Ich bin auch ein Hobb-Fan, aber ich denke, so direkt kann man das nicht vergleichen, weil Martin sehr viel epischer, breiter schreibt. Hobb ist ja auf ihre Charaktere fixiert, die meist recht überschaubar sind. Immerhin, ihre Malta ("Zauberschiffe") ist nicht unschuldig daran, dass ich Sansa so mag, weil die ähnlich beginnt, als verzogene Göre und sich dann zu meiner Lieblingsfigur entwickelt hat. Und weil mich Sansa an Malta erinnert hat, war ich relativ stark auf sie fixiert, weshalb sie heute auch eine meiner Lieblingsfiguren ist. Aber da sieht man es, bei Martin reicht ein Liebling einfach nicht.
Hobb hat einfach mehr Zeit, noch viel mehr in die Tiefe zu gehen bei ihren Figuren. Das liegt mir ein bisschen mehr, was man auch bei meinen anderen Fantasylieblingen sieht, wie G.G. Kay. Da liegt der Schwerpunkt auch woanders.
Außerdem habe ich bei Martin das Problem, dass ich manche seiner Leute halt so gar nicht leiden kann und mich da immer durchbeissen muss. Was nicht heisst, dass ich die Serie nicht liebe.
Was das epische, breitgefächerte betrifft, so fällt mir da Paul Kearney mit seinen "Monarchies of god" ein. Das ist mir immer ein bisschen wie ein "Ice and Fire auf Sparflamme" vorgekommen. Wobei das auch nicht kritisch gemeint ist, ich mochte die Serie wahnsinnig gern und Corfe habe ich geliebt.
Oder, noch weiter gestreckt und noch fordernder beim Lesen, Steven Eriksons "Malazan". Nur stecke ich da seit Jahren nach Band 2, weil es eben ein bisschen gar anstrengend ist beim Lesen. Aber auch sehr lohnend, wenn ich mal irgendwann den Mut aufbringe, weiter zu lesen, was ich schon vor habe. Das ist auch eine sehr breit gefächerte Buchreihe, die einem noch mehr abverlangt als Martin. Und es bleibt weniger "fürs Gemüt", zumindest bei mir. Aber da habe ich ja auch erst reingeschnuppert, mit 2 Bänden.