Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.

E-Mail: Passwort:

Umfrage

Wer hat am besten geschrieben?

Erendis
- 3 (37.5%)
HoldenCaulfield
- 3 (37.5%)
Saltanah
- 2 (25%)

Stimmen insgesamt: 5

Umfrage geschlossen: 14. August 2006, 04:14:24


Verlinkte Ereignisse

  • Speed Crime - Voting 12-13.08: 12. August 2006

Autor Thema: Urlaubs-Leseinsel 2006: Speed Crime oder *Die Kuh und der Maserati*  (Gelesen 9971 mal)

Saltanah

  • Hüterin der SUB-Mumien
  • Global Moderator
  • *
  • Offline Offline
  • Beiträge: 9790
  • Wir sind irre, also lesen wir!
Re: Speed Crime
« Antwort #15 am: 09. August 2006, 13:41:54 »

Da fiel ihr etwas ein und die zückte ihr Handy um Dominic anzurufen. Bevor sie aber dazu kam, betrat ihre Mutter die Küche und erzählte von dem netten jungen Klempner, der ihren immerzu tropfenden Wasserhahn ausgewechselt hatte, und dem sie dafür vom Italiener um die Ecke ein schönes Eis geholt hatte. "Stracciatella, Walnuss und Capuccino. Und guck mal: endlich habe ich einen Hahn, der nicht mehr tropft. Aber irgendwie fehlt mir das Geräusch. Es macht mich ganz nervös, nicht mehr das platsch - platsch - platsch zu hören."
Wie immer war es völlig unmöglich, der Mutter Fragen zu stellen. Das heißt, fragen konnte man sie natürlich vieles, nur eine vernünftige Antwort zu bekommen, wie zum Beispiel eine Beschreibung des Klempners, das war völlig unmöglich. Die Mutter plapperte weiterhin munter drauflos, erzählte von den leckersten Eissorten, den Wasserhähnen ihres Lebens, ihren Erfahrungen mit Handwerkern (alle waren sie "jung und nett", wenn sie nicht gerade "nett und jung" waren) und natürlich dem Undank der Tochter - ihrem ständigen Lieblingsthema. Nach einer geschlagenen halben Stunde ließ sie in einem Nebensatz fallen: "Ach, übrigens, der Klempner kennt dich. Er hat extra für dich ein Buch hiergelassen."
Sprach's, und überreichte ihrer Tochter einen "Dumont Reiseführer Rom".

Kapitel 16
Tina legte zufrieden lächelnd den Hörer auf. Alles lief wie geplant. Die Phiolen hatte Lacroix genau da versteckt, wo Tina sie vermutet hatte. Es gab nicht viel, was eine Sekretärin nicht über ihren Chef, oder in diesem Fall ihre Chefin, wusste. Lacroix war schon immer leicht zu durchschauen gewesen, wenn sie sich auch das Gegenteil einbildete. Für Dominic galt das übrigens auch. Als Intelligenzbolzen hatte er sich auch dieses Mal nicht erwiesen; er würde beim nächsten Personalfest einiges an hämischen Bemerkungen einstecken müssen. Verdienterweise - niemand wusste das besser als Tina, die eben das Telefonat der Kollegen aus Amiens entgegengenommen hatte. Mit kaum verholenem Lachen in der Stimme erzählte der Kommissar davon, wie Dominic, an deinen Kollegen gefesselt, vergebens versucht hatte, die Stufen herunter zum Bahnsteig zu nehmen. "Ein Haufen wild durcheinander fuchtelnder Gliedmaßen, der schrie: 'Haltet den Dieb, haltet den Dieb.' In meinem Revier würde ich so jemanden jedenfalls nicht arbeiten lassen."
Oh ja, Tina freute sich schon auf die Kaffeepause, in der sie mal wieder ein saftiges Stück Tratsch verbreiten konnte. Die anderen Sekretärinnen würden sich revanchieren wollen, und so hatte Tina schon viele interessante Informationen erfahren, die sie fein säuberlich in ihrem Gehirn speicherte. Aber das nur ganz nebenbei.
Wichtiger war, dass sie außer den Phiolen auch noch die Dokumente bekam. Der Norweger würde zwar die Phiolen zwar auch ohne die Papiere kaufen, aber für das Doppelpack könnte sie einige Zehntausende mehr herausschlagen. Sala'zar hatte die Papiere in die Finger bekommen, soviel hatte Aresi im Krankenhaus verraten, als er noch halb benommen aus seiner Ohnmacht erwachte.
Sala'zar. Seufz. Ausgerechnet Sala'zar. Der würde sich als härtere Nuss erweisen als Jean und Lacroix. Beim Gedanken daran, wie geschickt sie Jean die falschen Phiolen untergeschoben hatten, kicherte sie leise in sich hinein. Fast noch genialer war die Art, wie sie Lacroix und Jean aus dem Weg, das heißt, auf den Weg nach Rom befördert hatten. The Transporter hatte ganze Arbeit geleistet. Leider konnte sie ihn nicht gegen Sala'zar einsetzen, denn die Hände machte er sich nicht schmutzig, da war er eisern. Aber es war wohl auch besser, ihn nicht weiter zu verwenden, zu groß war die Gefahr, dass er mit seiner vermeintlichen Auftraggeberin Celine Kontakt aufnehmen würde. Nein, diese Aufgabe musste Tina alleine lösen.

Kapitel 17
Sala´zar tobte. Schon seit vollen zwei Stunden tobte er. Sein Wutausbruch hätte einem Dreijährigen alle Ehre gemacht. Nur Kleinkinder und Sala'zar konnten sich so lange und intensiv über Lappalien aufregen.
"Was soll das heißen? Was habt ihr gemacht? Habt ihr nicht mehr alls Tassen im Schrank? Habe ich euch nicht einen klaren Auftrag gegeben? Und was tut ihr statt dessen?"
So ging es in leichten Variationen weiter, bis ihm schließlich die Puste ausblieb. Als Hobby-Opernsänger war des leider erst spät der Fall. Doch endlich gelang es Bertoldo, ein "Aber, Chef", einzuschieben. "Aber...
« Letzte Änderung: 09. August 2006, 14:27:26 von Saltanah »
Gespeichert

Erendis

  • Traumtänzerin
  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 1022
  • You have my sword!
Re: Speed Crime
« Antwort #16 am: 09. August 2006, 14:33:44 »

"Aber… aber wir haben alles getan, was in unserer Macht steht, Boss. Ich hab Teddy den Weg frei gemacht und…“
Teddy?
“Äh, Aresi meine ich natürlich, Boss.“ Bertoldo errötete ein wenig und sprach schnell weiter:
„Auf jeden Fall haben wir alles richtig gemacht, das schwöre ich. Für solche Naturgewalten wie diese Lacroix kannst du uns unmöglich verantwortlich machen. Mit so etwas kann doch keiner rechnen! Diese Hexe!“
Bertoldo hatte sich in Rage geredet und machte seinem Vorgesetzten nun in punkto Wut beinahe Konkurrenz.
„Schnappt sich einfach diese verdammten Phiolen und macht sich aus dem Staub. Tedd…Aresi hat sich noch immer nicht ganz von seinem Schock erholt. Eine Frau! Von einer Frau überlistet! Wie sollen wir diese Schmach jemals verwinden?“
“Halt doch endlich die Klappe!“ Sala’zar war doch noch eine Spur lauter. Bertoldo verstummte sofort und sah seinen Boss keuchend und mit blutrotem Gesicht an.
„Wo warst du, als es passiert ist? Hatte ich nicht deutlich genug ausgedrückt, dass du am Eingang warten und - wenn nötig - eingreifen sollst? Aber nein, du bleibst wie vom Erdboden verschluckt, während dieses Weib seelenruhig zu Aresi in die Asservatenkammer spaziert und ihm die Phiolen unter die Nase hält! Und jetzt kommt die Frage aller Fragen… Warum in Dreiteufelsnamen hat ihr keiner diese verdammten Phiolen abgenommen?“
“Ja, weil… weil sie… ihre Dienstwaffe bei sich hatte,“ stotterte Bertoldo.
„Und ihr? Ich war bisher immer der Meinung, ihr wärt vernünftig genug, nie ohne Waffe aus dem Haus zu gehen? Ihr verdammten Weicheier! Notfalls müsst ihr die Waffe eben einsetzen – und das mit der Bullenbraut war ja wohl ein Notfall! Das könnte man doch durchaus als Notfall bezeichnen! Oder meinst du nicht? Häh?“ Er hatte sich jetzt wieder in Fahrt geredet und so würde es wohl noch einige Minuten weitergehen. Christoph Bertoldo stand mit gesenktem Kopf vor seinem Boss und seufzte innerlich. Manchmal war sein Job alles andere als angenehm.

Kapitel 18


Fluchend legte ich den Telefonhörer auf. Warum zum Teufel erhielt immer ich solch verzwickte Aufträge. Wieder einmal träumte ich davon, alles hinzuschmeißen und nach Kuba auszuwandern. Dort würde mich ganz sicher niemand von denen finden. Wie ich die Nase voll hatte von dem ganzen Pack! Und jetzt war ich wieder mittendrin und es war unwahrscheinlich, dass ich mich aus der Sache wieder heil herauswinden konnte. Also musste ich wohl oder übel in den sauren Apfel beißen und mich auf dem Weg nach Rom machen.

Celine war seltsamerweise nicht zu erreichen, was mich ganz besonders verwunderte. Schließlich wusste ich, dass sie normalerweise sehr genau darauf achtete, rund um die Uhr auf ihrem Handy erreichbar zu sein. Seltsame Dinge geschahen da in letzter Zeit. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass nichts, aber auch gar nichts mehr stimmte. Nicht zum ersten Mal stieg in mir der Wunsch auf, Edmond wäre hier. Edmond, dessen Leiche wahrscheinlich noch immer unter den Trümmern des Cafés lag, das einmal sein Lieblingsaufenthaltsort gewesen war. Wie oft hatte er dort gemütlich an seinem Kaffee genippt und dazu Zeitung gelesen, im Hintergrund leise Musik. Und wie oft hatte er SIE am Nebentisch beobachtet, ihre geschmeidigen Bewegungen, die kurzen Blicke aus den kristallblauen Augen, die sie ihm von Zeit zu Zeit zu schenken pflegte. Würde er sie jemals wiedersehen?
Mensch Jean – jetzt bloß nicht sentimental werden, ermahnte ich mich. Jetzt musst du erstmal zusehen, dass du deinen seltsamen Chauffeur loswirst. Und wie stellst du das am besten an? Celine anzurufen, das war mein erster Gedanke gewesen, aber dies war ja momentan anscheinend nicht möglich. Edmond war im Moment wohl auch schlecht zu erreichen…
The Transporter? Schlechte Idee, der würde sich ganz bestimmt nicht zuständig fühlen. Na gut, dann bleibt mir wohl nur noch eine Person, an die ich mich wenden kann. Und ob die so begeistert davon ist, dass ich plötzlich einen anderen Fahrer wünsche… Na ja, einen Versuch wäre es wert.
Ich tippte also mit Fingern, die plötzlich ein Eigenleben zu führen und mir nicht so recht gehorchen zu wollen schienen, die mir wohlbekannte Nummer in mein Handy ein, hörte wie es wählte und kurz darauf das Freizeichen ertönte.
„Ja?“, meldete sich eine Stimme.
„Hier ist Jean DuMont. Spreche ich mit…
« Letzte Änderung: 09. August 2006, 15:31:19 von Erendis »
Gespeichert
LG,
Erendis

:lesen: Tad Williams - Der Blumenkrieg

HoldenCaulfield

  • Käferprinzessin
  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 10897
Re: Speed Crime
« Antwort #17 am: 09. August 2006, 16:02:03 »

„Hier ist Jean DuMont. Spreche ich mit…


mit Tina?"

