Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.

E-Mail: Passwort:

Autor Thema: Kurt Tucholsky - Schloß Gripsholm  (Gelesen 4332 mal)

Egophagus

  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 53
Re: Kurt Tucholsky - Schloß Gripsholm
« Antwort #15 am: 10. Juli 2008, 01:21:55 »

Zitat von: sandhofer
Ein schönes Buch: ja. Der Rest klingt, als ob Tucholsky in diesem Buch die heile Welt zelebrierte. Das tut er aber ganz und gar nicht. Die vermeintliche Urlaubsidylle ruht auf einem sehr trüben, schlammigen Grund ...
Die Welt, wie sein sollte, ist meines Erachtens auch nicht kitschig.  :zwinker:   

Myriel

  • Stilles Wasser
  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 1700
    • Bücherzeit
Re: Kurt Tucholsky - Schloß Gripsholm
« Antwort #16 am: 04. August 2008, 12:33:14 »

Ein Briefwechsel zwischen Ernst Rowohlt, Besitzer des gleichnamigen Verlages, und dem Schriftsteller Kurt Tucholsky leitet diese Erzählung ein. Herr Rowohlt wünscht sich vom Autor einen leichten, sommerlichen Roman, vielleicht einer Liebesgeschichte, da das Volk Abwechslung von den vielen politischen Büchern braucht. Tucholsky antwortet daraufhin, dass er bald nach Schweden in den Urlaub fahre, aber danach noch einmal über diese Bitte nachdenken wolle. Anschließend beginnt die eigentliche Geschichte, indem Tucholsky den Brief abschickt und danach die Prinzessin abholt, um mit ihr den Zug nach Schweden zu besteigen.

Auf nicht ganz 130 Seiten berichtet Tucholsky anschließend von der Fahrt nach Schweden, der Suche nach einem ruhigen Landhaus für ihren fünfwöchigen Aufenthalt – sie entscheiden sich für Schloß Gripsholm – und den Spaziergängen, die „Daddy“ und die „Prinzessin“ unternehmen, wenn sie nicht gerade einmal ihre Seele baumeln lassen. An Namen fehlt es dabei nicht, finden die beiden immer neue Bezeichnungen für einander, ohne dass man als Leser dabei den Überblick verliert, wer gemeint ist, selbst als ein guter Freund von „Daddy“ kurzzeitig auftaucht und mitspielt. Die lockere und sommerliche Atmosphäre wird dabei ab und an von einem Abschnitt unterbrochen, der von „dem Kind“ handelt, welches in einem Kinderheim in der Nähe des Schlosses liegt. Von der Heimleiterin unterdrückt wünscht es sich nichts sehnlicher, als zurück zu seiner Mutter in die Schweiz. Auf einem Spaziergang der Kinderschar begegnet es den ebenfalls spazierendem Dreiergespann, woraufhin sich die beiden anfangs getrennten Erzählstränge geschickt miteinander verbinden.

Die heitere Atmosphäre wird dadurch nur geringfügig getrübt, denn der Kampf von Daddy und der Prinzessin um das Wohlergehen des Kindes nimmt nur einen Teil des Tagesgeschehens in Anspruch. Während der restlichen Zeit verbreitet eine Freundin der Prinzessin, die einige Tage zu Besuch ist, einen Hauch von Erotik und sorgt für prickelnde Dreisamkeit.

Aufgrund der Tatsache, dass Tucholsky als Ich-Erzähler die Geschehnisse schildert, erfährt man nichts von den Gefühlen und Gedanken der anderen Handelnden, außer dem, was Tucholsky in sie hineininterpretiert und aus ihrer Gestik und Mimik liest. Dennoch sind sie einem nach kurzer Zeit bereits so vertraut, als kenne man sie schon ewig und verbringt nun mit ihnen den Sommer in Südschweden.

Ein Manko hat dieses Buch aber aus meiner Sicht: die missingsche Sprache. Da ich nicht aus dem nordischen Raum stamme und auch keine Ahnung von plattdeutsch habe, verstand ich nur knapp die Hälfte dessen, was die Prinzessin in dieser Redensart von sich gab. Zum Glück beherrscht sie auch das Hochdeutsch, welches nur temporär von Ausflügen ins Missingsche unterbrochen wurde.

