So, gelesen. Und relativ angetan davon.
Ein, zwei Längen hatte auch für mich das Buch, allerdings eher zu Beginn und die Längen waren auch nur von kurzer Dauer. Mit fortschreitender Seitenzahl zog mich die Geschichte immer mehr in ihren Bann.
Die in vorigen Beiträgen angesprochenen Szenen hatten mich anfangs auch etwas abgestoßen, aber ich glaube, ohne eben diese hätte die Geschichte nicht so funktioniert. Schlußendlich war dies ja auch ein kleiner Teil dessen, was des Protagonisten Sinneswandel mit sich brachte. Trotzdem hat es irgendwie einen schalen Nachgeschmack hinterlassen.
Sprachlich hat es mir sehr sehr gut gefallen, ebenso wie die kleinen philosophischen Ausflüge und die plastischen Charaktere.
Ich fing an zu lernen, dass die Größe der Liebe, die wir für jemanden empfinden, sich darin zu erkennen gibt, wie sehr wir jemanden hassen.
Denn so ist der Mensch in seiner Schwachheit: Er hofft und bringt diese Hoffnung unendlich oft zum Ausdruck, und diese ewige Wiederholung bewirkt, dass der Wunsch mit der Wirklichkeit verwechselt wird.
Alle Augen schauen, wenige beobachten, sehr wenige erkennen. Nun sah ich sie an auf der Suche nach Menschlichkeit und fand eine Frau.
Es sind Sätze wie diese, die mein Leserherz erfreuen. Den Schluß fand ich passend, der Kreis hat sich für mich geschlossen.
Zumindest

hat es sich in meinen Augen verdient, das zweite Buch des Autors ist sofort auf die Wunschliste gewandert.