                                                                        Kapitel 19

"Schwester Dana wie geht es unsrem Patienten heute?" "Nicht so besonders. Die Verletzungen heilen gut. Und auch die Gehirnerschütterung beeinträchtigt ihn kaum. Aber sein Gedächtnis macht mir wirklich Sorgen. Er hat heute Nacht schon wieder schlecht geträumt. Er schläft sehr unruhig und hat wieder geschrieen. Meinen sie nicht das wir doch einen Psychologen einschalten sollten? Vielleicht kann er ihm helfen sein Gedächtnis wiederzuerlangen." "Wir werden sehn. Schon etwas neues über irgendwelche Angehörigen oder vielleicht sogar seinen Namen?" "Nein Herr Doktor wir haben alles kontrolliert aber keine der Vermisstenanzeigen trifft auf den Patienten zu. Auch bei der Polizei gibt es keine passende Beschreibung." "Hm das könnte sich bald als Problem darstellen. Wenn wir nicht bald jemanden finden weiß ich nicht wie lange wir ihn noch bei und behalten können. Das kostet schließlich alles Geld und er hat nach wie vor keine Versicherung."  Doktor Miró nickte der Schwester kurz zu und betrat dann das Zimmer des Patienten. Dieser war vor ein paar Tagen von einem Taxifahrer hier abgeliefert worden. Der Patient hatte eine Gehirnerschütterung, einen gebrochenen Arm, ein paar Schürfwunden und eine Amnesie die auch jetzt nach ein paar Tagen noch voll ausgeprägt war. Nicht einmal sein Name wollte ihm einfallen. Das einzige was sie bisjetzt wussten war das er wohl etwas schlimmes erlebt haben musste. Er wachte nachts regelmäßig schweißgebadet aus und faselte etwas von einem Päckchen und irgendetwas von einem Idioten der etwas verloren hatte.
„Na wie geht’s uns denn heute?“ Der Doktor ging an Fenster wo sein Patient saß und hinausstarrte. „Wie soll es mir schon gehen? Ich kann mich an nichts erinnern, ich habe ständig Kopfschmerzen und wenn ich entlassen werden sollte wüsste ich nicht wohin ich gehen soll.“  „Na nun werden sie mal nicht depressiv. Wir bekommen das mit ihrem Gedächtnis schon noch hin! Morgen werden wir ihnen Dr. Keller schicken. Er ist ein Spezialist auf dem Gebiet der Amnesieforschung.“  Der Patient sah ihn skeptisch an. „Wenn sie meinen dass das etwas bringt...“
Am nächsten Morgen nach dem Frühstück wurde der Amnesiepatient von Doktor Keller aufgesucht.  Schnell kamen sie ins Gespräch da der Doktor dem Patienten recht sympatisch war. – Was wohl auch daran lag das Doktor Keller eine Große Schlanke Blondine war.
„Haben sie schon ferngesehen? Ich habe die Erfahrung gemacht das es vielen Patienten hilft sich abzulenken und das so zumindest ein paar Episoden ihres Lebens wieder kommen. Das ist zwar nur ein Anfang aber haben sie erst mal ein paar Ereignisse wieder besteht die Chance das der Rest ihres Gedächtnisses ebenfalls wieder kommt.“ „Na ja ein Versuch wäre es ja wert.“ Er schaltete also am Mittag die 12 Uhr Nachrichten ein. Nicht nur auf den Rat der Ärztin, sondern auch, weil ihm sowiso langweilig war.
„....die Explosion eines Cafes in Paris bleibt weiterhin ungeklärt. Die Polizei hat inzwischen einen Verdächtigen Festgenommen der aber fliehen konnte. Daher bittet sie um ihre Mithilfe: Wer hat diesen Mann gesehn: ...“ es folgte ein Bild eines Blonden recht gutaussehenden Mannes in einem teuer aussehenden Anzug. Der Patient wurde blass und...
« Letzte Änderung: 09. August 2006, 16:54:53 von HoldenCaulfield »
Gespeichert
Seltsam im Nebel zu wandern.... H.Hesse

"[...] wir sind hier alle verrückt. Ich bin verrückt, du bist verrückt" *L.Carroll*

Mein Interview mit Gail Carriger :elch:
Sonnenschirm

Erendis

  • Traumtänzerin
  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 1022
  • You have my sword!
Re: Speed Crime
« Antwort #18 am: 09. August 2006, 19:19:21 »

Der Patient wurde blass und erkannte sich selbst auf diesem Bild wieder. Explosion? Café? Da war doch etwas. Verdammt, wenn er sich doch nur erinnern könnte. Und wieso wurde ausgerechnet er verdächtigt? Er würde doch niemals… oder würde er? Sein Herz begann wild zu klopfen. Er wusste nun nicht mehr, ob er sein Gedächtnis so unbedingt wieder zurückerhalten wollte. Was für schreckliche Geschichten mochten sich hinter diesem Nebel verbergen, der sich in seinem Kopf breit gemacht hatte? Konnte es sein, dass er so grausame Verbrechen begangen hatte? Nein, niemals! Wenn er doch wenigstens seinen Namen wüsste. Aber wenn das Krankenhauspersonal Nachrichten sah, dann wussten sie nun ebenfalls Bescheid und er würde in wenigen Minuten von Polizeibeamten Besuch bekommen. Nein, das durfte er nun nicht zulassen. Solange er selbst nicht wusste, was genau geschehen war, durfte er nicht von der Polizei geschnappt werden. Er musste von hier verschwinden – und zwar sofort.

Kapitel 20


Tina war überrascht, Jeans Stimme zu hören.
„Ja, Jean, was gibt es?“
„Ich habe ein ziemlich großes Problem. Du hast bestimmt von dem Plan mit den Phiolen gehört?“ Natürlich hatte sie, sie war schließlich eine der engsten Vertrauten von Celine.
„Klar.“
„Nun, du weißt nicht zufällig, wo Celine abgeblieben ist? Ich hätte in dieser Angelegenheit eine wichtige Frage an sie. Wenn nicht, werde ich mir die Freiheit nehmen, dir diese Frage zu stellen.“ Selbstverständlich wusste Tina, wo Celine abgeblieben war, aber das würde sie dem jungen Mann, mit dem sie gerade sprach, ganz bestimmt nicht erzählen.
„Nein, keine Ahnung. Konntest du sie nicht erreichen?“
„Nee. Scheint ihr Handy ausgeschaltet zu haben. Was bei ihr ja sehr ungewöhnlich ist. Na, wenn nicht mal du Bescheid weißt, dann weiß es wohl keiner.“
“Vielleicht ist sie ja beim Zahnarzt oder so, da kann man auch schlecht telefonieren,“ antwortete Tina.
„Stimmt auch wieder. Aber bisher habe ich noch nie erlebt, dass sie auch nur einen Augenblick lang nicht erreichbar war.“
„Hmm,“ machte Tina nur.
„Nun gut, dann bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als dir mein Problem zu schildern. Vielleicht weißt auch du, was zu tun ist.“
„Ich werde mein bestes tun, um dir zu helfen.“ Tina schmunzelte.
„Das ist nett, danke,“ antwortete Jean und Tina erkannte an seiner Stimme, dass er lächelte. „Ich muss ja am Samstag mit dem Phiolen in Rom sein, was eine möglichst schnelle Abreise erfordert. Celine hat mir ein Taxi mitsamt Fahrer vor die Tür gestellt, aber ich traue dem Mann nicht. Ich weiß nicht, was es ist, aber meine Menschenkenntnis sagt mir, dass ich dem Kerl nicht über den Weg trauen sollte. Ich würde viel lieber selbst ein Taxi bestellen oder mir ein Flugzeug nehmen. Die Spesen dafür würde ich sogar selbst tragen. Denkst du, es wäre für Celine in Ordnung, wenn ich den Fahrer vor der Tür wegschicke und mich auf eigene Faust in Richtung Rom begebe?“
Tina schwieg. Verflixt und zugenäht, darauf war sie nicht gefasst gewesen.
„Ich meine, es wird Celine sicherlich keine Umstände machen, ich komme auch für die Kosten auf.“
“Trotzdem wird sie wohl nicht begeistert sein. Nein, das wird sie nicht. Es kann sein, dass der Fahrer noch wichtige Informationen für dich bereithält, die deinen Auftrag betreffen. Ich würde an deiner Stelle sofort in diesen Wagen einsteigen und genau das tun, was Celine dir aufgetragen hat.“ Sie konnte nicht vermeiden, einen Anflug von Ärger in ihrer Stimme mitklingen zu lassen.
„Celine mag es gar nicht, wenn man ihre Befehle nicht befolgt. Und ihre Schläger sind ihr treu ergeben. Das weißt du. Aber ich kann nicht mehr tun, als dich davor zu warnen, dich ihrem Willen zu widersetzen.“ Ihre Stimme hatte jetzt einen drohenden Unterton, was sie nicht vermeiden konnte und wollte.
„Ich muss jetzt auflegen, es gibt hier noch genug zu tun. Und wenn die Chefin merkt, dass ich mit dir herumtelefoniere, dann ist es mit dem Spionieren aus und ich bin meinen Job los. Das möchte ich nicht riskieren. Und du sicherlich auch nicht. Also mach keinen Mist, sondern mach dich lieber auf den Weg nach Rom. Und zwar mit dem von Celine bestellten Fahrer. Machs gut. Auf Wiederhören.“
Hoffentlich nicht so bald, dachte sie, als sie den Hörer auflegte. Sie war nicht scharf darauf, nun auch noch diesen Nichtsnutz um die Ohren zu haben, der Celine stets aufs Wort gehorchte. Wenn der nur wüsste. Sie musste grinsen, wurde jedoch schnell wieder ernst, als sie daran dachte, dass…
« Letzte Änderung: 09. August 2006, 19:50:15 von Erendis »
Gespeichert
LG,
Erendis

:lesen: Tad Williams - Der Blumenkrieg

Nymphetamine

  • Gast
Re: Speed Crime
« Antwort #19 am: 10. August 2006, 07:57:46 »

...als sie daran dachte, dass ihr ihr Auftraggeber schön langsam aber doch anfing zappelig zu werden. Es war mittlerweile Donnerstag und er hatte von Tina noch keine Handfesten Ergebnisse.
Und dann auch noch das Geld...und die Bombe...dass Edmond dabei zu schaden gekommen ist tut ihr zwar furchtbar leid, er war ja doch ein ganz süßer und die Liaison mit diesem Flittchen hätte sie schon irgendwie beendet so dass er nur ganz alleine ihr gehört hätte, aber es war leider nötig. Wäre alles glatt gegangen und Sala´zar sich nicht eingemischt hätte, so hätte Edmond ihr das Päckchen schon längst gebracht und sie beide würden jetzt auf Havanna im Liegestuhl in der Sonne fläzen.
Und leben?
Leben würden sie von den Patenteinnahmen die das gute Stück abwerfen würde. Mindestens 1 Milliarde Euro im Monat!!