Alles in allem passt das Buch hervorragend zur Jahreszeit und verbreitet eine entspannte Atmosphäre, so dass ich am liebsten sofort meine Koffer gepackt und nach Südschweden gefahren wäre. Ich vergebe 4ratten
Gespeichert

Blume88

  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 30
Re: Kurt Tucholsky - Schloß Gripsholm
« Antwort #17 am: 04. Oktober 2008, 22:12:07 »

Ganz so begeistert wie ihr bin ich leider nicht.
Für mich verlief die Geschichte zu träge, und, wie bereits erwähnt, ist kaum was passiert. Hatte mehr erwartet.
Und leider bin ich ebenfalls des Plattdeutschen nicht mächtig und hab daher vieles nicht verstehen können... die Beschreibung der Frau Adriani hingegen war sehr gelungen - ein richtig böser Charakter.
Die Beziehung von Daddy und der Prinzessin hat sich mir jedoch nicht so ganz entschlüsseln können.

Alles in allem war die Geschichte okay - aber mehr halt auch nicht.
Gespeichert
If the world weren't such a beautiful place we might all turn into cynics
(Paul Auster)

Tetr4

  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 715
Re: Kurt Tucholsky - Schloß Gripsholm
« Antwort #18 am: 28. Dezember 2008, 13:31:05 »

Inhalt
Peter und Lydia sind ein Paar, das für drei Wochen in den Sommerurlaub fährt. Von Deutschland, über Dänemark geht es mit der Fähre nach Schweden. Nach einigem Suchen der passenden Herberge, findet das Paar einen geeigneten Platz im Nebenbau von Schloss Gripsholm.
Während ihres Aufenthalts in Schweden werden Peter und Lydia von ihren Freunden Karlchen und Billie besucht und sie entdecken ein Kinderheim, dass von Frau Adriani geleitet wird, einer bösen und machtsüchtigen Person. Eines der Kinder öffnet sich dem Paar und landet nach mehrmaliger Flucht immer wieder bei diesem. Peter und Lydia nehmen sich dem Kind an und helfen ihm.

Meinung
"Schloss Gripsholm" ist mein erstes Buch von Tucholsky und anfangs fiel mir sein Schreibstil auch nicht gerade leicht. Innerhalb kürzester Zeit hat sich dies jedoch gelegt und das Buch lies sich recht schnell durchlesen. Lediglich mit dem Plattdeutsch von Lydia konnte ich mich bis zum Ende nicht anfreunden und so ging auch einiges von der Geschichte verloren.
Wollte Tucholksy mit "Schloss Gripsholm - Eine Sommergeschichte", wie im fiktiven Briefwechsel am  Anfang des Buches erwähnt, keine politische Geschichte schreiben, so sind doch einige Themen enthalten, die recht ungewöhnlich für eine Liebesgeschichte im eigentlichen Sinn sind.
Meiner Meinung nach enthält das Buch relativ viel Erotik und Sex; auch Gruppensex. Außerdem wird das Fremdgehen thematisiert. Themen, die eigentlich so gar nicht zu einem romantischen Urlaub eines Paares passen. Des Weiteren wird Macht über Schwächere gezeigt. So ist Frau Adriani nämlich eine herrschsüchtige Frau, die großen Druck auf ihre Pflegekinder ausübt: "Hier tobt der Urdrang der Menschheit: der nach Macht, Macht, Macht" (Seite 152, Zeile 28-29).

Abschließend bleibt zu sagen, dass "Schloss Gripsholm" von Kurt Tucholksy eine mehr oder weniger schöne "Liebesgeschichte" ist, mit verschiedenen Szenen, die so gar nicht zum Geschehen passen wollen. So wird ein nicht zu übersehender bizarrer Kontrast hergestellt, der das Buch umso mehr lesenswert macht.

4ratten


 
« Letzte Änderung: 28. Dezember 2008, 14:27:18 von Tetr4 »
Gespeichert

sandhofer

  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 7135
    • litteratur.ch
Re: Kurt Tucholsky - Schloß Gripsholm
« Antwort #19 am: 28. Dezember 2008, 14:09:29 »

Lediglich mit dem Plattdeutsch von Lydia konnte ich mich bis zum Ende nicht anfreunden und so ging auch einiges von der Geschichte verloren.

