Die Räuber. Ein Schauspiel. Deutscher Klassiker Verlag, 173 Seiten Text und 249 Seiten Kommentar.


Als zusätzliche Kommentare zu Rate gezogen:




Die Inhaltsangabe muss ich hier nicht wiederholen, man findet sie vorne im Thread. Vielleicht nicht jedem bekannt ist die Tatsache, dass es zwei Versionen gibt: Neben dem "Schauspiel", welche der Buchfassung entspricht, existiert eine überarbeitete "Trauerfassung", die der Bühnenfassung entspricht und die in Mannheim vor 225 Jahren zur Uraufführung gekommen ist. Die Trauerfassung habe ich noch nicht gelesen.
Beim Lesen des Stückes ist man ergriffen, zum einen von der dramatischen (aber auch nicht immer logischen) Handlung, zum anderen von der kunstvollen Sprache Schillers. An die Sprache muss man sich erst mal gewöhnen, sie ist nicht immer einfach zu verstehen, viele Begriffe sind heutzutage nicht mehr bekannt oder werden auch in anderer Bedeutung verwendet. Der sehr ausführliche Stellenkommentar gibt darüber Auskunft. Im Grunde muss man das Stück zweimal lesen, einmal mit dem Kommentar und wenn man diesen dann im Hinterkopf hat, kann man das Stück mit diesem Wissen beim zweiten Lesen erst richtig genießen. Ohne Kommentar lässt sich aber der "rote Faden" verfolgen, Details gehen dann verloren. Etliche Zitate des Stücks sind in den heutigen Sprachgebrauch übergegangen, das berühmteste ist wohl "Dem Mann kann geholfen werden."
Die behandelten Themen sind vielfältig und lassen sich für mich auf die Frage konzentrieren: "Wie gelingt Leben?".
Zu den Kommentaren: Am besten gefallen hat mir der Kommentar und die vielen Materialien in der Ausgabe des Deutschen Klassiker Verlags, die es aber (noch) nicht als Taschenbuch gibt, so dass man nur auf die teure gebundene Ausgabe zurückgreifen kann. Trotz seiner Ausführlichkeit bleibt der Kommentar gut verständlich. Einen leicht verständlichen Überblick gibt Oellers. Ihn empfehle ich an zweiter Stelle. Die beiden anderen Kommentare sind eher für Germanisten geschrieben, sind dadurch schwerer verständlich, aber auch sehr detailliert gehalten.
Bücher sollte man eigentlich ohne Kommentare verstehen. 225 vergangene Jahre und das enorme im Stück berücksichtigte Hintergrundwissen Schillers (aus der Bibel, Mythologie und Geschichte) erschweren jedoch heutzutage das Textverständnis, daher 1 Ratte Abzug.

Schöne Grüße,
Thomas