Kapitel 21
Dienstag
>>Celine...
Ja? Ach Frank du bist es...
...danke. Warum?
...Jean?
Nein, weder Gestern noch Heute...kein Job...
Ich kenne keinen Ralf, nein...ich habe gar keinen Sekretär...
...wa...war..wa...warte mal! Ich weis von überhaupt nichts!?
Jean ist nach der Explosion verschwunden, und hätte man ihn eingebuchtet hätte Tina uns bescheid gesagt. Und woher soll mein "Sekretär" wissen das Jean heute Nachmittag verhaftet und nach...
...London ja...woher soll jemand all das wissen? Einen Wahrsager haben wir hier nicht im Haus...und...nein das auch nicht.
...hast du Geld dafür bekommen...mhm wie üblich also
Nichts auffälliges...alles so wie immer...
Und wo sollst du ihn hinbringen?
...mhm, ich finde...warte bitte mal kurz...<<

Celine ging in ihr Büro und machte den alten Aktenschrank auf, darin befanden sich neben einigen Papieren, Testamenten und sonstigen Persönlichen Kram noch die...also es...

>>Frank?
...du hast Recht...
Ich dachte ich hätte seit Jeans "offiziellen" Ausscheiden die Tasche hier hineingelegt aber sie ist nicht mehr da.
...genau die, da wo ich immer seine Aufträge aufbewahre und Geld, Tickets...ja meist in seiner Wohnung...alles was er so braucht
...entschuldige kurz..<<

"Dähmlicher Köter, halt endlich die Schnauze", blaffte sie den Hund an, "ist doch nur wieder die Katze vom Nachbarn."
Sie ging zur Terrassentür und machte sie kurz auf um den Hund hinaus zu lassen, danach lehnte sie die Tür nur einen Spaltbreit an, so das ihr Hund bei Bedarf selbst herein konnte.


>>Entschuldige noch mals...
...ja seltsam...
Vernachlässigen...nein...er war immer ein guter Agent...ja vielleicht...natürlich.
Ich bin natürlich auch neugierig wer dahinter stecken könnte...nein, so grausam es auch klingen mag aber mittlerweile geht es nur noch mehr um die Phiolen...
Deadline ist Samstag, bis dahin müssen sie wieder in ein Labor...ich weis...das heißt somit spätestens Samstag 20:00, 21:00 Uhr..sie müssen gekühlt werden sonst zerfällt der Stoff und sie sind mit einem Wort wertl...
..tschuldige...deine Regel, keine Fragen.<<

"Hei Barny, komm zu Frauchen", oder hatte sie sich getäuscht. Sie könnte schwören dass die Tür zur Terrasse aufgegangen sei.

>>Was? Nein, der Hund macht nur wieder mal etwas Unfug.
...ok...mach das...
...du kannst eigentlich nicht verlieren...bezahlt hat man und für dich dürfte es ein leichtes sein ihn...
...ja genau...sag dann bescheid sobald er in seiner Wohnung ist, dann rufe ich ihn an...
...einen Fahrer sagst du?...<<

Celine ging, während sie noch einigen Schilderungen seitens Frank lauschte, zur Tür um nach dem Hund zu sehen. Komisch, sie hätte sich gedacht er sei längst...

>>WARTE!...doch ich hätte da noch einen Job für dich...
...den Fahrer den ich ihm angeblich zur Seite stelle, kümmere dich um ihn...
...nein du bist kein Babysitter...na gut dann engagiere ich dich eben...
Das muss deinen Ego ja ziemlichen Auftrieb geben, für ein und den selben Auftrag von zwei verschiedenen Leuten bezahlt zu werden...
...quetsch den Fahrer aus...ja...ich will dass wer? und warum?...ja, wenn es sein muss werde ruhig ein wenig garstig.
Danach kümmere dich um Jean...ich weis...weder Babysitter noch Taxi...
Ich will dich ja auch nicht als Glucke sondern als seinen Fahrer...
...nein sags ihm nicht. Er soll in seine Wohnung und sich ganz normal fertig machen. Wer weis, vielleicht liegt irgendwo ein Mobiltelefon von demjenigen der ihn frei haben will. Und dann macht es sich nicht gut wenn er angerufen wird und er schon weis das der Fahrer bereits aus dem Weg ist und ich das Zepter wieder in der Hand halte...
Nein, er ist kein guter Schauspieler...
...35 000 Euro...genug?
...ja...dann sind wir uns einig
Ok.
Und halte mich auf dem Laufenden...
...danke du auch...
Machs gut<<

"Barny, he Barny komm her", ...er saß nun auf der Terrasse und blickte sie mit treuherzigen Hundeaugen an. Dies war meist DER Blick der Celine zum schmelzen brachte. Der und jener von Frank...
Barny wurde unruhig. Er erhob sich und fing an mit dem Schwanz zu wedeln, aber nicht freudig. Er wich vor ihr zurück und zog seine Lefzen hoch.
"He, was ist denn?", fragte sie ihn und wollte ihm zur Beruhigung die Hand auf die Schnauze legen. Aber der Hund wich immer weiter zurück vor ihr.
Vor Ihr selbst?
Celine lies einen spitzen Schrei los als sie sich umdrehte und hinter ihr eine finstere Gestalt stand. In der Linken einen, auf sie gerichteten kleinen Revolver, und in der Rechten einen schwarzen Stoffsack.
"Den zieh dir nun brav über dein hübsches Köpfchen...Schätzchen."
Celine zog sich der Magen zusammen, dies konnte doch nicht sein. Gerade jene Person der sie so vertraut hatte, doch nicht etwa ...
« Letzte Änderung: 10. August 2006, 09:18:43 von Nymphetamine »
Gespeichert

Saltanah

  • Hüterin der SUB-Mumien
  • Global Moderator
  • *
  • Offline Offline
  • Beiträge: 9790
  • Wir sind irre, also lesen wir!
Re: Speed Crime
« Antwort #20 am: 10. August 2006, 10:39:18 »

Gerade jene Person der sie so vertraut hatte, doch nicht etwa Tina? Das war doch einer von Tinas "Muskeln". Tina!!! So viel konnte sie gerade noch denken, bis ihr ein Wattebausch mit Chloroform vor die Nase gehalten wurde, und sie das Bewusstsein verlor.

Kapitel 22
Da befand ich mich mal wieder ganz schön in der Klemme. Celine unerreichbar, Tina unwillig zu helfen, der Typ im Peugeot äußerst geduldig, wie mir ein Blick aus dem Fenster bewies... Moment mal, dachte ich, als ich sah, wie er aus dem Auto stieg, um eine Zigarette zu rauchen. Die Fresse kennste doch! Das ist doch - kann das wirklich sein? - doch ja, ich traute meinen Augen kaum, aber als sich ein Passant zu ihm gesellte, war kein Zweifel mehr möglich: Das waren die beiden Männer aus der U-Bahn, die mit den Stiletten. Was hatten die denn mit Celine zu schaffen? Und woher kannte Tina sie?

Genau das war der Moment, als ich an allem und jedem zu zweifeln begann. Nichts mehr passte zusammen.

Erst der Einbruch und das Päckchen - so weit lief noch alles glatt. Aber von da an ging es rapide abwärts. Das missglückte Treffen mit Edmond, erst Aresi, der von Sala'zar geschickt worden war, dann die Bombe die das gesamte Café in die Luft jagte - ja apropos Edmond - was war eigentlich mit ihm geschehen? In den Zeitungen war lang und breit von der Bombe berichtet worden, mit einer namentlichen Auflistung aller Opfer, immerhin 5 Tote und 17 Verletzte, aber Edmonds Name befand sich nicht darunter! Ich war ja froh darüber, dass er offensichtlich entkommen war, aber wieso hatte er sich bloß nicht bei mir gemeldet?
Tja, und dann... Mittlerweile herrschte in meinem Gehirn nur noch Chaos. Die sich überschlagenden Ereignisse machten es mir schwer, den Überblick zu behalten. Was heißt hier behalten? Ihn überhaupt erst mal zu bekommen, darum ging es. Und so eilig ich es eigentlich hatte - jeden Moment erwartete ich Sala´zar oder die Polizei in meiner Wohnung - als erstes musste ich mich in Ruhe mit einer Zigarette hinsetzen und ordentlich nachdenken. Oh, was fehlte mir die Zigarette.
Haben Sie jemals versucht, das Rauchen aufzugeben? Ach, sie haben noch nie geraucht, Sie Glückspilz Sie! Es ist der Horror, sage ich Ihnen, der reinste Horror! Lieber 10 Bombenexplosionen pro Tag als keine Zigarette. Aber mein Arzt hatte gesagt, ich müsste, wenn mir mein Leben lieb wäre, unbedingt und sofort mit dem Rauchen aufhören, und leider, leider hatte ich auf ihn gehört, und meinen gesamten Tabaksvorrat - selbst meine geliebten rosa Sobranies, an die man in diesem vermaledeiten Land nur schwer herankommt - weggeschmissen. Verzweifelt durchsuchte ich alle Schubladen, in der vergeblichen Hoffnung irgendwo doch noch etwas Rauchbares zu finden. Aber nein, wenn ich etwas mache, dann auch richtig. Selbst die Schokoladenzigaretten, die mir mein kleiner Neffe zum Geburtstag geschenkt hatte, waren im Abfalleimer gelandet. Da fielen mir die Nikotinpflaster ein, ich klebte mir gleich ein halbes Dutzend auf, ein bisschen helfen die schon, und setzte meine Überlegungen fort.
Ja genau, als nächstes war ich in der Metro, dort forderten die beiden Typen draußen vor meiner Tür das Päckchen. Moment mal, hatten sie nicht gesagt, dass sie nicht zu Sala´zar gehörten? Zu wem denn dann? Celine hatte den Fahrer engagiert, hatte The Transporter gesagt, aber wieso sollte Celine ihn beauftragen, mir das Päckchen abzunehmen? Ich war doch sowieso auf dem Weg, es ihr zu überbringen. Sehr mysteriös, die ganze Sache. Also von Celine konnten die beiden nicht kommen - aber Tina hatte es doch bestätigt! Tina? Tina!?! Celine nicht erreichbar, und Tina...?
Sie verstehen vielleicht, wie mir zumute war. Meine gesamtes Weltbild brach in sich zusammen. Tina, Tina, auf die sich alle zu 150 Prozent verlassen konnten, eine Verräterin!
Mein Entschluss war gefasst. Rom hin oder her, ich würde mich auf nach London machen und Celine persönlich aufsuchen!

