Diana Gabaldon war mir bisher nur dem Namen nach bekannt, und da ich erstens nicht so auf Highlander stehe (im Gegensatz zu John Grey

) und zweitens kürzere Bücher vorziehe, dachte ich, dass das auch so bleiben würde. Als ich allerdings in der Bibliothek auf
Lord John and the Private Matter stieß und feststellte, dass es erstens in London spielt und zweitens angenehm dünn ist (300 sehr großzügig bedruckte Seiten), lieh ich es mir in der Erwartung, gut unterhalten zu werden, aus.
Einen Tag später muss ich erleichtert feststellen, dass meine Erwartung nicht enttäuscht wurde, im Gegenteil hat mich der trockene Humor des Buches angenehm überrascht. Die Geschichte an sich ist zwar nichts besonderes - vor allem der Spionagestrang ließ mich kalt - aber die Erzählweise und der gute Stil haben es mir angetan. Hinzu kommt, dass einiges über eine Londoner Subkultur des 18. Jahrhunderts erzählt wird, die in historischen Romanen wohl eher selten behandelt wird. (Da Gabaldon hinten im Buch einiges an Fachliteratur angibt, gehe ich davon aus, dass sie ordentlich recherchiert hat, ohne dass ich das jetzt wirklich beurteilen könnte.)
Das soll jetzt nicht bedeuten, dass ich mich an die Jamie & Clare-Bücher machen werde (zu dick, zu schottisch), aber weiterer Lord John-Lektüre bin ich nicht abgeneigt.
Fazit: Anspruchslose aber gute Unterhaltung, ideal um an einem heißen Sommertag in einem lauschigen Plätzchen im Halbschatten sitzend und des Nichtstun genießend gelesen zu werden.