Liegt vielleicht daran, dass es nicht Platt ist, sondern Missingsch. Missingsch ist - aber lassen wir es doch Tucholsky selber beschreiben:

Missingsch ist das, was herauskommt, wenn ein Plattdeutscher Hochdeutsch sprechen will. Er krabbelt auf der glatt gebohnerten Treppe der deutschen Grammatik empor und rutscht alle Nase lang wieder in sein geliebtes Platt zurück. Lydia stammte aus Rostock, und sie beherrschte dieses Idiom in der Vollendung. Es ist kein bäurisches Platt -- es ist viel feiner. Das Hochdeutsch darin nimmt sich aus wie Hohn und Karikatur; es ist, wie wenn ein Bauer in Frack und Zylinder aufs Feld ginge und so ackerte. Der Zylinder ischa en finen statschen Haut, över wen dor nich mit grot worn is, denn rutscht hei ümmer werrer aff, dat deit he... Und dann ist da im Platt der ganze Humor dieser Norddeutschen; ihr gutmütiger Spott, wenn es einer gar zu toll treibt, ihr fest zupackender Spaß, wenn sie falschen Glanz wittern, und sie wittern ihn, unfehlbar ... diese Sprache konnte Lydia bei Gelegenheit sprechen.
(Kapitel 2 von "Schloss Gripsholm")

Ältere Semester wie ich erinnern sich dabei gerne des Ohnsorg-Theaters im Fernsehen ...  :winken:
Gespeichert
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen. (Karl Kraus)

Tetr4

  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 715
Re: Kurt Tucholsky - Schloß Gripsholm
« Antwort #20 am: 28. Dezember 2008, 14:31:04 »

Lediglich mit dem Plattdeutsch von Lydia konnte ich mich bis zum Ende nicht anfreunden und so ging auch einiges von der Geschichte verloren.

Liegt vielleicht daran, dass es nicht Platt ist, sondern Missingsch. Missingsch ist - aber lassen wir es doch Tucholsky selber beschreiben:

Missingsch ist das, was herauskommt, wenn ein Plattdeutscher Hochdeutsch sprechen will. Er krabbelt auf der glatt gebohnerten Treppe der deutschen Grammatik empor und rutscht alle Nase lang wieder in sein geliebtes Platt zurück. Lydia stammte aus Rostock, und sie beherrschte dieses Idiom in der Vollendung. Es ist kein bäurisches Platt -- es ist viel feiner. Das Hochdeutsch darin nimmt sich aus wie Hohn und Karikatur; es ist, wie wenn ein Bauer in Frack und Zylinder aufs Feld ginge und so ackerte. Der Zylinder ischa en finen statschen Haut, över wen dor nich mit grot worn is, denn rutscht hei ümmer werrer aff, dat deit he... Und dann ist da im Platt der ganze Humor dieser Norddeutschen; ihr gutmütiger Spott, wenn es einer gar zu toll treibt, ihr fest zupackender Spaß, wenn sie falschen Glanz wittern, und sie wittern ihn, unfehlbar ... diese Sprache konnte Lydia bei Gelegenheit sprechen.
(Kapitel 2 von "Schloss Gripsholm")

Ältere Semester wie ich erinnern sich dabei gerne des Ohnsorg-Theaters im Fernsehen ...  :winken:

Vielen Dank für die Korrektur lieber Sandhofer. Aber Missingsch ist mir auch nicht geläufig :winken:
Gespeichert

Erendis

  • Traumtänzerin
  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 1036
  • You have my sword!
Re: Kurt Tucholsky - Schloß Gripsholm
« Antwort #21 am: 06. Mai 2009, 22:03:24 »

Meine Meinung:

Kurt Tucholsky hat hier eine nette, beschwingte Geschichte über einen Sommerurlaub eines Liebespaares geschrieben.
Mir gefiel bereits die Einleitung mit den Briefen Tucholskys an seinen Verleger und den entsprechenden Antworten. Der intelligente Humor dieser Briefe brachte mich bereits zum Schmunzeln. Nach dieser netten Einleitung fiel mir der Einstieg in die eigentliche Geschichte nicht mehr schwer.