Kaum war der Entschluss gefasst, sprang ich auf, und schnappte mir mein Köfferchen, das für den Notfall immer fertig gepackt unter meinem Bett lag. Ich schaute den Inhalt noch mal kurz durch; ja alles da, auch die 3 Reise-Pf. Pf-Zahnbürste, Pf-Kamm, und Pfortemonnaie, hihihi. Den kannten Sie wohl noch nicht?
Nein, Spaß beiseite, meine Brieftasche war zwar im Café in Rauch aufgegangen, aber selbstverständlich war ich auf alle Eventualitäten vorbereitet. Ersatz lag zuoberst, ich steckte die Brieftasche in meine Hosentasche. Zwar würde sie die Hose ausbeulen, aber das Risiko, mein Jackett und mit ihr Geld und Papiere zu verlieren, wollte ich nicht noch einmal eingehen.
Gerade wollte ich die 112 anrufen, um entsetzt zu erzählen, dass das Nachbarhaus gerade lichterloh brannte - das Anrücken mehrerer Feuerwehrzüge und Polizeiautos würde für Durcheinander sorgen, das es mir ermöglichen würde, von dem Peugeotfritzen unentdeckt zu verschwinden - als das Telefon klingelte. Eigentlich wollte ich gar nicht abheben, und noch heute weiß ich nicht, wie es mir ergangen wäre, wenn ich es gelassen hätte, aber ich bin noch nie der Mensch gewesen, der ein klingelndes Telefon ignorieren kann. Außerdem zeigte die Nummernanzeige eine "geschützte Nummer" an, und ich hoffte, es könnte Celine sein.

Kapitel 23
"DuMont."
"Guten Tag. Hier spricht Denise Lacroix. Spreche ich mit Jean DuMont, dem Verfasser des Rom-Reiseführers?"
Gespeichert

Nymphetamine

  • Gast
Re: Speed Crime
« Antwort #21 am: 10. August 2006, 13:44:55 »

Willkommen zur elektronischen Fernabfrage der Benutzernummer 0336/26253689.
Wärend ihrer Abwesenheit wurden 5 Nachrichten für sie aufgezeichnet.
Um die Nachrichten des Heutigen Tages abzurufen drücken sie 3


 piep
"Hallo? Ja hier ist Frank. Ich melde mich wegen dem Fahrer. Es war nicht nur einer sondern zwei! War aber nicht so schwer ihnen beizukommen. Hab die beiden Pflaumen etwas ausgepresst und nach dem der eine sich die Nase am Armaturenbrett so doll gestoßen hat dass er wie ein Schwein blutete waren sie sehr kooperativ. Sie meinten sie arbeiteten im Auftrag einer gewissen Matina Marinelli. Der Name selbst sagt mir eigentlich überhaupt nichts nur das mir spontan die Tippse von Lacroix eingefallen ist, aber das ist natürlich Blödsinn, obwohl das mit der Verhaftung? Wer außer Lacroix oder in ihrem Dunstkreis hätten von Jeans Festnahme gewusst...? Eingeschüchtert wie sie waren meinte einer von den beiden, der dicke, ob ich wegen der Kühlbox komme? Ich wusste zuerst nicht was er damit meinte abe..."
piep


piep
"Hier noch mal Frank, deine Mobilbox hat mich rausgeworfen. Also wegen der Kühlbox. Sie hatten sie im Kofferraum. Der Dicke meinte dass er bei so einer alten Schachtel war um dort was zu klauen. Ich habe die Box geöffnet und da haben mir auch schon die Phiolen entgegengelacht. Kannst du das fassen?! Nur aus dem zweiten...NUR AUS EM ZWEITEN WERDE I...WERDE ICH NICHT SCHLAU DER MEINTE...Wo..ommn...ie...hanse...Einsatzwahen...er?Ein...öllen...ärm.Ick...mede...mig...nomal"
piep


piep
"Hallo Celine hier ist Jean, ich sitze im Wagen von Frank. Es war verdammt knapp, und nur ein Zufall führte dazu das wir uns nicht verpassten. Wir ziehen im Moment Richtung Vorort. Wir haben die Phiolen, aber das hat er dir schon erzählt. Da hören aber die guten Nachrichten leider schon wieder auf. Lacroix ist uns auf den Fersen, sie glaubt das ich der "Klemptner" war der bei ihrer Mutter eingestiegen ist und die Phiolen geklaut hat. Frank hat mir von Matina erzählt, so wie es aussieht spielt "unsere" Tina hier ihr eigenes Spiel. Und es ist nun nicht schwer zu erraten wem wir das ganze zu verdanken haben. Wir machen uns Sorgen um dich. Der zweite des Fahrenden Duetts, das mich nach "Rom" hätte bringen sollen, meinte dass er gerade aus Lon..."
piep


piep
"Ich bin's Jean. Der Typ meinte das er dir nichts getan hat als er dich entführte. Wir werden aus dieser Aussage nicht ganz schlau. Machen uns Sorgen bitte Melde dich bei uns."
piep


piep
"Hier ist Frank. Wo steckst du? Wenn du Leute in Paris hast die du erübrigen kannst so währe dies jetzt der richtige Zeitpunkt. Jemand muss Sala´zar gesteckt haben dass wir im Besitz der Phiolen sind. Ich Tippe mal auf Tina. Selbst Jean kann mir nicht sagen warum Tina alles aufs Spiel setzt und uns die Polizei und diesen Gangster auf den Hals hetzt? Sie hat hier wirklich eine Menge zu verlieren. Erwischt uns Lacroix als erste hat Tina noch alle Trümpfe in der Hand. Aber sollte dieser fiese Sala´zar uns erwischen sieht es für sie auch ziemlich düster aus...außer sie hat noch einen Trumpf im Ärmel von dem wir nichts wissen...
piep


Um die Vorhergehende Nachricht zu löschen drücken sie bitte 1.
Um alle Nachrichten zu löschen drücken sie bitte die 3
-
Alle Nachrichten gelöscht


"So ein Miststück!", schrie Tina an ihrem Schreibtisch und knallte den Hörer mit voller Wucht auf die Gabel.
"Sie hat es von Anfang an gewusst, sie wusste von meinem Plan, sie wusste das ich Frank engagiert hatte und, und AHHHHHHH!"
Die wutentbrannte Tina setzte sich wieder an ihren Schreibtisch und versuchte nachzudenken was nun zu tun sei.
Schnappte die Polizei als erste zu könnte sie, zwar eingeschränkt, aber dennoch mit gutem Erfolg operieren um an das Toxin zu kommen. Bei Sala´zar sah das ganze schon etwas kniffliger aus.
Was hatte sie sich nur dabei gedacht , diesem Typen einen Wink zu geben. Vielleicht war es Zorn darüber das immer wieder so viele Leute dazwischen funkten so das sie zumindest Jean, den sie ja als glaubhaften Kurier zum Treffen nach Rom schicken wollte, einen kleinen Teil davon spüren lassen wollte.
"Sollen sie ihn doch zu Tode hetzen... ."
Sie griff wieder zum Telefon:

"Ja hier Matina.
Wie geht es ihr?
Ok, tun sie ihr noch nichts.
Warten sie noch etwas ab.
Ich werde ihnen bescheid geben.
Sollte ich mich nicht bis Freitag Abend um 21:00 CET, also 20:00 Londoner Zeit, melden so tritt Plan B in Kraft, verstanden?
Gut, ab da sind es dann nur noch 24 Stunden bis..."
« Letzte Änderung: 10. August 2006, 14:39:11 von Nymphetamine »
Gespeichert

HoldenCaulfield

  • Käferprinzessin
  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 10897
Re: Speed Crime
« Antwort #22 am: 10. August 2006, 14:52:59 »

[...]
ab da sind es dann nur noch 24 Stunden bis...

wir die Phiolen meinem Mann übergeben werden."
Und vergessen sie nicht Jean zu bespitzeln. Sorgen sie dafür das er eine weile in Rom beschäftigt ist!!"

                                                                                    Kapitel 24
Dr. Keller besuchte ihren Patienten noch einmal. Sie fand ihn faszinierend. Gutaussehende Männer mit Gedächtnisverlust hatten auf sie schon immer eine gewisse Anziehung ausgeübt. Eigentlich hatte sie sich in letzter Zeit nur in solche Männer verliebt. Dieser saß vor dem ausgeschalteten Fernseher und war so bleich wie der Mond.
" Was ist denn mit ihnen passiert?" "Was... wie?" Der Mann schien total abwesend und gar nicht richtig da. "Haben sie sich an irgendetwas erinnert?" Das war natürlich ihr erster Gedanke. "Nein nein... ich... ich hab nur gerade einen unheimlichen Film gesehen..." Das klang schon mal sehr unglaubwürdig- im Krankenhaussender liefen um diese Zeit keine Filme. Und das war der einzige Sender den man empfangen konnte... " Binden sie mir keinen Bären auf und sagen sie mir nun endlich was los ist!!" Doch er schwieg. *Ich kann ihr doch nicht sagen das ich vielleicht dafür verantwortlich bin das ein paar duzend Leute, schwer verletzt sind oder sogar tot* Schließlich hatte er doch eine Idee... "Nun ja ich also ich habe mich wirklich an etwas erinnert... Ich müsste aber dafür dringend nach Paris. Ich muss wissen ob ich mich richtig erinnere..." "Nach Paris in ihrem Zustand?? Sind sie wahnsinnig? Keiner der Ärzte mich eingeschlossen würde es verantworten können das wir sie alleine nach Paris lassen!" "Wer hat denn gesagt das ich alleine fahre? Sie begleiten mich natürlich!!" "Waaas?? Weshalb sollte ich das tun?" "Weil ich ihr Patient bin und sie mir helfen wollen!! Außerdem gibt es ja wohl die Möglichkeit sich auf eigene Verantwortung entlassen zu werden, oder?" "Ja schon aber... " "Ich bitte sie es ist mir wirklich wichtig! Ich habe das Gefühl das es mir einen entscheidenden Hinweis darauf geben wird wer ich bin!!"  Er sah die Blondine aus großen Augen an. Tja solchen Männern hatte sie noch nie wiederstehen können. Gutaussehend, Gedächtnisverlust und dann auch noch der Trick mit dem Hundeblick. Und schwups war es mal wieder um sie geschehen. Sie hatte keine andere Wahl mehr sie musste diesem Mann einfach helfen. Wie er sie an sah wurde es ihr ganz warm ums Herz. Dieser verdammte Mutterinstinkt - tja dagegen kam sie eben nicht an. "Also, gut ich begleite sie. Aber nur unter der Bedienung das wir in Paris noch einmal einen Arzt aufsuchen!" Er hatte zwar nicht vor dies zu tun, da er jeglichen Kontakt mit anderen Menschen vermeiden wollte damit ihn niemand erkannte, (garantiert hatte fast jeder zweite Pariser die Nachrichten gesehen) aber um die Ärztin nicht zu beunruhigen willigte er in diesen Vorschlag vorläufig ein.
Die Papiere für seine Entlassung wurden fertig gemacht und Dr. Keller unterschrieb sie für ihn da sich der junge Mann ja an keinen Namen entsinnen konnte. Sie verließen gemeinsam das Krankenhaus. Dr. Keller hatte eine Sondergenehmigung des Krankenhauses in der Tasche, sowie eine Überweisung zu einem befreundeten Arzt.
Sie stiegen in den kleinen Grünen uralt Käfer und fuhren Richtung Paris ab.

