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Autor Thema: Friedrich Schiller - Die Räuber  (Gelesen 5979 mal)

sandhofer

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Re: Friedrich Schiller - Die Räuber ~Rezension
« Antwort #15 am: 08. August 2006, 08:38:38 »

Hallo zusammen!

Vor allem bei der Bande gab es viel zu tun bzw. war gerade hier, Schweitzer, meine Lieblingsrolle. So mit dem Dialekt eines Eidgenossen...:rollen:

Wobei Schweitzer natürlich keiner ist. Ich meine: weder - noch. Weder von der Nationalität her, noch von seiner Tätigkeit her. (Praktisch alle Familiennamen auf -er sind ja nomina agentis, sprich: Berufsbezeichnungen. Und der Schweizer - wahrscheinlich tatsächlich deshalb so genannt, weil die ersten, die dafür eingesetzt wurden, aus der Schweiz kamen - war derjenige, der die Kühe molk: der Melker.)

Wer war noch mal der Beschnittene in der Bande?

Grüsse

Sandhofer
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Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen. (Karl Kraus)

Nymphetamine

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Re: Friedrich Schiller - Die Räuber ~Rezension
« Antwort #16 am: 08. August 2006, 16:49:05 »

Lass dem Menschlein seinen Spaß :rollen:
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Klassikfreund

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Re: Friedrich Schiller - Die Räuber ~Rezension
« Antwort #17 am: 19. November 2006, 23:59:07 »

Die Räuber. Ein Schauspiel. Deutscher Klassiker Verlag, 173 Seiten Text und 249 Seiten Kommentar.



Als zusätzliche Kommentare zu Rate gezogen:



Die Inhaltsangabe muss ich hier nicht wiederholen, man findet sie vorne im Thread. Vielleicht nicht jedem bekannt ist die Tatsache, dass es zwei Versionen gibt: Neben dem "Schauspiel", welche der Buchfassung entspricht, existiert eine überarbeitete "Trauerfassung", die der Bühnenfassung entspricht und die in Mannheim vor 225 Jahren zur Uraufführung gekommen ist. Die Trauerfassung habe ich noch nicht gelesen.

Beim Lesen des Stückes ist man ergriffen, zum einen von der dramatischen (aber auch nicht immer logischen) Handlung, zum anderen von der kunstvollen Sprache Schillers. An die Sprache muss man sich erst mal gewöhnen, sie ist nicht immer einfach zu verstehen, viele Begriffe sind heutzutage nicht mehr bekannt oder werden auch in anderer Bedeutung verwendet. Der sehr ausführliche Stellenkommentar gibt darüber Auskunft. Im Grunde muss man das Stück zweimal lesen, einmal mit dem Kommentar und wenn man diesen dann im Hinterkopf hat, kann man das Stück mit diesem Wissen beim zweiten Lesen erst richtig genießen. Ohne Kommentar lässt sich aber der "rote Faden" verfolgen, Details gehen dann verloren. Etliche Zitate des Stücks sind in den heutigen Sprachgebrauch übergegangen, das berühmteste ist wohl "Dem Mann kann geholfen werden."

Die behandelten Themen sind vielfältig und lassen sich für mich auf die Frage konzentrieren: "Wie gelingt Leben?".

Zu den Kommentaren: Am besten gefallen hat mir der Kommentar und die vielen Materialien in der Ausgabe des Deutschen Klassiker Verlags, die es aber (noch) nicht als Taschenbuch gibt, so dass man nur auf die teure gebundene Ausgabe zurückgreifen kann. Trotz seiner Ausführlichkeit bleibt der Kommentar gut verständlich. Einen leicht verständlichen Überblick gibt Oellers. Ihn empfehle ich an zweiter Stelle. Die beiden anderen Kommentare sind eher für Germanisten geschrieben, sind dadurch schwerer verständlich, aber auch sehr detailliert gehalten.

Bücher sollte man eigentlich ohne Kommentare verstehen. 225 vergangene Jahre und das enorme im Stück berücksichtigte Hintergrundwissen Schillers (aus der Bibel, Mythologie und Geschichte) erschweren jedoch heutzutage das Textverständnis, daher 1 Ratte Abzug.