Die beiden Hauptcharaktere pflegen einen solch herzlichen, liebevollen und fröhlichen Umgangston miteinander, dass mir beim Lesen so richtig das Herz aufging. Ihre Kabbeleien brachten mich immer wieder zum Grinsen. Das Plattdeutsch, das Lydia immer wieder zum Besten gab, störte mich überhaupt nicht - ich fand es im Gegenteil sehr amüsant und nett (auch wenn ich nicht immer alles verstand).
Das Buch erweckt Sehnsucht nach Sommerurlaub und Südschweden und man wünscht sich als Leser, ebenfalls dort zu sein.

Nachdenklich stimmten mich dann die Erzählstränge, in denen das Schicksal der kleinen Ada, genannt "das Kind", geschildert wird. Frau Adriani ist eine bösartige und herrschsüchtige Frau - gerne hätte ich jedoch etwas mehr über ihre Geschichte erfahren, denn sicherlich ist sie nicht ohne Grund zu solch einem "Monster" von einer Heimleiterin geworden. Mich trieb beim Lesen die Frage um, die sich auch die Charaktere stellten: "Ob sie wohl glücklich ist?" - wohl eher nicht, würde ich vermuten.
Deshalb fieberte ich auch mit dem Paar mit, die sich trotz des Widerstandes der Adriani bemühen, die Kleine aus dem Heim zu holen und zu ihrer Mutter zu bringen.

Zusätzlichen Charme bringen Karlchen und Billie, die jeweils besten Freunde des Pärchens, in die Geschichte. Karlchen hat einen herzerfrischenden Humor und die Männerfreundschaft zwischen ihm und Peter (bzw. "Daddy" oder wie auch immer ihn seine Lydia gerade zu nennen beliebt  :smile:) scheint wirklich sehr stark und unzertrennlich zu sein. Man spürt das Vertrauen und den Zusammenhalt dieser beiden Männer.
Billie dagegen ist eine sehr interessante Frau, die eine Portion subtile Erotik in die Geschichte einbringt und zudem eine sehr erfrischende Art hat.

Insgesamt handelt es sich hier um eine herzerfrischende kleine Geschichte, die sich wunderbar eignet, um ein paar schöne und erholsame Lesestunden zu verbringen, wobei wegen der schönen Beschreibung Schwedens Fernweh und Urlaubsgefühle erweckt werden.

Von mir gibt es: 4ratten
Gespeichert
LG,
Erendis

:lesen: Tad Williams - Der Blumenkrieg / Christa Wolf - Der geteilte Himmel

schokotimmi

  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 1384
    • Hakuna Matata!
Antw:Kurt Tucholsky - Schloß Gripsholm
« Antwort #22 am: 01. Juni 2009, 13:46:02 »

Kurt Tucholsky - Schloss Gripsholm

Ich habe das Buch während meines Kurztripps nach Schweden/ Stockholm gelesen und zwar auf der Heimreise über Skavsta Airport...

Der Autor schreibt hier über den Sommerurlaub eines Pärchens auf Schloss Gripsholm in Südschweden. Es ist ein mehrwöchiger Aufenthalt in dem beide die Seele baumeln lassen, spazieren, die Besuche der Freunde Karlchen und Billie genießen und so ein paar unbeschwerte Tage verleben. Parallel wird die Geschichte der kleinen Ada gezeichnet, die unter den Thyrannischen Verhältnissen im Kinderheim nahe Gripsholm leidet und die dann von dem Pärchen daraus erlöst wird.