                                                                               Kapitel 25
"...DuMont Führer? Häh? Wieso sollte ich einen Reiseführer über Rom schreiben? Ich war noch nicht mal dort!!"
"Ach Jean du Idiot. Ich bin’s doch. Du verstehst aber auch gar keinen Spaß oder? *Lach*"
"Ach du bist. Ich bin schon total verwirrt." "Wo bist du gerade?" "Ich fahr jetzt gleich nach Rom" -Es war besser niemand wusste das ich nach London fuhr. Diesmal würde ich mich  nicht so einfach davon abhalten lassen! "Nach Rom? Was bitte willst du denn in Rom? Na ja gut, wenn’s Spaß macht. Wenn du magst hol ich dich in ein paar Minuten ab und fahr dich zum Flughafen? Na was meinst du?" Das klang verlockend. Aber ich durfte nicht riskieren das der andere mitbekam das ich nicht in ein Flugzeug nach Rom stieg, sondern in das nach London- außerdem hätte ich für ein Flugticket ja auch meine  Papiere gebraucht aber die lagen ja noch bei der Polizei. Ich  konnte einen Einbruch dort nicht riskieren. Daher hatte ich vor mit dem Auto nach Calais zu fahren und dann die Fähre zu nehmen. Das würde zwar etwas länger dauern aber dafür war es sicherer als mit dem Zug oder dem Flugzeug, da ich hier keine Grenzkontrolle befürchten musste.
"Was ist denn nun? Soll ich dich abholen?" Also gut das hieß, ich musste mich zum Flughafen fahren lassen und dort einen Mietwagen ausleihen. Das würde zwar ein Zeitaufwand sein und ganz billig würde es auch nicht werden. Aber was gab man nicht alles darum eine Vernünftige Falsche Fährte zu legen *g*.
"Also gut, wie schnell kannst du den dasein?" "Gib mir zwei Minuten! " "Was soo schnell?" "Klar ich bin praktisch vor deiner Haustür, eigentlich musst du nur noch deine Wohnungstür öffnen. Ich steh nämlich davor!" Tja das hatte der andere wirklich geschickt eingefädelt. Na gut auch das war immerhin schon mal eine Zeitersparnis. Also ging ich zu meiner Wohnungstür, öffnete die Tür und vor mir Stand doch tatsächlich ...
« Letzte Änderung: 10. August 2006, 15:56:15 von HoldenCaulfield »
Gespeichert
Seltsam im Nebel zu wandern.... H.Hesse

"[...] wir sind hier alle verrückt. Ich bin verrückt, du bist verrückt" *L.Carroll*

Mein Interview mit Gail Carriger :elch:
Sonnenschirm

Erendis

  • Traumtänzerin
  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 1022
  • You have my sword!
Re: Speed Crime
« Antwort #23 am: 10. August 2006, 16:20:35 »

Also ging ich zu meiner Wohnungstür, öffnete die Tür und vor mir stand doch tatsächlich The Transporter, oder besser gesagt, der gute alte Frank, meine Rettung! Der wusste doch sicherlich, wo Celine abgeblieben war. Der musste doch einfach wissen, was, verdammt noch mal, hier gespielt wurde.
Moment mal – die Stimme am Telefon war doch eben weiblich gewesen…
“Frank?“
„Was gibt’s?“
„Gerade eben hat mich eine Frau angerufen, die behauptet hat, sie stehe gerade vor meiner Haustür. Da steht sie aber ganz offensichtlich nicht, denn da stehst ja jetzt du.“
„Stimmt, da stehe ich, das ist ganz offensichtlich.“ Frank grinste schelmisch.
„Ich finde das überhaupt nicht witzig, ich weiß nicht mehr, wem ich hier trauen kann und wem nicht – und dann ruft mich auch noch jemand an und die behauptet, sie sei Lacroix, die sie aber höchstwahrscheinlich, der Stimme nach zu urteilen nicht war und dann steht nicht sie vor der Haustür, sondern du und… argh, was ist das nur für ein Durcheinander!“
„Mir solltest du im Moment vertrauen, aber nur im Moment. Das wird besser für dich sein. Darf ich kurz reinkommen? Ich muss mal etwas mit dir besprechen – und das, ohne Gefahr zu laufen, von irgendeiner Möchtegern-Lacroix oder wem auch immer belauscht zu werden.“
Ich zögerte, mir schwirrte der Kopf. Konnte ich diesem Kerl vertrauen oder steckte der etwa unter einer Decke mit Tina, dieser Verräterin? Aber irgendwie fühlte ich, dass ich diesem Frank über den Weg trauen konnte und dass er hier war, um mir zu helfen.
Jetzt, im Nachhinein, bin ich heilfroh, dass ich meinem Bauchgefühl vertraut habe. Ich möchte mir gar nicht ausmalen, was ansonsten geschehen wäre.
Als die Tür hinter uns zugefallen war, begann Frank in knappen Worten zu berichten, dass er noch vor Kurzem mit Celine in Telefonkontakt gestanden hatte, dass er den Auftrag hatte, ihn auf schnellstem Wege nach London zu bringen und dass er zuerst noch ein Wörtchen mit dem geheimnisvollen Herrn im Taxi zu reden hatte.
Ich solle das Geschehen währenddessen vom Fenster aus beobachten und auf sein Zeichen hin so schnell es mir auch nur möglich war zu Franks Auto stürmen, das sich in einer gegenüberliegenden Hauseinfahrt befand und unverzüglich auf dem Beifahrersitz Platz nehmen. Nur – konnte ich dort gefahrlos hinübergelangen? Ich wusste ja gar nicht, wie viele heimliche Beobachter gerade um mein Haus schlichen oder sich irgendwo vor meiner Wohnungstür herumtrieben. Der Anruf gerade – ich hatte ehrlich gesagt keinen Schimmer, wer das gewesen sein konnte. Zuerst hatte ich an Lacroix gedacht, aber die Stimme dieser Person klang irgendwie – tiefer. Rauer und kratziger. Ich wusste einfach nicht, wie ich diesen geheimnisvollen Anruf deuten sollte. Und doch war ich heilfroh, den Anruf entgegengenommen zu haben, denn sonst hätte ich sicherlich zwischen Tür und Angel mit Frank gesprochen und ich war mir sicher, dass irgendjemand in der Nähe stand, der an dem Inhalt des Gespräches bestimmt sehr interessiert gewesen wäre.
Und ich war mir auch ziemlich sicher, dass dieser Jemand weiblich war.
„Also, du weißt, was du zu tun hast?“, vergewisserte sich Frank.
Ich nickte, obwohl ich mir meiner Sache absolut nicht sicher war.
 „Gut. Ich werde jetzt mal dem geheimnisvollen Typen dort unten einen Besuch abstatten. Und auf mein Zeichen hin – lauf, so schnell du kannst und lass dich auf keinen Fall erwischen!“
Sprach’s und verschwand aus meiner Wohnung, nicht ohne sich vorher gründlich im Bereich der Tür und im Treppenhaus umzusehen.
Tja, das alles war leichter gesagt als getan. Mir schlotterten schon jetzt die Knie beim Gedanken an die Flucht aus meiner sicherlich streng bewachten Wohnung. Was, wenn mich jemand schnappte? Gegen die Polizei würde auch Frank nicht viel ausrichten können. Mit meinem Köfferchen in der Hand wartete ich vorm Fenster. Ich sah, wie Frank die beiden Männer ziemlich unsanft behandelte, bis sie ihm schließlich zu verraten schienen, was er wissen wollte, denn er nickte zufrieden. Die Männer gingen um den Wagen herum zum Kofferraum und der Dickere der beiden öffnete etwas, das ich für eine Kühlbox hielt. Ich sah noch, wie Frank sich die Kühlbox schnappte und ohne sich umzublicken auf sein Auto zurannte. Dabei hob er in einer schnellen Bewegung den Daumen in die Richtung meines Fensters. Das war das Zeichen. Ich rannte zur Wohnungstür, riß sie auf, schlug sie hinter mir wieder zu und rannte wie von der Hummel gestochen die Treppen runter, aus dem Haus und über die Straße. Endlich saß ich unendlich erleichtert und keuchend neben Frank im Auto.
“War ja gar nicht so schwer,“ meinte dieser zufrieden grinsend.

Kapitel 26

Ich blickte zu Frank, der angespannt versuchte, sich auf den Straßenverkehr zu konzentrieren und gleichzeitig genügend Abstand zwischen unseren Wagen und dem Taxi zu bringen, in dem nun Lacroix mitsamt ihren beiden Kumpanen saß und das uns hartnäckig verfolgte.
Wir hatten beide schon vergeblich versucht, Celine zu erreichen und hatten schließlich ein paar Nachrichten auf ihrer Mobilbox hinterlassen. Es gab beunruhigende Zeichen, die darauf hindeuteten, dass Celine in Gefahr schwebte. Diese Tatsache schien Frank noch nervöser zu machen als mich, obwohl ich Celine sehr schätzte, schließlich war sie meine Brötchengeberin. Im Moment gingen mir aber auch noch einige andere Sachen im Kopf umher. Ich bezweifelte im Gegensatz zu Frank noch immer, dass Lacroix die geheimnisvolle Anruferin von gerade eben gewesen war. Lacroix war zwar gerade eben wie aus dem Nichts aufgetaucht und in das Taxi gesprungen, kaum hatte Frank den Motor angelassen, aber dennoch… Die Stimme war eine andere gewesen, da bestand für mich gar kein Zweifel. Frank hingegen war sich sicher, dass Lacroix die Anruferin gewesen war. Plötzlich wurde ich jäh aus meinen Gedanken gerissen – Frank hatte laut fluchend eine Vollbremsung hinlegen müssen, die sich gewaschen hatte. Ich traute meinen Augen kaum, als ich aus der Windschutzscheibe starrte. Es konnte doch nicht sein, dass…
« Letzte Änderung: 10. August 2006, 17:38:30 von Erendis »
Gespeichert
LG,
Erendis

