Das stimmt natürlich und deine Einschätzung klingt durchaus realistisch.
Aber ich würde ja auch für ein Taschenbuch nicht nur 1-2 € weniger zahlen als für ein gebundenes Buch. Nein, da ist die Preisspanne wesentlich höher. Und bei beiden dürften diese ganzen Fixkosten ja auch gleich sein, abzüglich dass beim E-Book noch zusätzlich Lagerung und Transport weg fallen (dafür aber Serverkosten entstehen).
Das hat aber mehr mit deinem subjektiven Gefühl zu tun. Das Gefühl kann ich gut verstehen, ich habe das selbst. Aber ich weiß eben, dass das was an einem Buch Kosten verursacht weniger seine äußerliche Form, sondern mehr sein Inhalt ist (und ist es das nicht auch, was am wichtigsten an einem Buch ist?). Die Preisspanne, die die meisten sich wünschen, ist schlicht nicht möglich, weil (wie ich in meinem vorherigen Posting vorgerechnet habe) die Ersparnis der Verlage nicht annähernd so hoch ist, wie viele sich das so vorstellen. Schon jetzt machen die Verlage mit vielen Büchern mehr ein Minus als ein Plus. Da ist nicht mehr viel Raum nach unten.
Mich stört einfach gewaltig, dass überall jeder - ohne jede Kenntnis der Materie - Milchmädchenrechnungen darüber anstellt, wie hohe Summen Verlage sich angeblich sparen, um damit zu rechtfertigen, dass ihnen ein Preis nicht gefällt. Und nennt man dann die realen Bedingungen, dann erntet man Schweigen oder trotzige Antworten a la: "Na und, ich will den Preis, der mir gefällt." Das ist so frustierend und ermüdend. Ich wünschte die Leute würden nur einmal versuchen auch nur einmal die andere Seite zu sehen, bevor sie Anschuldigungen in den Raum stellen.
Und besonders muss man bedenken, dass ich bei einem E-Book nur eine Nutzungslizenz erhalte. Ich habe letztlich gar nichts in der Hand. Mir gehört die Datei nicht, ich zahle nur dafür, dass ich sie lesen darf. Ich darf nicht mal (in den meisten Fällen) eine sichere private Kopie erstellen. Ich kann das E-Book nicht verschenken, verleihen oder verkaufen.
Dafür dann nahezu so viel zu zahlen wie für ein gedrucktes Buch ist eben doch reichlich heftig!
Das ist ein anderes Problem. Ich bin absolut gegen DRM. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass man ein eBook nicht dauerhaft zum halben Preis der Taschenbuchausgabe verkaufen kann, ohne sich dabei früher oder später zu ruinieren. Mit oder ohne DRM.
Für mich ist das Problem eher das eBook selbst. Es suggiert uns, die wir daran gewöhnt sind, Waren anfassen zu können, es wäre viel weniger wert. Dabei ist Papier nur ein Trägermedium für die eigentliche Ware und dabei kein großer Kostenfaktor. Aber wenn wir diesen Haufen Papier nicht haben und trotzdem den Inhalt bezahlen müssen, haben wir das Gefühl betrogen zu werden. Eigentlich absurd.