Auf den ersten Blick war es für mich eine wunderbare, romantische kleine Sommergeschichte - ein Liebespaar kann fern von daheim ohne Sorgen und Probleme einige Wochen ausspannen und die Seele baumeln lassen. Das Leid der kleinen Ada rüttelt sie auf, bezwingt jedoch nicht die allgemeine Urlaubstimmung.
Unterschwellig wurden doch einige Probleme der Menschen angesprochen - so empfand ich die Heimleiterin als erschreckendes Synonym für die folgende Geschichte von Macht und "Machtmissbrauch" - wie hier die Art der Person beschrieben wurde, ihr Auftreten und ihre Berechnung, ihre Freude am Leid der Schwächeren war für mich ein grausiges Bild für das was kommen sollte im 3. Reich. Außerdem waren die Bezüge z.B. zum Gladiatorenkampf beeindruckend und interessant gesetzt. Die ganze Grausamkeit der Menschheit, konnte man indirekt in Form dieser Person spüren...
Auch das ein Urlaub nur eine "Flucht", ein Abschalten vom Alltag ist wurde deutlich, denn am Ende war klar - solange der Aufenthalt in Schweden zeitlich begrenzt ist, kann man abschalten. Ist man "für immer" dort kommen die Probleme und Sorgen des Alltags hinterher.
Der Mensch braucht also den Urlaub, die Flucht aus dem Alltag und es war schön diese Buch in 2 Tage zu lesen in denen ich genau das gemacht habe.
Ich mochte es sehr und vergebe dafür
 4ratten

Viele Grüße
schokotimmi
Gespeichert
Weltreise: 35/223 - 15,7%

Bluebell

  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 1776
Re: Kurt Tucholsky - Schloß Gripsholm
« Antwort #23 am: 13. Juli 2011, 23:58:21 »

Ich lese Schloss Gripsholm gerade (kann diese Jahreszeit für die Lektüre nur empfehlen  :sonne: ) und bin an dem Lied hängengeblieben, das der Erzähler und seine Prinzessin einmal am Klavier miteinander singen:

Manchmal denke ich an dich,
das bekommt mir aber nich ...
denn am nächsten Tag bin ich so müde -


Sieh mal einer an. Darauf wäre ich auch nicht gekommen, dass 2raumwohnung bei Tucholsky geklaut haben ... *klick*

Refrain:

Dann denk ich mal was Anderes
als immer nur an dich
denn das viele an dich Denken
bekommt mir nicht.
Am nächsten Tag bin ich so müde,
ich pass gar nicht auf
und meine Freunde sagen
ich seh fertig aus.
Gespeichert
"Date a girl who reads. Date a girl who spends her money on books instead of clothes. She has problems with closet space because she has too many books. Date a girl who has a list of books she wants to read, who has had a library card since she was twelve."

schokotimmi

  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 1384
    • Hakuna Matata!
Re: Kurt Tucholsky - Schloß Gripsholm
« Antwort #24 am: 14. Juli 2011, 12:05:46 »

@ bluebell: Na das ist ja interessant - ist mir damals gar nicht aufgefallen. Aber das Lied ist schön, passt auch!

Viele Grüße
schokotimmi
Gespeichert
Weltreise: 35/223 - 15,7%

Bluebell

  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 1776
Re: Kurt Tucholsky - Schloß Gripsholm
« Antwort #25 am: 17. Juli 2011, 11:13:15 »

Ja, mir gefällt's auch, und es passt tatsächlich.  :smile:
Inzwischen bin ich mit dem Buch fertig, und ich fand es ... nett. Über Tucholskys Wortspiele musste ich des Öfteren grinsen (verliebt habe ich mich in die Wortschöpfung blausa - man hat tatsächlich die Farbe vor Augen, die gemeint ist, nicht wahr?). Und die Prinzessin ist dafür, dass sie schon vor 80 Jahren geschaffen wurde, eine erstaunlich originelle Frauenfigur.

Trotzdem haben mich die beiden Handlungsstränge (Sommerurlaub und Kinderheim) bzw. ihre Verknüpfung  nicht so recht überzeugt. Das war mir irgendwie alles zu dünn und ich war mir am Ende auch nicht ganz klar, warum der Autor bei diesem locker-flockigen Grundtenor unbedingt so eine mitleiderregende Gestalt wie das kleine Mädchen einführen musste. Vielleicht wollte er der Kontrast zwischen Idylle und Leid herausstreichen, aber die Umsetzung fand ich nicht 100% gelungen.

Definitiv hängen geblieben ist die Atmosphäre - für mich wirklich eine Sommerlektüre.

 3ratten
Gespeichert
"Date a girl who reads. Date a girl who spends her money on books instead of clothes. She has problems with closet space because she has too many books. Date a girl who has a list of books she wants to read, who has had a library card since she was twelve."