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Autor Thema: Pascal Mercier - Nachtzug nach Lissabon  (Gelesen 8128 mal)

Flor

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Re: Pascal Mercier - Nachtzug nach Lissabon
« Antwort #45 am: 08. Juli 2008, 20:40:15 »

Ich kann Bettina auch verstehen. Das Buch ist bei mir zwar nicht ganz durchgefallen, da ich gerade den Anfang eigentlich noch gut fand, aber es wird im Verlauf der Geschichte doch eher schlechter.
Also sicherlich eine gute Entscheidung das Buch wegzulegen, wenn einem schon der Anfang nicht gefällt.
Mir blieben bei dem Buch einfach zu viele Handlungsstränge offen liegen und die Geschichte ist einfach zu konstruiert und die Figuren handeln auch nicht logisch oder nachvollziehbar.
Für mich war das Buch einfach nur die Verpackung und die Möglichkeit für den Autor seine, ach so schlauen, Lebensweisheiten unters Volk zu bringen :rollen:.
Einfach zuviel belehrend philosophisches Geschwafel.
Obwohl ich das Buch jetzt nicht wirklich schlecht bewerten würde, es ist für mich eben einfach nur durchschnittlich und ich frage mich wirklich wie es so viel Erfolg haben konnte. Sicherlich ein Buch für eine besondere Stimmung, eher für einen Leser dessen Leben sich eh in einer Umbruchphase befindet, oder einfach für Menschen die etwas mit Philosophie anfangen können, ich kanns eher nicht. :rollen:
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Doris

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Re: Pascal Mercier - Nachtzug nach Lissabon
« Antwort #46 am: 08. Juli 2008, 20:57:41 »

Für mich war dieses Buch ein Kampf. Einerseits wollte ich es nach wenigen Kapiteln schon weglegen, andererseits war ich neugierig zu erfahren, worin der Zauber liegt, der die meisten Leser gefangen nimmt.

Mit Gregorius konnte ich mich anfangs nicht recht anfreunden. Doch obwohl seine spontane Entscheidung für einen Menschen seines Schlages recht unwahrscheinlich ist, wurde er dadurch interessanter. Trotzdem war er für mich nicht die Hauptfigur, denn das war Prado. Auch wenn Gregorius durch die Geschichte führt, steht doch Prado immer im Mittelpunkt. Unterstrichen wird das durch die ständigen Auszüge aus seinem Buch, in dem er seine Gedanken auf philosophische Weise darstellt. Seine Erinnerungen, Erkenntnisse und persönliche Auslegung von Freundschaft, Liebe, Verantwortung usw. gefielen mir zum größten Teil und gaben oft Anlass zum Nachdenken, doch in zunehmenden Maße fand ich sie zu ausufernd. Gegen Philosophie in Büchern habe ich nichts einzuwenden, aber hier war es mir zu viel und zu theoretisch.

Der ganzen Geschichte fehlte das gewisse Etwas, das mich am Ball hält. Zu viele Zufälle, Handlungsweisen, die ich nicht verstehen konnte, ein Gregorius, dessen Beweggründe mir fremd blieben und ein heimlicher Protagonist, der selbst nie in Erscheinung tritt, waren einfach nicht nach meinem Geschmack. Die Idee des Romans finde ich generell nicht schlecht, die Umsetzung hingegen schon.

Ohne Prados philosophische Einsprengsel - die alleine eine lesenswerte Lektüre abgeben könnten - hätte ich das Buch spätestens auf Seite 50 weggelegt.

1ratten

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schokotimmi

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Re: Pascal Mercier - Nachtzug nach Lissabon
« Antwort #47 am: 08. Juli 2008, 23:02:21 »

... Ich mag es direkter - wenn schon Lebensratgeber, dann lieber in der Form 1. tue dieses, 2. tue das, 3. unterlasse jenes.

Ich finde es immer wieder erbauend, auch mal etwas negatives über ein Lieblingsbuch von mir zu hören, das bringt mich zum Nachdenken und zeigt andere Sichtweisen auf. Danke, dann so ist es noch spannender!

Geht mir auch so. Wobei ich für meine Rezis jedesmal hoffe, dass ich Gefallen oder Nichtgefallen so rüberbringen kann, dass man die Entscheidung nachvollziehen kann. Sonst bringt einem die ganze Aufdröselung nichts und man "sieht" nichts (wie Du es so schön gesagt hast).

