Normalerweise gewähre ich Büchern zwischen 10 und 20 Prozent ihres Umfangs, um mich zu fesseln. Wenn es bis dahin nicht gefunkt hat, dann steigt die Wahrscheinlichkeit eines Abbruchs ohne schlechtes Gewissen dramatisch an, denn auch mein SuB ist einfach zu hoch, um Zeit mit einem Buch zu verbringen, mit dem ich nicht zusammenfinde.
Aus dem Gefühl der Langeweile gegenüber dem Buch habe ich z. B. Palast der Winde von Mary M. Kaye, Italo Calvinos Wenn ein Reisender in einer Winternacht und Die Frau des Zeitreisenden von Audrey Niffenegger vorzeitig beendet. Das heißt natürlich nicht, daß diese Bücher schlecht sind, sie sind nur einfach nicht für mich geschrieben, damit kann ich leben. Vor Urzeiten zwar mal komplett gelesen aber als Hörbuch kürzlich abgebrochen, weil mich die Protagonisten einfach nur noch genervt haben, habe ich Die Nebel von Avalon.
Zwei Bücher, die ich unter "normalen" Umständen abgebrochen hätte, habe ich im letzten Jahr aber trotzdem bis zur letzten Seite gelesen, weil sie Bestandteil einer Lesechallenge waren. Dabei ging es darum, je ein Buch aus je fünf Ländern jedes Kontinents zu lesen, wobei ich für mich Amerika und Asien noch mal gesplittet hatte, also 35 Bücher in diesem Rahmen gelesen habe. Die entsprechenden Kandidaten waren einmal Carlos Fuentes Hautwechsel und Orhan Pamuk Das schwarze Buch. Der Sinn dieser Werke hat sich mir bis heute nicht erschlossen.
Aldawen