4ratten

Schöne Grüße,
Thomas
« Letzte Änderung: 22. November 2006, 14:20:26 von Klassikfreund »
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Pan

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Re: Friedrich Schiller - Die Räuber ~Rezension
« Antwort #18 am: 05. Januar 2007, 12:02:57 »

Obwohl ich mit Schiller meist nichts so recht anzufangen weiß, mochte ich Die Räuber sehr. Das - natürlich vorraussehbare - Ende hat mir allerdings nicht sehr gefallen, vor allem in Bezug auf Amalia.
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Wir brauchen aber die Bücher, die auf uns wirken wie ein Unglück, das uns sehr schmerzt, wie der Tod eines, den wir lieber hatten als uns, wie wenn wir in Wälder vorstoßen würden, von allen Menschen weg, wie ein Selbstmord, ein Buch muß die Axt sein für das gefrorene Meer in uns. - Franz Kafka

HoldenCaulfield

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Re: Friedrich Schiller - Die Räuber ~Rezension
« Antwort #19 am: 15. März 2008, 14:06:51 »

Inhalt:
Karl Moor, Sohn des Herzogs, wird durch eine Intrige seines kleinen Bruders Franz enterbt. Doch schon kurz davor hat er sich entschlossen fortan einer Räuberbande anzugehören deren Hauptmann er wird.
Franz derweil, versucht alles um den Platz seines Bruders, auch im Herzen der schönen Amalia zu gewinnen, diese jedoch lässt sich nicht auf seine Spielchen ein. Es scheint als ob sie ihn sogar durchschaut hätte. Franz Pläne scheinen  jedenfalls teilweise aufzugehen als er dem Vater und auch Amalia weismachen kann der Bruder sei umgekommen.
Doch dann erscheint ein Fremder auf dem Schloss der allen seltsam vertraut zu sein scheint...

Meine Meinung:
Zugebeben Die Räuber nur zu lesen ist doch etwas andres als das Stück zu sehen. Dennoch hat es mir trotz meiner Skepsis beim zweiten Lesen viel besser gefallen als beim ersten Mal. Vielleicht auch gerade deshalb weil ich noch recht schlechte Erinnerungen an das Stück hatte. Meine Erwartungshaltung war dementsprechend niedrig angesetzt (darum drücken konnte ich mich auch nicht, es ist Sternchen Thema fürs Abi).
Man kann dem Stück sicher vorwerfen seine Charaktere wären zu Extrem in ihren Handlungen. Doch wenn man sich überlegt das Schiller ungefähr 19 Jahre alt war als er Die Räuber schrieb sieht man die Figuren dann doch aus einer ganz andren Perspektive. Die Ideale der Aufklärung und den Sturm und Drang prallen aufeinander, Schiller übt massiv Kritik daran kein Gefühl zuzulassen und zeigt auch das zu viel Gefühl genauso wenig funktionieren kann. Die Mischung beider sollte es sein.

Mir persönlich hat die Figur des Franz am besten gefallen. Ich fand die Figur am interessantesten, während Karl mir oft eher auf die Nerven ging. Amalia ist auch so eine Figur für sich... einerseits ist sie eine recht eigenständige Persönlichkeit andererseits ist sie mir dann doch zu übertrieben in ihrer Liebe zu Karl.
Am Ende muss die alte Ordnung wieder hergestellt sein. Das Ende gefällt mir einerseits weil ich finde das es recht passend ist andererseits wird mir die Figur des Karl dadurch dennoch nicht sympathischer^^
Ich freue mich jedenfalls das Stück im Sommer im Theater zu sehen und bin auf die Umsetzung gespannt!
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Gianettino Doria

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Re: Friedrich Schiller - Die Räuber
« Antwort #20 am: 08. August 2011, 11:18:56 »

Die Räuber ist mein absolutes Lieblingsdrama.  :klatschen: Mein liebster Charakter ist Franz von Moor, der beleidigte, hinterlistige Bruder von Karl. Es ist bei mir eigentlich fast immer so, dass ich die Schlechten viel interessanter finde, als die Helden. So auch hier.  Ich finde man merkt richtig, weil es ist ja Schillers erstes Stück, was er noch für Erwartungen an die Welt hat.
Mir hat das alles so gut gefallen, dass ich die Räuber im Moment auch auswendig lerne. Leider ist es mir bis jetzt auch vergönnt geblieben das Drama auf der Bühne anzuschauen.
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British_Soul

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Re: Friedrich Schiller - Die Räuber
« Antwort #21 am: 25. September 2011, 11:40:41 »

Ich kann gar nicht recht sagen, weshalb ich nicht so begeistert war!
Schiller zählt normalerweise zu meinen Lieblingsautoren, aber dieses Werk war mir zu einseitig. Die Schreibweise fand ich wie sonst auch hervorragend, aber irgendwie war das alles zu vorhersehbar und immer das gleiche Thema - abgesehen davon, dass mir die Anzahl der Toten zu hoch war. Aber das ist eben alles Inhalt des Werkes! Bis jetzt habe ich mir noch keine rechte Meinung bilden können.
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Gronauer

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Re: Friedrich Schiller - Die Räuber
« Antwort #22 am: 26. September 2011, 16:44:21 »

Ich kann gar nicht recht sagen, weshalb ich nicht so begeistert war!

