, 11:54:53 »

Ich habe das Buch hier auch liegen (die französische Reclam-Ausgabe mit Wortangaben) und bin schon sehr gespannt. Die Meinungen scheinen ja bei diesem Buch sehr auseinander zu gehen.
Heißt das wirklich so:
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Weratundrina

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Re: Eric-Emmanuel Schmitt, "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran"
« Antwort #20 am: 03. Februar 2008, 12:00:32 »

Ja, es fängt genau so an und ich finde den Einstieg sehr gelungen. Auf jeden Fall ein Satz, der sehr geschickt quasi zum Weiterlesen zwingt.
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Viele Grüsse,
Weratundrina

sandhofer

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Re: Eric-Emmanuel Schmitt, "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran"
« Antwort #21 am: 03. Februar 2008, 14:26:27 »

Heißt das wirklich so:
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Im Original hat er das Schwein zerdeppert (cassé).
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tjaa

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Re: Eric-Emmanuel Schmitt, "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran"
« Antwort #22 am: 03. Februar 2008, 17:35:42 »

@ sandhofer
Auf das hab ichs ja bezogen, ich hab nur die Originalausgabe in französisch. ;)
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kathchen

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Re: Eric-Emmanuel Schmitt, "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran"
« Antwort #23 am: 03. Februar 2008, 20:08:00 »

Insgesamt fand ich es nicht so gelungen. Es gab recht viele Szenen, die mich gestört haben.
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Warum hat Dich denn das gestört? Ich finde den ersten Satz der Geschichte sogar ziemlich gelungen ...

Ich fand das sehr komisch.
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Breña

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Re: Eric-Emmanuel Schmitt, "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran"
« Antwort #24 am: 22. März 2008, 09:23:19 »

Dieses Büchlein wird ja heiß diskutiert! Ich schließe mich eher der Seite an, die leicht ablehnend reagiert hat, da auch ich mir mehr versprochen habe. Zwar finde ich sandhofers Anleihe aus der Malerei sehr passend und stimme voll und ganz zu, trotzdem fehlte auch mir das "mehr". Bibses Vergleich mit einem französischen Frühstück, locker-leicht aber nicht sättigend, trifft es wunderbar. Wahrscheinlich liegt es tatsächlich daran, dass die Charaktere recht flach bleiben, obwohl die Geschichte sehr ungewöhnliche Wendungen nimmt.

Viele Grüße
Breña
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Re: Eric-Emmanuel Schmitt, "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran"
« Antwort #25 am: 22. März 2008, 11:28:52 »

Hallo
Also, ich fand es auch nicht so toll. Zu aufgesetzt und gewollt. Aber meine Schwester liebt es... Die Geschmäcker sind verschieden...
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sandhofer

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Re: Eric-Emmanuel Schmitt, "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran"
« Antwort #26 am: 22. März 2008, 12:20:24 »

dass die Charaktere recht flach bleiben

Ich glaube nicht, dass M. Ibrahim oder der Ich-Erzähler "flache" Charaktere sind. Selbst der Vater erhält auf den paar Seiten, die die Erzählung beansprucht, sehr viel Profil.

Es ist eine Geschichte, für deren Lektüre man sich - trotz oder vielleicht gerade wegen ihrer Kürze - sehr viel Zeit lassen sollte. In dieser Beziehung ähnelt sie eher einem Gedicht. ;)
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Breña

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Re: Eric-Emmanuel Schmitt, "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran"
« Antwort #27 am: 24. März 2008, 15:55:54 »

Mit dieser Diskussion im Hinterkopf habe ich das Buch nochmals gelesen, aber ich bleibe bei meiner Kritik. Inzwischen habe ich nämlich auch Oskar und die Dame in rosa gelesen, die mir eindeutig besser gefallen hat. Vielleicht kann ich meinen Kritikpunkt etwas besser erklären: die Charaktere sind nicht wirklich flach, natürlich durchlaufen sie Veränderung und sind von Schmitt gut durchdacht. Aber angesichts all der ungewöhnlichen und bedeutungsschweren Dinge, die sich ereignen, reicht es mir nicht. Die Veränderungen sind zu vorhersehbar, zu wenig raffiniert. In Oskar ist die Handlung deutlich reduzierter, die Entwicklung, die der kleine Junge durchmacht, aber mit mehr Einfallsreichtum dargestellt. Besser kann ich mein „Bauchgefühl“ nicht beschreiben.  :rollen: Vielleicht sind mir nicht die Charaktere zu "flach" sondern die Handlung zu actionreich? :zwinker:

Übrigens bin ich der Meinung, dass Schmitt mit seiner Trilogie zu den großen Weltreligionen kein erklärendes Werk schaffen wollte, wie es etwa Sophies Welt für die Philosophie darstellt. Die Protagonisten schöpfen Kraft aus einer Religion, ohne dass näher auf Glaubensrichtlinien oder Entstehung eingegangen wird (für Milarepa vermute ich das lediglich, liege ich richtig?). Und damit stellt Schmitt einfach das verbindende Element in den Vordergrund: eben dass durch Glauben Kraft geschöpft wird. (Schade nur, dass diese Erkenntnis wahrscheinlich für die Menschen, die Schmitt lesen, nichts Neues ist, diejenigen, die es erkennen müßten aber wohl kaum Schmitt lesen.)