:lesen: Tad Williams - Der Blumenkrieg

Saltanah

  • Hüterin der SUB-Mumien
  • Global Moderator
  • *
  • Offline Offline
  • Beiträge: 9790
  • Wir sind irre, also lesen wir!
Re: Speed Crime
« Antwort #24 am: 11. August 2006, 02:00:01 »

Ich traute meinen Augen kaum, als ich aus der Windschutzscheibe starrte. Es konnte doch nicht sein, dass wir ausgerechnet jetzt in eine Straßensperre brettern mussten. Woher wussten die Bullen nur, dass wir diesen Weg nehmen würden. Ich wollte gerade die Tür aufreißen und - mal wieder - einen meiner berühmten Sprints hinlegen, als sich ein Polizist dem Auto näherte.
"Bon jour, Monsieurs. Wie Sie sehen, können Sie die Rue Morgue zur Zeit nicht nehmen. Wieso? Ach, so weit ich weiß - einem kleinen Verkehrspolizisten wie mir wird ja nie etwas gesagt - führen die Kollegen von dem Bombendezernat eine großangelegte Razzia durch. Bitte nehmen Sie die nächste Parallelstraße, und, wenn ich Ihnen einen kleinen Hinweis geben darf, halten Sie sich dabei an die innerörtliche Geschwindigkeitsbegrenzung."
Er hatte noch nicht ausgesprochen, als der weiße Peugeot mit noch höherer Geschwindigkeit herangeprescht kam. Der Fahrer ließ die Bremsen quietschen, riss das Steuer herum und verlor die Kontrolle über den Wagen. Er geriet mit zwei Reifen auf den Gehsteig, touchierte mit dem Heck die Hauswand und kippte schließlich fast in Zeitlupe seitlich über. Unser Streifenpolizist rannte zu dem Unfallwagen, während ein drittes Auto unter kontrollierteren Formen anhielt.
Sie werden nicht glauben, wer aus dem beigen Mercedes kletterte! Niemand anders als Edmond! Mir fiel vor Verwunderung die Kinnlade herunter. "Edmond! Was machst du denn hier? Du bist doch tot!"
"Tot? Wieso sollte ihr Freund denn tot sein?", meinte seine Begleiterin, eine hochgewachsene Blondine, die genau nach Edmonds Geschmack war. Typisch Edmond - da hält man ihn für tot (na ja, das ist eigentlich eine Übertreibung, ich hatte schon angenommen, er wäre noch am Leben, aber um der Dramatik willen, Sie verstehen, muss das einfach sein) da hält man ihn also für tot, und was macht er statt dessen? Lacht sich eine Frau an.
"Guten Tag jedenfalls erst mal. Dr Keller ist mein Name." Und was für eine Frau, nein, keine Frau, ein Rasseweib. Mit nur einem kleinen Makel; ihre Stimme klang etwas zu rauh und kratzig und dazu irgendwie bekannt. Die ich doch erst vorhin gehört hatte, am Telefon nämlich. Unter einem Pseudonym.

Kapitel 27
"Hallo Tina. Sieht man dich auch mal wieder in der Kantine? In letzter Zeit hast du dich ziemlich rar gemacht."
"Hi, Simone. Ja, stimmt schon, die Lacroix hat mich ganz schön auf Trab gehalten. Was gibt's neues bei euch Bombern?"
"Na, da hab' ich dir was zu erzählen, du wirst es kaum glauben! Die haben doch tatsächlich mal was geschafft, nicht nur eine Spur gefunden, sondern sie auch verfolgen können. Aber psst, das erzähle ich natürlich nur unter größter Verschwiegenheit. Wenn der Chef die Bombe auf der Pressekonferens nicht selbst platzen lassen kann, platzt er vor Wut. Bumm. Kicher."
"Kicher." Innerlich stöhnte Tina über die immergleichen Scherzchen ihrer Kollegin aus dem Bombendezernat, den "Bombern", "Ich schwöre tiefste Verschwiegenheit."
"Ja, also, du weißt ja von der Cafébombe letzten Montag. Deine Chefin hat sie ja hautnah miterlebt."
"Mhm."
"Ja, die Bomber haben also eine Spur gefunden, und auch Beweise, kannst du dir das vorstellen, Beweise, die für eine Riesenrazzia reichen, ganze 28 Haftbefehle hat der Richter ausgestellt, und - jetzt kommt der eigentliche Hammer - nicht bei irgendwem. Oh, einige Dezernate werden uns um den Erfolg beneiden, nämllich alle die, die es vergeblich versucht haben, Sala´zar etwas anzuhängen."
"Sala´zar?!"
"Psst, nicht so laut. Vor allem die Drogis werden schimpfen vor Wut, und natürlich die Mörder."
"Das kann ich mir vorstellen. Welch eine Bombe! Kicher."
Tina, die noch gestern von der Meldung schockiert worden wäre, triumphierte innerlich. Exit Sala´zar, und vor allem Enter ins Präsidium alle Papiere von Sala´zar, unter anderem DIE Papiere.
Manchmal leisteten die Bomber doch gute Arbeit, wenn auch nicht immer so, wie sie es selbst glaubten. Auch diesmal waren sie, wenn man es genau nahm, einer falschen Fährte aufgesessen, oder teilweise aufgesessen. Sie, Tina, wusste nämlich nur zu genau, dass nicht etwa Sala´zar hinter der Bombe steckte. Nein, sie selbst war es gewesen, die die Explosion als Ablenkungsmanöver geplant hatte. Sie sollte kurz nach der Übergabe explodieren, und mit etwas Glück auch Jean in die Ewigkeit befördern.
Aber so ganz falsch lagen die Kollegen doch nicht, denn Tina hatte die Bombe selbstverständlich nicht selbst gepflanzt, sondern ihren Sala´zar'schen Maulwurf damit beauftragt. Ja, Bertoldo war in solchen Angelegenheiten immer zu gebrauchen, und auch als Klempner war er ein Ass. Zwar sah es ihm gar nicht ähnlich, eine Fährte zu hinterlassen, aber diesmal war das nur von Vorteil.
Die Papiere in Reichweite, die Phiolen in der Kühltasche - die Millionen glitzerten vor ihren Augen.

Kapitel 28
Benommen taumelte Lacroix aus dem Wrack. "Du stehst unter Arrest, Jean DuMont", die Dienstwaffe lag erstaunlich ruhig in ihrer zierlichen Hand. "Ich hoffe nur, dass du jetzt einen Fluchtversuch unternimmst."
Ungläubig starrte Dr. Keller ihre Geschlechtsgenossin an, als...
« Letzte Änderung: 11. August 2006, 02:11:36 von Saltanah »
Gespeichert

Nymphetamine

  • Gast
Re: Speed Crime
« Antwort #25 am: 11. August 2006, 09:19:36 »

Ungläubig starrte Dr. Keller ihre Geschlechtsgenossin an, als... die Erde zu beben schien.
Die beiden Frauen starrten sich noch immer an, jede versuchte in der Mimik der anderen zu erraten ob die jeweils gegenüberstehende es auch gespürt hatte.
Da schon wieder.
Aus dem Wohnhaus wo Sala´zar eine Wohnung bezogen hat stürmte einer der Bombenköpfe mit brennender "Rüstung" heraus und schrie aus Leibeskräften.
...und in diesem Moment geschahen 3 Dinge zur gleichen Zeit...

-1. Für einige Sekunden war jegliche Aufmerksamkeit voll und ganz auf den verletzten Bombenspezialisten gerichtet, was sich Jean zu nutze machte um wieder in den Wagen zurückzuhechten und Frank aus seiner Starre zu reißen und ihn dazu zu bewegen den Wagen wieder anzulassen und so schnell wie möglich hier zu verschwinden...

-2. Lacroix registrierte zwar die Bewegung von Jean war aber hin und hergerissen zwischen Verfolgung und Selbsterhaltungstrieb. Sie entschloss sich dann für das letztere und leget sich so schnell wie möglich flach auf den Boden. Denn tot konnte sie Jean nicht mehr einbuchten...

-3. Kaum das Jean die Wagentür hinter sich zugeschlagen hat und Frank den Motor startete, kaum das Lacroix´ Kinn den Boden berührt und sich schützend die Hände über ihren Kopf gelegt hatte, gab es eine dritte Erschütterung...die letzte vor der Hauptzündung...

Ein Blitz ein Knall und der Zeitungsstand der volle 100 Meter weiter die Straße runter stand wurde im wahrsten Wortsinn in der Luft zerrissen. Eine Gewaltige Explosion lies die gesamte Fassade des zweistöckigen Wohngebäudes nach außen streben. Passanten, Fahrräder, Autos die an der Polizeisperre zu warten hatten, alles wurde mit solch einer Wucht erfasst das in unmittelbarer Nähe der Detonation nichts mehr auf seinem Platz blieb. 

Tina: Ja?
Bertoldo: Hier ist Bertoldo
Tina: Ja und?
Bertoldo: Auftrag ausgeführt. Selbst wenn sie Sala´za lebend schnappen sollten wird er für ewig und noch länger sitzen müssen.
Tina: Gut...

Kapitel. 29
Obwohl Frank samt seiner Fracht schon einiges an Meter gut gemacht hatte wurden sie dennoch von der Druckwelle erfasst und der Fahrer hatte alle Mühe nicht in die Nächste Hausmauer zu krachen. Kurzzeitig überfordert sah er aber den parkenden Wagen vor ihm nicht den er im Übereifer frontal rammte. Ein Ruck ging durch den Wagen und dank deutscher Sicherheitstechnik wie Gurt und Airbag konnten sie nach einem Moment der Benommenheit aus dem geschroteten Wagen steigen.
"Der Kofferraum!", rief Frank Jean zu.
Der rannte schnell um das Wrack und machte den Deckel auf. Er schnappte sich die Kühlbox währen Frank sich eine schwarze, sehr schwer aussehende, Sporttasche schulterte.
"Was ist da drinn?", fragte Jean weil er kaum glauben konnte das Frank sich nun in solch einer Situation auch noch so viel Ballast aufhalsen wollte.
"Etwas was uns im Notfall die Haut retten könnte", meinte er nur lapidar und richtete einen nervösen Blick auf die gigantische Staubwolke unter der sich, die mittlerweile wieder stehende und Befehle schreiende, Lacroix wieder zu erholen schien.
"Frank! Der hier...", rief Jean und zeigte mit gezückter Waffe auf einen braunen Mercedes.
"Hast du nicht was in schwarz?", rief im Frank zurück während er sich schon Richtung wagen aufmachte.
"Das teil hat alles was wir brauchen", Jean trat auf die Beifahrertür zu, klopfte am Fenster das ihm bereitwillig aufgemacht wurde, "...und darüber hinaus wird uns der Besitzer dieses kleine Schmuckstück sicher überlassen."
Es war angenehm dass versierte Städter wussten dass ein Besitzwechsel anstand wenn sie mit einer Waffe bedroht wurden. Das sparte langwierige Erklärungen...
Frank warf die Sporttasche mit seinem Handwerkszeug auf den Rücksitz und zog den lahmen Fahrer aus dem Fond des Wagens.
Er startete die 180 PS Maschine und setzte mit quietschenden Reifen davon. Jean blickte kurz in den Rückspiegel und stellte zufrieden fest dass Lacroix noch damit zu tun hatte einen Wagen samt Fahrer zu finden mit dem sie erst über diesen Trümmerhaufen rumpeln musste. Hoffentlich entdeckte sie die kleine Seitenstraße nicht so schnell die eine Parallelverbindung zu der ihrigen herstellen würde und eine Verfolgung durchaus möglich währe.
Was war das?
Jean wartete bis sie den nächsten Häuserblock passiert hatten...
Und hier noch mal?
Es schien als ob jemand die Idee mit der Parallelstraße bereits aufgegriffen hätte. Ein weißer Peugot raste im selben Tempo wie sie durch die dünner werdenden Häuserschluchten.
Jean gab Frank einen Wink das sie verfolgt wurden aber jener konnte unter Schulterzucken nur sagen:
"Die einzige Möglichkeit auszuweichen ist die nächste größere Kreuzung. Mit diesem Höllentempo in eine der kleinen, meist zugeparkten, Gassen einbiegen zu wollen war mehr als dumm. Das könnte uns das Leben kosten."
Somit konnte Jean nur hoffen und bangen das der weise Peugot nicht schneller als sie wahren und das keine Rentnerin mit Dackel versuchen würde die nächsten paar Minuten über die Straße zu humpeln.

