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Autor Thema: Hape Kerkeling - Ich bin dann mal weg  (Gelesen 18304 mal)

Sternchen28

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Re: Hape Kerkeling - Ich bin dann mal weg
« Antwort #90 am: 09. Februar 2011, 12:31:04 »

Das klingt echt gut, würde ich glaube ich gern mal lesen
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Wer der Sonne entgegen wandert, läßt die Schatten hinter sich

Anja

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Re: Hape Kerkeling - Ich bin dann mal weg
« Antwort #91 am: 11. Februar 2011, 04:49:57 »

Um dieses Buch schleiche ich schon länger herum; habe zwar nichts mit Pilgern am Hut, aber ich liebe Hape Kerkeling.
Wisst Ihr noch???
http://www.youtube.com/watch?v=RAx0P-8n5K4
http://www.youtube.com/watch?v=O3YlBZ2VFzs
 :breitgrins: :zwinker: :breitgrins:

Durch Eure Rezensionen hat es dieses Buch soeben auf meine Wunsch-Liste geschafft, bin schon gespannt!
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Annabas

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Re: Hape Kerkeling - Ich bin dann mal weg
« Antwort #92 am: 11. Februar 2011, 10:27:54 »

Ich habe das Buch als Hörbuch "gelesen" und fand Teile davon gut, andere Teile weniger.

Die Schilderungen der Wanderung und seiner Erlebnisse mit anderen Pilgern fand ich toll, da hätte ich am liebsten auch gleich meine Wanderschuhe ausgepackt. Aber wenn Kerkeling so seine Gedanken schildert und seine religiösen Empfindungen, fängt er manchmal schon arg an zu sülzen.

Grüße von Annabas  :winken:
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MichaelKunz

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Hape Kerkeling - Ich bin dann mal weg
« Antwort #93 am: 07. Dezember 2011, 18:46:56 »

Was ist im Leben wichtig?

Diese Frage kann eigentlich nur jeder für sich selbst beantworten, aber vielleicht wird er zu einer ähnlichen Ansicht wie Hape Kerkeling kommen: „Wenige Dinge sind im Leben wirklich wichtig und wenn man sich eingehend selbst erforscht, stellt man fest, dass man auch nur wenige echte Herzenswünsche hegt.“

Bei Hape Kerkeling denkt man zunächst einmal an Figuren wie Horst Schlämmer, Beatrix oder Riko Mielke. Aber er ist nicht nur ein brillanter Komiker, sondern spricht sechs Sprachen fließend.

Ein Hörsturz, die Entfernung seiner Gallenblase und ein Buch von Shirley MacLaines („Der Jakobsweg: Eine spirituelle Reise“) bewegen ihn 2001 zu einer ganz besonderen Entscheidung: 38 Tage wird er auf dem Jakobsweg pilgern und darüber ein Tagebuch führen. Für wen er diese vielen Notizen niederschreibt, weiß er zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht. Eine Pilgerin hingegen ahnte es bereits: „Du wirst schon noch erfahren, für wen.“ Und tatsächlich: Hape Kerkeling schrieb seine Notizen für mehr als 4 Millionen Leser, denn er veröffentlichte sie 2006 in seinem Buch „Ich bin dann mal weg – Meine Reise auf dem Jakobsweg“.

Der Jakobsweg ist ein Pilgerweg, und zwar zum Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela in Spanien. Auf diesem Weg treffen die wundersamsten Gestalten zusammen, von denen Hape Kerkeling auf eine ausgesprochen humorvolle Art berichtet. Er erzählt aber auch von den Strapazen, die dieser Weg mit sich brachte: „Das Essen wird zur Nebensache und man freut sich nicht besonders darauf. Man lernt ein einfaches Schinkenbrot zu schätzen.“

Am 17. Tag seiner Pilgerreise fasste er schließlich in einer Bar seinen Entschluss, aufzugeben. „Die Hitze und der Staub setzen mir schon zu, bevor ich überhaupt mein Tagespensum beginne. Ich bin schlicht ausgepauert. [...] Mein Entschluss steht fest: Ich bringe den Pilger in mir jetzt um die Ecke! [Aber] während ich so in Gedanken versinke, steht plötzlich der Kellner vor mir und ich lese, was auf seinem T-Shirt steht: Keep on running!“

Also pilgerte Hape Kerkeling trotz aller Vernunft weiter und er zweifelte, ob es die richtige Entscheidung war, denn mit Sicherheit war der Schriftzug purer Zufall oder ein Trick des spanischen Fremdenverkehrsamts. Aber dann häuften sich diese sonderbaren Vorfälle. Hape Kerkeling erinnerte sich hierzu später an die Worte der Pilgerin Evi: „Wenn [Gott] zu einem spricht, dann ist man zunächst voller Freude [...], aber dann kommen die Zweifel. Bin ich verrückt, bilde ich mir das ein, halte ich mich für was Besonderes? Aber dann, wenn man es weiter zulässt, geschehen unglaubliche Dinge!“

Die Gespräche mit anderen Pilgern werden immer tiefsinniger und befassen sich schließlich mit Fragen wie: Was ist Erleuchtung? Wo ist Gott zu finden? Warum gibt es Leid? Für Hape Kerkeling ist das Leiden nur ein Nicht-Verstehen und vielleicht müsse er sich nur vorstellen, was er gerade benötige, um Gott zu spüren. Die Erleuchtung stelle er sich wie ein Tor vor, durch das er schreiten müsse, und zwar mit einer gewissen Gleichgültigkeit. Aber auch wenn sein Reiseführer schreibe, der Jakobsweg sei ein Erleuchtungsweg, so sehe er dennoch keine Erleuchtungsgarantie.