So unterschiedlich ist das, mich "nerven" eher die Ratgeber, die mir sagen was ich tun soll, ich empfinde oft genug das mir reingeredet wird, da brauche ich nicht noch Bücher die das direkt tun...

Also ich finde, du bringst deine Begründungen zu Bücher gut rüber, zumindest für mich. Hier z.B. habe ich gleich was geschrieben, obwohl meine Lektüre schon länger her ist und ich mir eine komplette Rezi nicht mehr zutraue. Aber der Thread (in Verbindung mit einem Hörbuchteil bei Radio Figaro) lassen mich überlegen, mir das Hörbuch zu leisten...

Schönen Abend
schokotimmi
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nostalgia.

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Re: Pascal Mercier - Nachtzug nach Lissabon
« Antwort #48 am: 31. August 2008, 12:10:56 »

Ich habe noch 130 Seiten von diesem Buch vor mir und ich weiß nicht, wie ich das noch schaffen soll. :schwitz:

Im 2. Teil wars ja recht interessant und spannend aber jetzt zieht es sich grad dermaßen. Und so "kurz" vor dem Ende kann man doch auch nicht aufhören.. :titanic:
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JaneEyre

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Re: Pascal Mercier - Nachtzug nach Lissabon
« Antwort #49 am: 25. September 2008, 11:39:33 »

Ich habe auch in der Mitte des Buches aufgegeben weil es mir dann zu langatmig war und irgendwie fand ich es dann nicht mehr so prickelnd. Weiß nicht ob ich mich nochmals dran wage.
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Liebe Grüße
JaneEyre

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cori

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Re: Pascal Mercier - Nachtzug nach Lissabon
« Antwort #50 am: 25. September 2008, 15:08:25 »

@nostalgia: und? bist du fertig geworden?

Ich bin auch der Meinung, dass es am Schluss etwas "zach" war - also sich gezogen hat, aber vom Plot her und vom Schreibstil war es wirklich wunderbar. Mir hat das Buch sehr gut gefallen!
 4ratten (ein Abzug wegen der langen Stellen)

lg cori
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Elena

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Re: Pascal Mercier - Nachtzug nach Lissabon
« Antwort #51 am: 14. November 2008, 17:09:19 »

Das ganze Buch war bis auf ein paar Stellen langweilig und fad.

Ich dachte aber es MUSS noch was kommen und deswegen habe ich es nicht aus der Hand gelegt.

Ich würde es nicht weiterempfehlen und bestimmt kein zweites mal lesen.

 2ratten
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kathchen

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Re: Pascal Mercier - Nachtzug nach Lissabon
« Antwort #52 am: 12. Februar 2009, 22:28:02 »

Heute stand ich sicherlich 20 Minuten vor dieser schönen, handlichen Ausgabe von "Nachtzug nach Lissabon".


Erinnert mich etwas an die kleinen Fischerausgaben, hatte auch ein Lesebändchen.
Jedenfalls stand ich nicht nur vor dem Buch, sondern habe ich auch reingelesen und das, was ich gelesen habe, fand ich toll. Allerdings hatte ich letztes Jahr "Nachtzug nach Lissabon" aus der Bücherei ausgeliehen und nach etwa 50 Seiten oder so abgebrochen...deswegen kämpfe ich gerade mit mir  :breitgrins:
Vielleicht war es letztes Jahr einfach die falsche Zeit :gruebel:

Ich bin gerade noch etwas unentschlossen. Aber ich befürchte, sollte mir diese Ausgabe nochmal über den Weg laufen, werde ich sie vermutlich mitnehmen  :redface:
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Re: Pascal Mercier - Nachtzug nach Lissabon
« Antwort #53 am: 12. Februar 2009, 23:04:52 »

Ich mochte das Buch irgendwie total gerne. Aber vielleicht braucht man länger als 50 Seiten. Oder ich hatte Glück und es hat zu meiner Stimmung gepasst. Mein Papa quält sich auch damit ab.
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Re: Pascal Mercier - Nachtzug nach Lissabon
« Antwort #54 am: 30. August 2010, 14:06:18 »