Viele Grüße
Breña
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mombour

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Re: Eric-Emmanuel Schmitt, "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran"
« Antwort #28 am: 23. August 2008, 16:28:33 »

Hallo,

früher habe ich im Forum mal gesagt, ich wolle kein Buch mehr von Eric-Emmanuel Schmitt lesen, weil mir sein Mozartbuch ("Mein Leben mit Mozart") aus diversen Gründen sehr missfallen hat. Doch nun fiel mir "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran" in die Hände und bin (schon fast) völlig hingerissen von dem Büchlein. Mit was für einer bescheidenen anmutigen Sprache Schmitt auskommt, um lebendige, sehr plastische Bilder in meinem Geiste zu produzieren, finde ich einfach herrlich.

Eric Emmanuel Schmitt wollte hier wirklich nur über religionsverbindende Elemente schreiben. Über den Islam lesen wir fast nichts, aber eben doch etwas. Wir erfahren etwas über den Sufismus, dem Tanz der Derwische und immerhin wird Rumi zitiert. Es ist an sich belanglos, was wir hier über Religionen erfahren oder nicht erfahren. Es geht um das Leben selbst, dass zu meistern gilt. Nur wie eben. Monsieur Ibrahim, der einen kleinen Laden in einer Straße in Paris führt, gewinnt durch seine Lebenseinstellung und der Verinnerlichung der Inhalte des Korans, ein erfülltes Leben und gibt seine Lebensweisheit an seinen, sagen wir Adepten, Moses, dem jüdischen von Minderwertigkeitskomplexen gebeutelten Jungen weiter. Sicher ist das nichts neues, aber mir gefällt es, wie Eric-Emmanuel Schmitt sich diesem Thema annimmt. Im Grunde genommen ist es wirklich egal, welche Religionszugehörigkeit Ibrahim oder Moses haben, denn wie das Leben zu meistern gilt, so muss jeder auch irgendwann einmal sterben.

Liebe Grüße
mombour
« Letzte Änderung: 23. August 2008, 18:56:50 von mombour »
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Yvaine

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Re: Eric-Emmanuel Schmitt, "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran"
« Antwort #29 am: 23. August 2008, 18:16:41 »

Vor ein paar Jahren habe ich " "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran", "Oscar und die Dame in Rosa" und "Der Sohn von Noah" praktisch in einem Rutsch gelesen, also  in etwa innerhalb einer Woche und ich mochte jedes dieser Bücher auf seine spezielle Art sehr gerne und bei jedem der drei Bücher blieben mir viele Erinnerungen an verschiedenste Emotionen.

"Monsieur Ibrahim" mochte ich wg. seiner Leichtigkeit und weil viel nur angedeutet wird... und man trotzdem so viel herausspürt an Lebensweisheit und Gefühl. Bei "Oscar" fand ich verblüffend wie man diese Geschichte erzählen kann, sodaß einem zwar das Herz bricht, man aber doch noch dabei lächelt und "Noah" ist eine in sich sehr geschlossene schöne Geschichte die zu einem stimmigen Ende findet. Das es bei all diesen Büchern auch um Religion geht ist zwar offensichtlich, aber trotzdem nicht überdimensioniert wichtig,  es werden mehr die Gemeinsamkeiten der Religionen dargestellt (und da vor allem  die Mitmenschlichkeit und die Hoffnung) und weniger die Unterschiede und das entspricht mir sehr :) .

Ich hab später dann mal versucht "Die Schule der Philosophen" zu lesen, habs aber nicht ganz durchgehalten, mit diesem Buch von Schmitt konnte ich dann nicht so viel anfangen.


@mombur

Na, dann bin ich mal gespannt auf "Mein Leben mit Mozart", das liegt hier bei mir auch noch samt zugehöriger CD und wartet darauf gelesen/gehört zu werden, außerdem noch "Das Evangelium nach Pilatus" .


Wünsch allen noch eine schönes Wochenende :)

Viele Grüße

Yvaine
« Letzte Änderung: 23. August 2008, 18:23:19 von Yvaine »
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Das Leben ist nur eine Reise in die Fremde.“