Kapitel 30.
Das Funkgerät gab Knack- und Rauschsignale von sich:
"JA! Lacroix, sagte ich doch!"
"Ihre Dienstnummer bitte?"
Sie griff sich ans Hirn.
"Die habe ich ihnen schon gegeben!", schrie sie in das kleine Kästchen, " alle Straßen, und ich meine auch noch das kleinste Gässchen, sollen im Umkreis von 3 Kilometern abgeriegelt werden!"
"Auf welchen Befehl hin?"
"MEINEN!!"
"Warten sie bitte kurz...ja lacroix, alle straßen im umkreis, ja...gut...mhm..."
Der Frau schien schön langsam aber doch der Geduldsfaden zu reißen während sie mit ansehen musste wie Jean und sein Fahrer in einen braunen Mercedes stiegen und davon fuhren. Sie wusste dass es im Moment keinen Sinn machen würde durch diesen Schutthaufen zu laufen und auf sie wie eine Wilde zu schießen, man würde sie für...
"Ja. Der Inspekteur ist informiert und hat die Straßensperren genehmigt. Die Departements 22, 16 und 25 werden hinzugezogen. Wird ein bestimmtes Objekt...", ihr viel ein kleiner Stein vom Herzen das zumindest das klappen würde. Der Bezirk war nicht so groß wie die anderen und die angrenzenden Dienststellen würden rasch handeln können.
"...oder sonstige Personen zu sondieren?"
"Wie ich ihnen schon sagte. Ein Brauner Mercedes 300. Insassen 2 Männer mittleren alters, unterwegs mit überhöhter Geschwindigkeit. Mit dem Kennzeichen HH 38..."
"HH 38 -  992, ist dies das korrekte Kennzeichen? Denn wenn, dann wird es uns leider nicht möglich sein sie zu fassen?"
Ungläubig starrte die Polizistin auf das kleine schwarze Kästchen.
"Warum das nicht!?"
"Weil dieser Wagen..."
« Letzte Änderung: 11. August 2006, 10:33:04 von Nymphetamine »
Gespeichert

Saltanah

  • Hüterin der SUB-Mumien
  • Global Moderator
  • *
  • Offline Offline
  • Beiträge: 9790
  • Wir sind irre, also lesen wir!
Re: Speed Crime
« Antwort #26 am: 11. August 2006, 17:58:28 »

"Warum das nicht!?"
"Weil dieser Wagen
dem italienischen Botschafter gehört. Die diplomatische Immunität aufzuheben geht nicht so ohne Weiteres."
Mist, Mist, Mist! So nahe am Ziel und dann doch wieder nichts. Obwohl... Eine Möglichkeit gäbe es noch.
Düü - düü - düü - dü "Italienische Botschaft, Guten Tag."
"Sergeant Lacroix, Polizei. Ich muss in einer dringenden dienstlichen Angelegenheit mit dem Botschafter sprechen."
"Einen Moment, ich werde nachsehen, ob der Herr Botschafter erreichbar ist."
Oh mio sospiro, oh palpito,
Diletto del cor mio!
Le mie colle tue lagrime
Confondere degg'io

Himmel hilf! Nicht auch das noch!
Ma piu' che mai, deh, credilo,
M'e' d'uopo di costanza,
Ah! tutto alla speranza

Wie lange würde sie sich Verdi im Telefon anhören müssen? Ausgerechnet Verdi! Konnte der Botschafter nicht mal etwas hin machen?
Non chiudere il tuo cor.
Violetta mia, deh, calm

"Angelo del Angeli, Attaché des italienischen Botschafters. Sie kommen von der Polizei? Worum geht es denn?"
----
Entnervt schaltete Lacroix ihr Handy ab. Wie konnte dieser Spaghettifresser - nach politischer Korrektheit war ihr im Moment nicht zumute - nur behaupten, der Dienstwagen des Botschafters befände sich in der Garage (?), und nein, er wäre schon seit zwei Tagen nicht benutzt worden (?), und ebenfalls nein, er sei absolut nicht gestohlen worden(???) Und der Herr Botschafter sei zur Zeit anderweitig beschäftigt, und leider unabkömmlich.
Und damit schwand auch die Hoffnung, der Botschafter könnte sein Auto als gestohlen melden, und so eine Straßensperre doch noch ermöglichen.
Aber dafür war es wohl sowieso zu spät. Jean war über alle Berge.

Kapitel 31
"Schneller, Bertoldo, schneller! Wir müssen sie kriegen."
Bertoldo biss die Zähne zusammen, griff fester um das Steuer und trat das Gaspedal bis auf den Asphalt hinunter. Doch vergeblich. Wie sehr er sich auch bemühte, so sah er aus den Augenwinkeln bei der Passage jeder Nebenstraße den braunen Mercedes auf gleicher Höhe die Parallelstraße herunterrasen.
"Schneller, sag ich, wir müssen ihm den Weg abschneiden, wenn wir die Rue de la Liberté erreichen!"
"Ich tue mein Bestes, Chef." Und Bertoldo holte noch ein halbes PS mehr Leistung aus dem gequälten Motor des Peugeots.
"Das Beste reicht nicht, wenn  wir ihn nicht überholen." Die Stimme nahm hysterische Obertöne an. "Die Papiere haben wir, jetzt müssen wir auch die Phiolen wieder zurückbekommen."
"Ja, Chef." Bertoldo konzentrierte sich voll auf die Verfolgungsjagd, und so blieb ihm keine Zeit, die Klug- oder Dummheit seines Handelns zu überdenken. Er überlegte also nicht, ob er wirklich gut daran getan hatte, die Papiere nicht an... Ebenso wenig hinterfragte er seinen Leitspruch "Das Übel, das du kennst...", oder seine Abneigung dagegen, von Frauen Befehle zu anzunehmen.

Kapitel 32
Verzweifelt drückte Tina die Wahlwiederholungstaste. Aber auch diesmal wieder: Düdelü - düdelü - Kein Anschluss unter dieser Nummer. Kein Anschluss unter dieser Nummer.

Kapitel 33
Der italienische Botschafter war auf dem Weg zum nächsten Taxistand, als ihn eine Stimme ansprach: "...
« Letzte Änderung: 11. August 2006, 18:03:01 von Saltanah »
Gespeichert

Erendis

  • Traumtänzerin
  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 1022
  • You have my sword!
Re: Speed Crime
« Antwort #27 am: 11. August 2006, 18:12:49 »

Kapitel 33

Der italienische Botschafter war auf dem Weg zum nächsten Taxistand, als ihn eine Stimme ansprach: "Entschuldigen Sie.“
Er verdrehte die Augen. Ausgerechnet jetzt musste ihn jemand ansprechen. Ausgerechnet jetzt, da sich seine Laune auf dem Nullpunkt befand. Nun war er wieder einmal gezwungen, Freundlichkeit vorzugaukeln, auch wenn ihm so rein gar nicht danach zumute war.
Er quälte sich ein Lächeln ab und wandte sich der Stimme zu.
„Ja, bitte, wie kann ich ihnen helfen?“
„Ich habe gerade beobachtet, wie ihr Wagen gestohlen wurde. Ich bin Polizistin und möchte versuchen, Ihnen zu helfen. Allerdings sind mir im Moment die Hände gebunden, da ein Mitarbeiter Ihrer Botschaft der festen Überzeugung war, das Auto sei nicht gestohlen worden und stehe unberührt in der Garage. Und Sie wissen ja, wie das mit der Immunität ist. Deshalb sollten Sie sich dringend mit Ihrer Botschaft in Verbindung setzen, damit eine Verfolgung des Wagens ausgelöst werden kann.“
Der Botschafter fühlte Ärger in sich aufsteigen. Verdammt noch mal, da saß doch sicherlich wieder dieser nichtsnutzige del Angeli am Telefon! Der bekäme es ja noch nicht einmal mit, wenn vor seiner Nase eine Bombe hochginge! Schnell verbot er sich diesen Gedanken im Anbetracht dessen, was er gerade gesehen hatte. Mit Bomben war nicht zu Spaßen, das war ihm gerade, da er zum ersten Mal eine Bombenexplosion hautnah miterlebt hatte, klar geworden. Er wollte schon sein Handy aus der Tasche holen, doch in diesem Augenblick fiel ihm ein, dass er dieses im Handschuhfach des Dienstwagens liegen gelassen hatte. Merda! Die einzige Telefonzelle weit und breit hatte bei der Explosion erheblich gelitten und war wohl nicht mehr funktionsfähig. Nun musste er wohl oder übel die Polizistin um ihr Handy bitten. Er erhielt es unverzüglich und wählte die Nummer. Das Freizeichen ertönte. Schließlich erkannte er die Stimme der Sektretärin:
„Italienische Botschaft, guten Tag.“
„Hier ist der Botschafter höchstpersönlich und ich muss sofort mit del Angeli sprechen!“
„Einen Moment bitte.“
Auch gut, vielleicht konnte ihm die wundervolle Musik helfen, sich ein wenig von seinem Schrecken zu erholen.
Oh mio sospiro, oh palpito,
Diletto del cor mio!
Le mie colle tue lagrime
Confondere degg'io

Aaah, wie herrlich, er fühlte sich schon ein wenig besser.
Ma piu' che mai, deh, credilo,
M'e' d'uopo di costanza,
Ah! tutto alla speranza