Vielleicht liegt das daran, was Marcel Reich-Ranicki vor ein paar Jahren zu den Mängeln der "Räuber" anmerkte:

Zitat
"Eth wird unendlich viel geredet, ja, eth wird geschwättht"
:breitgrins:
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Theresa

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Re: Friedrich Schiller - Die Räuber
« Antwort #23 am: 27. September 2011, 16:28:32 »

Also, Marcel Reich- Ranicki in allen Ehren, aber dass "geschwättht"  :breitgrins: wird, finde ich ein bisschen hart. Es wird halt öfters mal rumphilosophiert und geredet, aber na ja- das ist in vielen Büchern ja der Fall.

Ich mag die Räuber bis jetzt eigentlich sehr gern- bin nur noch nicht so weit gekommen. Ist eben fast so etwas wie eine Dauerzweitlektüre.   :zwinker:
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Gronauer

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Re: Friedrich Schiller - Die Räuber
« Antwort #24 am: 27. September 2011, 18:13:19 »

Zur Ehrenrettung von MRR: der hält die "Räuber" eigentlich für ganz großartig (hier habe ich der Versuchung widerstanden... :breitgrins:), und zwar so sehr, dass die stellenweise Geschwätzigkeit keine Rolle spiele...
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Theresa

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Re: Friedrich Schiller - Die Räuber
« Antwort #25 am: 27. September 2011, 18:32:13 »

Zur Ehrenrettung von MRR: der hält die "Räuber" eigentlich für ganz großartig (hier habe ich der Versuchung widerstanden... :breitgrins:), und zwar so sehr, dass die stellenweise Geschwätzigkeit keine Rolle spiele...

  :smile: Na, dann bin ich ja beruhigt.
 
Es hätte mich schon gewundert, wenn er die "Räuber" nicht gemocht hätte. Nicht, weil ich nicht verstehen kann, wie man sie nicht lieben kann, aber Reich- Ranicki ist irgendwie so ein "Räuber- Typ". Einer, der das ziemlich gut findet.
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Tamlin

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Re: Friedrich Schiller - Die Räuber
« Antwort #26 am: 20. Oktober 2011, 07:34:27 »

Wir lasen das Stück in der Schule, aber es wurde nach meiner Erinnerung nicht in Grund und Boden interpretiert. Meines Erachtens gehört der Inhalt des Theaterstücks zu jenen Stoffen, die von zeitloser Gültigkeit sind. Dieser Eindruck mag aber auch daran liegen, daß ich es in den 80er Jahren bei den Münchner Theaterfestspielen in einer hochmodernen Inszenierung gesehen habe. Die Räuberbande war - bis an die Zähne bewaffnet - als Terroristengruppe aufgezäumt, kam in einem VW-Bus auf die Bühne gefahren, die Toten wurden auf einem Billardtisch aufgebahrt usw. Die Förmlichkeit der Texte und ihr leidenschaftlicher Pathos nahmen sich in diesem Kontext leicht anachronistisch aus, aber die Gesamtwirkung war wirklich ziemlich eindrucksvoll - und unvergeßlich.
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« Letzte Änderung: 20. Oktober 2011, 07:36:03 von Tamlin »
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grafi

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Re: Friedrich Schiller - Die Räuber
« Antwort #27 am: 21. November 2011, 18:33:51 »

Allgemein mag ich Schiller und Goethe. Komm aber leider an Schulliteratur überhaupt nichtmehr heran. Die Räuber mussten wir damals in der 12. lesen und ich konnte überhaupt nichts damit anfangen. Leider.
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Gianettino Doria

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Re: Friedrich Schiller - Die Räuber
« Antwort #28 am: 01. Dezember 2011, 17:31:20 »

So eine Schullektüre hat schon sein Gutes, aber auch  Nachteile. Ich finde es eigentlich ganz in Ordnung die Räuber bis jetzt noch nicht in der Schule gelesen zu haben, da kann ich mir wenigstens mein Eigenes dazu denken...
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