Na, hier ist es ja noch sehr ruhig. Hoffentlich seid ihr fleißig am Lesen, sonst lese ich euch trotz bester Langsamlesevorsätze doch wieder davon. Ich habe heute morgen das 6. Kapitel beendet.
Insgesamt kann ich noch nicht sehr viel zu dem Buch sagen. Sehr gut gefällt mir, wie Williams durch Kleinigkeiten alle Protagonisten verdächtig macht, von Dread übernommen worden zu sein. Wer es denn wirklich ist, dazu kann ich noch nicht einmal eine Theorie aufstellen. Quan Li ist vielleicht noch am verdächtigsten gerade dadurch, dass von ihr noch gar nicht die Rede war. Aber immerhin (und leider) erfahren wir im 4. Kap., wer es nicht ist.
Kunoharas Welt gefällt mir ausnehmend gut. Allerdings frage ich mich, was die Entomologen in dieser künstlichen Welt eigentlich wissenschaftlich erforschen können. Die der Welt zu Grunde liegenden Fakten müssten doch gerade von Wissenschaftlern geliefert worden, also allgemein bekannt sein, so dass ich nicht verstehe, wie Wissenschaftler dort neue Erkenntnisse gewinnen können. Gut, vielleicht wollen sie z. B. erforschen, wie sich das natürliche Gelichgewicht zwischen verschiedenen Spezies unter bestimmten Bedingungen einpendelt, oder ob eine die andere verdrängt. Dazu bietet die Mikrowelt natürlich hervorragende Bedingungen. Die Voraussetzung dafür ist aber, dass die Ausgangswerte stimmen, dass wirklich alle verschiedenen Viecher, die so in einem südamerikanischen Urwelt kreuchen und fleuchen, und alle denkbaren Umwelteinflüsse mit in die Berechnung aufgenommen worden sind. Und gerade das wage ich zu bezweifeln, auch wenn ich bedenke, dass sich der Roman in unserer Zukunft abspielt, und der Urwald weiter erforscht ist als heute. Aber gerade dadurch, dass er ein unglaublich komplexes Biotop darstellt, kann ich mir nicht vorstellen, dass wirklich
alles bekannt ist, gerade in der Welt der Insekten, wo ständig neue Spezies entdeckt werden. Also scheint mir der wissenschaftlich mögliche Erkenntnisgewinn doch auf tönernen Füßen zu stehen. (Aber das hat natürlich mit dem Thema des Buches an sich nicht viel zu tun; es ist nur eine Nebenbemerkung.)
Ein bisschen stört mich wieder der sehr ausführliche Stil. Etwas geraffter erzählt und mit weniger Adjektiven versehen, würde mir das Buch noch besser gefallen. Aber auch so ist es eindeutig spannend.
Was mir in dem Zusammenhang mit "Spannung" ärgerte, war der künstliche Felsenhänger, mit dem das Vorwort endete. Williams hat doch solche künstlichen Spannungserhöher (Dan Brown lässt grüßen

) nicht nötig. Qantaqa meinte in einem anderen Thread dazu, auch das 1. Buch würde mit einem solchen Cliffhanger enden, aber mMn besteht da ein Unterschied: der endete doch mit dem Übertritt in eine neue Simulation, was für mein Gefühl eine "natürliche" Bruchstelle darstellt, die sich als Ende gut anbietet.
Im 5. Kapitel war vin dem "Circle" als Gegenspieler der Gralsbruderschaft die Rede. Helft bitte meinem Gedächtnis nach: waren das die Leute, zu dem der indische Bettler gegen Ende des 1. Buches gehörte?
So, jetzt greife ich erst mal zu einer anderen Lektüre, bis ihr euch mit Lesefortschrittsangaben meldet. Nicht, dass ich es beendet habe, wenn ihr noch ganz am Anfang steckt.