Wie diese sanften Töne sein Ohr umschmeichelten… Hach, er liebte diese Musik!
Zu seinem größten Bedauern meldete sich nun auch schon sein Attaché.
„Angelo del…“
„JA, ICH WEISS, WER AM APPARAT IST!!! Warum zum Teufel erzählen Sie der Polizistin, die Sie gerade eben am Telefon hatten, dass mein Dienstwagen in der Garage steht, wenn ich doch seit heute Morgen damit unterwegs bin? Mir ist nämlich tatsächlich gerade mein Wagen gestohlen worden! Die Verfolgung könnte schon längst im Gange sein, wenn Sie nicht so ein… so ein… ARGH!“ Er brüllte dies in italienischer Sprache ins Telefon und zog damit zahlreiche Blicke der Passanten auf sich. Ein zerknirschter Attaché versprach, das Auto unverzüglich gestohlen zu melden.
Die Polizistin seufzte: „Nun ist es sowieso längst zu spät.“

Kapitel 34


Tina war in Rage. Mit blutrotem Gesicht saß sie in ihrem Büro und schrie den Telefonhörer an:
„Verdammt nochmal! Ihr Idioten! Habe ich euch nicht ausdrücklich befohlen, ihr noch nichts zu tun?!“
Tiefes Schnaufen…
„NEIN! Wenn ich sage gar nichts, dann meine ich auch gar nichts, das schreibt euch mal hinter die Ohren, ihr… ihr…“
Kurze Pause, aufgebrachtes Schnaufen…
„Jetzt hör mir mal genau zu. Ihr verdammten, nichtsnutzigen, strohdummen,…“  - sie erweiterte diese Wortreihe noch um einige vergleichbare Worte –
„dämlichen Vollidioten, ihr! Ich hatte euch befohlen, ihr noch nichts zu tun. Und was tut ihr? Ihr…“
« Letzte Änderung: 11. August 2006, 19:11:36 von Erendis »
Gespeichert
LG,
Erendis

:lesen: Tad Williams - Der Blumenkrieg

Nymphetamine

  • Gast
Re: Speed Crime
« Antwort #28 am: 11. August 2006, 19:55:04 »

"Ihr knebelt und fesselt sie und kettet sie an einen Heizkörper. Ihr entzieht ihr das Essen und das Tageslicht, Leute wo habt ihr nur foltern gelernt!? Und dann habt ihr auch noch versucht ihr den kleinen Finger abzu.... Wisst ihr den gar nicht wer das ist?!"
Schweigen auf der anderen Seite der Leitung, dann ein kurzer Einwand, " aber sie sagten doch um... ."
"Um 21:00 CET und somit 20:00 Londoner Zeit und nicht 20:00 CET!!"
"Tschuldigung."
"Bindet sie wieder los und verbindet ihr die Finger."
"Aber sie meinten...?"
"Du strunzdämliches Stück Holz mit zwei grünen Blättern dran! Wir brauchen sie noch mindestens 24 Stunden, an sonst können wir nicht mit diesem Idioten Jean verhandeln."
Ihr Gegenüber setzte zu einer Erwiderung an lies es aber dann bleiben...sicher ist sicher.
"Vergesst was ich gesagt habe, es ist viel geschehen in den letzten Stunden, und wir brauchen Celine definitiv noch 24 Stunden lang lebend. Verstanden!? "
Zornig beendete sie das Gespräch, drehte sich schon um zum gehen und blickte in ein etwas entrücktes Gesicht.
"Ja, hier Dominic. Verbinden sie mich bitte mit Lacroix und schicken sie bitte den Sicherheitsdienst. Matina Marinelli, im Namen des Gesetzes verhafte ich sie wegen..."

Kapitel 35
Wir jagten die Häuserschluchten entlang, keine Möglichkeit um von dieser Straße runter und unseren Verfolgern zu entkommen. Wir haben Paris schon fast hinter uns gelassen als wir auf eine Kreuzung zufuhren. Kaum Verkehr und wenn wir es schaffen würden nach links abzubiegen könnten wir sogar noch unsere Verfolger im weißen Peugot abhängen. Danach würden nur noch weite Landstraßen kommen auf denen wir uns ohne große Probleme bis nach Norden durchschlagen könnten. Ich blickte auf die Uhr.
Die Phiolen müssen bei mindestens -120 °  Celsius gekühlt werden, die Box schafft aber nur -35° Celsius. Sie verzögert somit nur, und kann den Zerfall nicht aufhalten.
Frank fuhr nun langsamer, zwei Wagen standen wartend vor der Ampel. Noch immer rot.
Eine Vesper, ein Tanklastwagen, ein Leichenwagen, noch 2 LKW´s, ein weißer Peugot mit mindestens 100 Sachen, eine alte Frau mit D...
EIN WEISSER Peugot?
"Frank? Hey Frank! Hast du das auch eben gesehen?
"Was?"
"Der wiese Peugot der uns die ganze Zeit verfolgte ist gerade eben an uns vorbeigerauscht!"
"Spinn nicht herum..."
"Nein wirklich, das war der selbe, der dessen linker Frontscheinwerfer bei der Explosion zu Bruch gegangen ist. Weist du was das heißt?"
Jetzt schien auch Frank wieder putzmunter zu werden.
Die Ampel zeigte nun grün an.
Schnell, schon fast hektisch lies Frank den Wagen wieder an und lenkte ihn in die entgegengesetzte Richtung in die wir fahren wollten.
Ich rief erstaunt aus:
"Aber he, was machst du, du fährst nun wieder zurück in die Innenstadt? Bist du wahnsinnig?"
"Nur ein bisschen", meinte er beifällig.
"Ich meinte eher das es für uns leichter gewesen wäre unsere Verfolger vor uns zu haben um ihnen von hinten eine reinjubeln können. Praktisch vom Jäger zum Gejagten."
"Was habe ich dir heute schon einmal gesagt? Vertrau mir."
"Aber..."
"Wir fallen mit diesem Wagen auf wie ein bunter Hund, und ich weis wo wir einen neuen herbekommen können und danach müssen wir noch eine Kleinigkeit erledigen."
"Was!? Jetzt ist keine Zeit für Kleinigkeiten!"
"Ist nicht so aufwendig wie du glaubst. Ich brauche nur ein Telefon."
"Telefonieren, JETZ?!."
"Ja es ist dringend, wenn wir das jetzt nicht machen könnte es sein das wir noch alle draufgehen werden."
"Wen um Gottes willen möchtest du jetzt noch anrufen?"
"Na wen wohl? Di Person die alles in der Hand zu haben scheint, nämlich..."
« Letzte Änderung: 11. August 2006, 20:27:15 von Nymphetamine »
Gespeichert

HoldenCaulfield

  • Käferprinzessin
  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 10897
Re: Speed Crime
« Antwort #29 am: 11. August 2006, 20:34:59 »

Sala´zar'."

                                                                                               Kapitel 36

"Ist mit ihnen alles in Ordnung?" Dr. Keller bückte sich nach ihrem Patienten. Dieser kam nur langsam wieder zu sich. "Irgendwie scheine ich Explosionen magisch anzuziehen was?" Er lächelte schwach. Dr. Keller schmolz dahin. Was für ein süßer Kerl. Aber welche Explosion meinte er denn? Sie runzelte die Stirn. Was hatte er noch mal gesagt? Er hatte etwas im Fernsehen gesehn das ihn an Paris erinnert hätte... hm... Ihr kam da ein Verdacht. "Wieso denn" sie lachte "Das war doch nun nur eine Explosion." Sie musste vorsichtig sein und ihn in Sicherheit wiegen. "Ich ... wissen sie ich glaube ich erinnere mich wieder an ein paar Sachen. Mein Name ist jedenfalls schon mal Edmond." Edmond!!!! Ihre Gedanken überschlugen sich. Warum nur musste dieser Typ ausgerechnet Edmond sein?? Sie hasste es wenn sie sich in einen Mann verliebte den sie eigentlich aus dem Weg schaffen musste. Um ganz sicher zu gehen hakte sie nach: "Und warum warst du so sicher in Paris sein zu müssen?" Jetzt wurde ihr so einiges klar. Der Kerl von vorhin musste Jean gewesen sein. Verflucht, Jean und die Polizistin Lacroix... Verdammt, verdammt. Aber alles war so schnell gegangen das sie nicht richtig aufgepasst hatte. Na ja zumindest hatte sie jetzt erst mal Edmond. Und dieser begann sich zu erinnern. Nun sie würde eben noch eine Weile sein Vertrauen genießen... vorerst.
*stellt euch die Melodie der Ode an die Freude vor* Dr. Keller griff zu ihrem Handy...


                                                                        Kapitel 37

verhafte ich sie wegen heimtückischer Entführung und Mord an mehreren Personen!"  Ha wenigstens hatte er  keine Ahnung von den Phiolen, verdammter Mist aber gut vielleicht ließen sich die Phiolen noch an Lacroix verkaufen. Dann hätte sie zumindest ein schönes Pölsterchen im Alter. Dominic lies sie abführen. Denise war schon unterwegs und würde in wenigen Minuten eintreffen. Er freute sich darauf wenn diese verzwickte Geschichte endlich beendet war. Auch wenn er immer noch nicht so ganz verstand um was es nun eigentlich wirklich ging. In letzter Zeit hatte er aber das Gefühl gehabt das Denise etwas mehr wusste als sie zugeben wollte... Schade er hatte durch den Fall kaum Zeit gefunden sich einmal wieder Privat mit ihr zu treffen. Ihre nächtlichen Stelldicheins waren wirklich eine angenehme Abwechslung gewesen. Nun er freute sich jedenfalls schon auf eine Wiederholung.
"Dominic" "Na endlich wo hast du denn solange gesteckt! Du glaubst es nicht aber diese Tina hat von hier aus jemanden entführt und wir haben herausgefunden das sie für den Sprengstoffanschlag von vorhin verantwortlich ist!" Dieses Luder Tina war also verantwortlich für das ganze Chaos. Vermutlich hatte sie sogar die Phiolen. Sie musste nur dafür sorgen das Dominic nicht mitbekam um was es hier in Wirklichkeit ging. "Lass mich sie verhören. Ich habe da noch ein Hühnchen mit ihr zu Rupfen."  Ein junger Polizist von der Einsatztruppe kam in diesem Moment aufgeregt aufs Revier gerannt, die Waffe auf Lacroix gerichtet. „Was soll das denn nun?“ „Dominic ihr Verdacht bezüglich des Seargents  war berechtigt. Eliza  Sabilon – im Namen des Französischen Volkes sind sie hiermit verhaftet....
« Letzte Änderung: 11. August 2006, 21:07:55 von HoldenCaulfield »
Gespeichert
Seltsam im Nebel zu wandern.... H.Hesse

"[...] wir sind hier alle verrückt. Ich bin verrückt, du bist verrückt" *L.Carroll*

Mein Interview mit Gail Carriger :elch:
Sonnenschirm