So, ich habe es nun endlich auch geschafft das Buch zu beenden und ich bin froh, dass ich ein bisschen Druck hatte durch die Monatsrunde. :)
Eigentlich möchte ich mich gar nicht mehr unbedingt wiederholen, da hier schon soviel gesagt wurde und ich mit Doris Meinung zu dem Buch eigentlich ziemlich übereinstimme. Schade fand ich es trotzdem, dass das Buch mich nicht so verzaubern konnte und ich leider viel zu oft Paralleln zu "Der Schatten des Windes" gezogen habe. Möglicherweise war das ein Fehler, aber ich wusste ja nicht, dass es quasi eine ähnliche Geschichte aufweist.
Enttäuschend fand ich auch das Ende, irgendwie hat mich das nicht so erfüllt und für meine Verhältnisse blieb auch viel zu viel unaufgeklärt oder war einfach nicht schlüssig.
Schade, aber vielleicht ist es auch einfach nicht meine Zeit für das Buch. ;)

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Re: Pascal Mercier - Nachtzug nach Lissabon
« Antwort #55 am: 30. August 2010, 14:08:15 »

Das sind ja wirklich sehr unterschiedliche Meinungen, da der Titel selbst mir sehr gefällt bin ich gespannt was ich davon halten werde *g* Mal schaun, die Bibliothek hat ja den Roman in ihrem Bestand, Zeit es einmal auszuleihen!
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Re: Pascal Mercier - Nachtzug nach Lissabon
« Antwort #56 am: 30. August 2010, 14:08:57 »

Schade, dass es hier so viele negative Stimmen zu dem Buch gibt. Ich habe es ja noch vor mir und befürchte jetzt fast, dass es mir auch nicht gefallen wird. Vielleicht sollte ich es mal auf eine Leseliste packen, dass es endlich an die Reihe kommt.
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Re: Pascal Mercier - Nachtzug nach Lissabon
« Antwort #57 am: 30. August 2010, 14:39:47 »

Ich finde das auch ziemlich schade. Meine Mutter hat das Buch auch gelesen und auch sie war nicht unbedingt begeistert davon. Nun muss ich mir gut überlegen, ob ich mir das Buch mal von ihr ausleihe oder ob ich es doch lieber bleiben lasse und mir eine etwaige Enttäuschung und die Lesezeit spare. Aber irgendwie machen mich die kontroversen Meinungen auch gerade neugierig. Mal sehen...
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Re: Pascal Mercier - Nachtzug nach Lissabon
« Antwort #58 am: 30. April 2011, 12:07:33 »

Inzwischen habe ich das Buch gelesen und meine Befürchtung hat sich zum Glück als unbegründet herausgestellt.

Raimund Gregorius hat getan, was wir uns alle in der ein oder anderen Situation mal wünschen. Er ist einfach gegangen, mitten im Unterricht, hat sein altes Leben hinter sich gelassen und ist nach Lissabon gereist. Dort wandelt er auf den Spuren eines geheimnisvollen Autors, der mit seinem Leben viele Menschen berührt hat. Gregorius findet immer mehr über diesen mysteriösen Prado heraus und findet mit jedem Schritt auch mehr zu sich selbst.

"Nachtzug nach Lissabon" ist ein ruhiges, philosophisches Buch, das man sicher zum richtigen Zeitpunkt in der richtigen Stimmung lesen muss, um es genießen zu können. Pascal Mercier setzt mehr auf interessante Gedanken als auf eine spannende Handlung und hat damit genau meinen Geschmack getroffen. Auch wenn es manchmal nicht einfach war, den abstrakteren Ideen Prados zu folgen, so hat mich zumindest Gregorius doch immer wieder mitgerissen und es hat mir sehr viel Spaß gemacht, seine Reise zu begleiten.

Man trifft viele interessante Personen in Lissabon, erfährt Geschichten aus ihrer Vergangenheit, ihre Verbindung zu Prado und erst durch diese ganzen Menschen entfaltet sich die komplexe Geschichte des geheimnisvollen Autors. Gregorius steht dabei selbst oft im Hintergrund, doch auch er macht sich Gedanken über sein Leben, seine Vergangenheit und man findet immer wieder Parallelen zwischen seinem Leben und dem des fiktiven Autors.

Manche Dinge wirkten für mich etwas konstruiert und gingen manchmal zu schnell und leicht, doch bei so einem faszinierenden, vielschichtigen Buch kann ich da auch gerne mal ein Auge zudrücken. Ich habe das Buch wirklich sehr gerne gelesen und mich inspiriert gefühlt, auch manchmal einfach aus dem eintönigen Alltag auszubrechen, wenn vielleicht auch nicht so umfassend, wie Gregorius es getan hat.

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