Abschließend möchte ich eine ganz besondere Textstelle zitieren, die mich persönlich sehr angesprochen hat: „Jeder Mensch sucht nach Halt. Dabei liegt der einzige Halt im Loslassen. Dieser Weg ist hart und wundervoll. Er ist eine Herausforderung und eine Einladung. Er macht dich kaputt und leer. Restlos. Und er baut dich wieder auf. Gründlich. Er nimmt dir alle Kraft und gibt sie dir dreifach zurück. Du musst ihn alleine gehen, sonst gibt er seine Geheimnisse nicht preis. Ich muss vor allem an die denken, die diesen Weg nicht gehen können, und ihnen sei versichert: Dieser Weg ist nur eine von unendlichen Möglichkeiten. Der [Jakobsweg] ist nicht einer, sondern tausend Wege, aber jedem stellt er nur eine Frage: Wer bist du?“

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Die Wirklichkeit ist nicht das, was wir sehen, wenn wir die Augen öffnen, sondern das, was wir spüren, wenn wir die Augen schließen. (aus: "Das Geheimnis der goldenen Brücke")

Schokomaus

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Re: Hape Kerkeling - Ich bin dann mal weg
« Antwort #94 am: 30. Januar 2012, 13:46:14 »

Zur Zeit läuft wieder das Hörbuch durch meinen Player (zum dritten oder vierten Mal innerhalb von vier Jahren), und ich weiß schon, warum ich erneut Lust darauf hatte.
Ich kann hierbei herrlich zur Ruhe kommen und entspannen, das Lesetempo und die Stimme Kerkelings finde ich durchweg angenehm und die Anekdoten, die er von seinem Weg erzählt, sind allesamt interessant und teilweise zum lachen komisch.

Es gibt viele bissige Meinungen über sein Werk: er jammere nur über seine Schmerzen, fahre ständig mit dem Bus oder anderen Fahrzeugen, obwohl er gleich am Anfang groß getönt hatte, dass er den ganzen Weg laufen wolle, übernachte lieber in komfortablen Hotelbetten als in den ach so ekligen Herbergen und behaupte trotzdem am Schluss, er sei durch und durch zum Pilger geworden - na und? Das mag ja alles sein, aber mir tut es der Freude beim Hören keinerlei Abbruch.
Ich hinterfrage seine Intention nicht großartig und maße mir auch kein Urteil darüber an, ob es nun rechtens ist, nicht alle Strapazen auf sich zu nehmen, nur weil bzw. obwohl man jetzt den Camino entlanglaufen möchte.

Witzig und spannend finde ich auch die Schilderung seines Karrierebeginns, ob er sich hier nun selbst beweihräuchert oder nicht.

Nach dem ersten Mal hören habe ich mich natürlich auch gefragt, ob das nicht etwas für mich wäre. Pilgern. Hunderte von Kilometern zu Fuß durch die französische und spanische Pampa zu laufen. Sicherlich käme ich als neuer Mensch zurück, gar keine Frage. Aber ich fühle schon beim Hören, dass es sich im Alltag nicht lohnt, sich über so manche Dinge aufzuregen. Der Geist, den Kerkeling vielleicht durch das Buch vermitteln wollte, findet bei mir auf jeden Fall Zugang. Vielleicht wollte er das auch nicht, dennoch hilft mir das Hörbuch dabei, einmal wieder die Augen zu schließen und das Leben als das zu nehmen, was es eigentlich ist: manchmal unaussprechlich anstrengend, aber doch in allen Farben schillernd, im positiven Sinne abwechslungsreich und (ent)spannend schön.

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'Verzicht bedeutet für Frauen die kurze Pause zwischen zwei Wünschen.'
- Mario Adorf -

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Re: Hape Kerkeling - Ich bin dann mal weg
« Antwort #95 am: 06. Februar 2012, 12:36:29 »

Ich habe das Buch vor etwas mehr als zwei Jahren als Taschenbuch geholt. Garnichtmal des sofortigen Lesens willen, sondern einfach weil ich es schon länger haben wollte und ich einfach auf die Taschenbuch Version gewartet hab. Da ich aber damals unter schweren Depressionen und Burn Out litt konnte ich es beim besten Willen nicht lesen.
Dann vor ca. etwas mehr als 6 Monaten, nachdem ich das schlimmste überwunden hatte, habe ich es gelesen. Und ich muss sagen es hat mir sogar ganz gut getan. Fand es einfach gut zu lesen, das jemand der gut 20 Jahre älter ist als ich auch in eine Art Sinnkrise stürzt. Das er dann auch noch so offen und ehrlich seine Gedanken und Erlebnisse vom Jakobsweg schilderte fand ich einfach fast schon bewunderdswert. Weil wer will schon so viel von sich preisgeben.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen und sogar in einer Gewisse Art und weise glaub ich wieder in die richtige Bahn geführt. Hätte mir kein besseres Buch aussuchen können damals.

Deswegen gibt es von mir
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Wien SLW 2012 3/5