Ich war herbe enttäuscht von diesem Machwerk, ich kopier hier einfach mal eine von mir verfasste Rezi aus anderer Quelle hinein:
Asche auf mein Haupt, da stöber ich, wie so oft, im Buchladen ewig hin und her, stoße dabei auf dieses Geschreibsel und lasse mich blindlings von dem wirklich sehr verheißungsvollen Klappentext hinters Licht führen - zugegeben, die dort versprochene Erzählung eines Landes im Aufruhr ausgelöst durch hitzige, nicht enden wollende Debatten in Cafés, woraus das Vorhaben eines bis dato nicht dagewesenen Werkes resultiert - einer Enzyklopädie - klang wirklich fantastisch, der Inhalt des Buches solle für die ganze Nation bzw. seine Monarchie "Sprengstoff" darstellen - famos!, denkt man sich und bekommt stattdessen im Eildurchgang die Geschichte eines Mädchens geboten, deren Mutter durch den damaligen Aberglauben hingerichtet wird - nur vertraut der Autor hierbei allzu sehr auf die "Schrecken" dieser "Sitten" und nicht etwa auf erzählerische Finesse, auf fesselnden Schreibstil(den man im gesamten Buch nicht finden wird, aber gerade zu Beginn eines Buches schmerzt die Erkenntnis dieser fehlenden Zutat immer besonders) - somit verkommt der Prolog zu einem Telegramm, nur gut, dass der Lektor offensichtlich all die "STOP."s gestrichen hat, somit muss man sich nicht _zu_ lange damit herumquälen und kann endlich mit der Geschichte beginnen.
Hier erhofft man sich Besserung, aber die bekommt man erst, wenn man das Buch weglegt und sich einen guten(!!) historischen Roman zur Brust nimmt, doch dazu später mehr.
Der Schreibstil ist nach wie vor unterwältigend, das Enttäuschendste ist aber, dass selbst dem Leser, der gewillt ist, den hanebüchenen Sprung vom Prolog zur eigtl Handlung (solche Sprünge werden im Verlauf des Buches noch folgen, man bekommt das Gefühl, der Autor hätte den Handlungsstrang nach der Seitenzahl konzipiert) zu übersehen, nichts von der anfangs erhofften Spannung vermittelt bekommt - das ach so überwältigende Werk, die Enzyklopädie, wird zum Selbstläufer, aus dem dann allerdings doch hier und da wieder unverhältnismäßige Schwierigkeiten auftauchen, oder besser gesagt erscheinen sie unverhältnismäßig, wenn man bedenkt, dass vorher alles so glatt lief - noch ärger treibts der Autor dann allerdings mit den Lösungen - ein banaler Brief hier, ein kitschiges, nervendes Liebesbekenntnis da und schon ist wieder eitel Sonnenschein und der Himmel voller Geigen.
Auch von der Hauptfiguer, Sophie Volland, braucht man sich nichts mehr zu erhoffen, all die Träume, Vorstellungen und Ideale, die sie wohl irgendwann mal demnächst zu verfolgen gedachte, werden hinfällig, stattdessen fährt sie den Enzyklopädiekarren munter in den Dreck, wobei ihr Kompagnon Diderot, eigtl ja ein Genie, ihre Artikel wohl mit der rosaroten Brille (die abgedroschene Metapher sei verziehen) liest und somit erst hinterher merkt, dass Mademoiselle mit ihrem tolldreisten Mundwerk das ganze Unterfangen gefährdet bzw. zerstört.
Zu guter Letzt echauffiert sie sich dann noch, dass er solange abstinent sei, während er versucht, zu retten, was zu retten ist und denkt dabei die ganze Zeit nur an das eine - das Ablegen der strengen Fesseln der Sexembargos mit ihrem Ex-Mann hat sie wohl zur ausgewachsenen Nymphomanin gemacht, sie verliert alles an Intelligenz, Esprit, Charakter etc. was sie durch ihre Träume und ihre Fähigkeiten vielleicht irgendwann einmal besaß und will nur noch flachgelegt werden, ja genau das habe ich gesagt.
Als ob das nicht alles enttäuschend und schlechterdings bescheuert genug wäre, wird dem Fass die Krone ins Gesicht und der Boden ausgeschlagen, als sie auch noch im Tage-, Stunden-, und Minutentakt mitzählt, wann ihr Liebster das letzte Mal "in ihr gewesen sei, da sich doch ihr Herz und ihr Kleinod gänzlich nach ihm verzehrten" - du liebes Bisschen, dieses Buch war leider ein totaler Fehlgriff, zum Glück hab ich noch einen Haufen anderer historischer Romane, damit ich um diesen Mumpitz einen Riesenbogen machen kann.
Ach ja, fünf Wochen, drei Tage und siebzehn Stunden muss die Ärmste bereits ausharren, hoffentlich wird sie bald erlöst - ich wurde es bereits, da ich nur etwas über die Hälfte gelesen hab und nun endlich klar sehe.

Fazit: Buchrückentext lässt auf einen genialen

- Schmöker hoffen, das Ganze entpuppt sich aber als Reinfall ohnegleichen.