Walter Moers - Der Schrecksenmeister

Das Krätzchen Echo steht vor dem Nichts nachdem sein Frauchen starb. Doch eines Tages begegnet ihm der schreckliche Stadtschrecksenmeister Eißpin, der ihm ein Angebot macht: Eißpin wird sich um Echo kümmern und ihm nur leckere Sachen zum Essen geben, wenn sich Echo dafür bereit erklärt, ihm beim nächsten vollen Mond sein Fett zu geben, und sich dadurch von ihm umbringen zu lassen.
Echo ist zwar nicht begeistert, dennoch akzeptiert er die Vereinbarung, schließlich ist es ihm lieber vollgefuttert zu sterben, als einen qualvollen Hungertod…
“Der Schrecksenmeister” ist mittlerweile das vierte Buch, das ich von Walter Moers gelesen habe und ich bin wiedermal begeistert! Allerdings muss ich sagen, dass sich “Der Schrecksenmeister” doch sehr von seinen anderen Romanen unterscheidet und das liegt vorallem daran, dass er sich einen Klassiker als Vorlage für diesen Roman ausgesucht hat. Zwar unterscheiden diese sich sehr, aber die Grundlage ist dennoch vorhanden und auch manche Namen hat Moers nur umgedichtet, z.B. wurde aus “Pineiß” (Spiegel. Das Kätzchen) “Eißpin” (Der Schrecksenmeister) oder aus “Seldwyla” (Spiegel. Das Kätzchen) “Sledwaya”.
Dennoch gibt es viele Überraschungen und Auftritte von fantastischen Wesen, wie z.B. die Ledermäuse. Allerdings lässt Moers hier seiner Fantasie nicht vollen Lauf, wie man es von seinen anderen Romanen gewohnt ist, aber das hat mich nicht gestört, da es für mich so einfach zu dem Buch gepasst hat.
Die Atmosphäre in “Der Schrecksenmeister” ist wesentlich düsterer als man es von Moers gewohnt ist, aber dennoch hat man als Leser oft viel zu lachen. Sehr schön fand ich es von Eißpin mehr zu erfahren, sodass man ihm am Ende nicht mehr als so schrecklich erachtete wie anfangs, denn auch er hat seine Geschichte und ist nicht einfach nur “böse”.
Das Cover gefällt mir sehr gut. Das Cover der HC-Ausgabe ist dasselbe wie auch auf der TB-Ausgabe (die ich besitze). Zu sehen ist ein blaues Dach, mit einem kleinen Loch, aus dem Echo hervorschaut. Oben sind dann noch drei fliegende Ledermäuse zu sehen. Außerdem fand ich es ganz toll, dass die TB-Ausgabe ein Kratzen-Lesezeichen dabei hatte!
Wie man es von Moers gewohnt ist, befinden sich hier im Buch mehrere Bilder, ebenso wie auch die Schriftart hin und wieder etwas verändert wurde. Eben typisch Moers.
Zwar reicht “Der Schrecksenmeister” für mich nicht ganz an meinen Liebling “Die Stadt der träumenden Bücher” heran, aber da ist er nur ganz ganz knapp dran gescheitert.
Ein eher ungewöhnlicher Moers, aber absolut lesenswert und ein großer Spaß, wenn man sich darauf einlässt.
