"...nein wissen wir nicht.
Wir haben die beiden Typen seit knapp einer Stunde verfolgt...ja...bis zu diesem Bauernhof.
Mhm...ja...
Wir wissen nicht ob sie die Phiolen haben oder nicht, wir sind nur hier wegen Celine. Wir glauben das sie hier gefangen gehalten wird...
Wissen die was davon?
Nein...hatte keine Möglichkeit mehr mit ihnen zu telefonieren?
Dann werden sie sie wohl in Ruhe lassen.
Na ja, dumm rumsitzen werden wir sicher nicht...
...mhm...20 Minuten...
Ok...dann haben wir einen Deal?
Gut...mhm...beeil dich Dominic"
Wir müssen ihm ja nicht gleich auf die Nase binden das wir die Phiolen haben... dacht ich so bei mir.
Frank sah mich fragend an, und ich nickte nur.
Er sah durchs Zielfernrohr und schoss.
Der Dicke sackte mit einem lauten Schmerzensschrei auf die Knie, Frank hatte ihn in das selbige erwischt.
Der Große warf sich auf den Boden und versuchte sich möglichst flach zu machen. Er konnte seinem Kumpanen nicht wirklich helfen ohne befürchten zu müssen selbst einige Kugeln abzufangen. Bis zur Tür waren es für ihn jetzt noch knapp 50 Meter...lange 50 Meter.
"Der dürfte fürs erste mal ruhig gestellt sein. Ich gebe dir Deckung."
Geduckt, und mit einer 9mm in der Hand, sprang ich aus dem Gebüsch in dem wir uns verschanzt hatten. Frank konnte die gesamte Front der alten Baracke einsehen und würde sofort auf alles und jeden schissen der auch nur versuchte nach Luft zu schnappen.
Ich weis, es ist töricht, ich stehe in voller Schusslinie und ein zurückhuschender Vorhang an einem der Fenster hat mir verraten das wir bereits bemerkt wurden. Ungeachtet des Stöhnens und der Schmerzensschreie seitens des am Boden liegenden Dicken packte ich den großen Dünnen, einige Schritte weiter, am Schlafittchen und zog ihn in einem Steilen Winkel zum Haus ins nächste Gebüsch.
Überrascht sah er mich an und meinte:
"Aber, du bist doch, du, du bist doch der Typ aus der U-Bahn?"
"Freut mich auch dich wieder zu sehen aber jetzt erzähl mir mal was was ich noch nicht weis."
Ängstlich sah er in den Lauf der kleinen 9 mm.
"Ist Celine in diesem Gebäude?"
Er nickte nur.
"Wie viele Personen befinden sich bei der Geisel?"
"7..."
In dem Moment, vernahm ich ein dumpfes plop verursacht durch den Schalldämpfer an Frank´s Gewehr, und das klirren einer Scheibe gefolgt von einem Schmerzensschrei eines Mannes der durch eines der oberen Fenster kippte und auf den Boden aufschlug.
"Also gut 6 Personen. Wird Celine separat in einem Raum verwahrt?"
"Das weis ich nicht...ich habe sie nur aus London hier...hier hergebracht..."
Ich wusste nun nicht was tun, spärliche Informationen, noch 6 Aggressoren, ein Gebäude von dem ich nicht weis wie es von innen aussieht...keine guten Karten Jean, nein keine guten Karten."
"Hast du ne Knarre?"
"Ja, hier." Er gab sie mir bereitwillig.
"Und ein Messer?" Auch das händigte er mir mit Handkuss aus.
"Jetzt mach mal kurz die Augen zu und denk an was schönes", meinte ich zu meinem kleinen Schützling.
"Was?"
"Das wächst wieder zusammen."
?
Bumm!
Kapitel 40
"Ne Kuh"
"Ja Boss, eine Kuh..."
"Hilf mir das ganze bitte noch einmal zu rekapitulieren..."
"?"
"Ich habe gerade eine Kugel an eine Kuh verschwendet, die DU umgefahren hast, nach dem wir sicher 100 mal falsch abgebogen sind, und jetzt stehen wir da ohne Auto, Toxin, Papiere usw...
Das wird aber der Großen, allmächtigen Göttin
nimue aber überhaupt nicht gefallen.
Aber vergessen wir das ganze nun denn ich bin ja gesegnet, und wisst ihr warum?"
"Ne, warum Boss?"
"Weil mir das Liebste ja noch geblieben ist. Und könnt ihr euch vorstellen was?"
"Nein Boss."
"Nämlich ihr beide, ihr hirnlosen Schafsköpfe."
Sala´zar war kurz davor seine Pistole noch mal zu heben, aber für heute hatte er genug Rindviecher umgelegt. Obwohl es ihm, im Gegensatz zu seinen beiden Hampelmännern, um die Kuh wirklich leid tat. Wie mochte sie geheißen haben. Else, Renate oder auch Fleckie?? Schade, war eben nur zur falschen Zeit am falschen Ort, sonst währe sie nicht mit dem GTI kollidiert.
Während der Boss um die arme Kuh trauerte vernahm er nicht das konstante tuftuftuf eines sich nähernden Traktors.
Als der Lenker des landwirtschaftlichen Gerätes in Blickweite kam hörte man ihn schon von seinem Sitz aus schelten:
"Jo wos zum Deibl mocht denn ihr do?"
Sala´zar sah seine beiden Gefährten mal fragend an ob jemand dieses Kauderwelsch entwirren konnte.
Und dann sah der Bauer die beiden Toten...die Kuh und den GTI.
"Jo huns sakra hitten no amui, wos hobts dann do gmocht."
Er warf sich auf die Knie und fing an zu weinen:
"Zenzie, na Zenzie mei liabste Kua, des kon doch net sei, na net biiiiet Herr im Himml des konst ma do net o doa!"
Es kam eine leichte Brise auf und die Wolken die schon den ganzen Vormittag so schwer am Himmel hangen begannen nun ihre Last Tropfen für Tropfen fallen zu lassen.
Zuerst nur einer, dann zwei und dann immer mehr Tropfen wahren es die die Landstraße nässten. Jene und den am Boden kauernden Bauern der um seine Kuh weinte als ob es seine einzige große Liebe gewesen wäre die er je im Leben besessen hätte.
Der leise Donner kündete davon dass noch mehr kommen würde, aber davon nahm der Bauer nichts war, für ihn war eine Welt zusammengebrochen. Zwar klein aber dennoch seine eigene...
"Dürfen wir uns vielleicht den Traktor leihen!?"
Meinte einer der Männer die bei ihm standen.
Nur der Bauer hatte jetzt andere Sorgen...
"Wir nehmen in uns dann."
Keine Reaktion außer dem Schluchzen des Bauern.
"Wir bringen ihn auch ganz sicher wieder zurück..."
Sala´zar brachte seinen Verbalidioten zum schweigen und bedeutete ihm mit einer Kopfbewegung dass er sich auf den Sitz des Gefährts setzen solle und schon mal starten konnte.
Sala´zar und sein zweiter Gehilfe suchten sich eine mehr oder weniger gemütliche Sitzgelegenheit auf den Kotflügeln des Treckers.
Und mit lautem tuftuftuf zuckelten sie, begleitet vom stetig stärker werdenden Regen, schwankend und bockend davon...