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Autor Thema: Ken Follett - Die Säulen der Erde  (Gelesen 14654 mal)

julhenne

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Ken Follett - Die Säulen der Erde
« am: 28. Mai 2006, 20:32:37 »

Klappentext:
Der neue, überragende Bestseller des berühmten Autors: Ein mitreißendes Szenarium aus Geschichte, Architektur, Liebe, Grausamkeit und Menschlichkeit. England 1123- 1173. Esist eine Zeit blutiger Auseinandersetzungen zwischen Adel, Klerus und einfachem Volk, das unter Ausbeutung und Not leidet. Philip, ein junger Prior, dessen Eltern von marodierenden Söldnern abgeschlachtet wurden, träumt den Traum vom Frieden: die Errichtung einer Kathedrale gegen die Mächte des Bösen. Er und sein Baumeister Tom Builder, dessen Stiefsohn Jack und die Grafentochter Aliena müssen sich in einem Kampf auf Leben und Tod gegen ihre Widersacher behaupten, ehe Kingsbridge Schauplatz des größten abendländischen Bauwerks, der »Säulen der Erde«, wird . . . Ken Follett, 1949 in Wales geboren, von Beruf Journalist, wurde mit dem Thriller DIE NADEL weltberühmt. Brillante Erzählkunst verbindet sich in seinen Romanen mit fundierter Sachkenntnis.

Sehr geehrter Mr Follett,
in der Schule wurde der ein oder andere Aufsatz von mir nicht sonderlich gut bewertet mit der Begründung, dass erhebliches Kürzen angebracht gewesen wäre. Länger ist nicht immer besser. Ganz im Gegenteil! Diesem Statement vieler Literaturkritiker muss ich mich angesichts Ihres Romans uneingeschränkt anschließen. Denken Sie doch bei Ihrem nächsten Buch an die wertvolle Zeit ihrer Leser, an die Druckkosten und den geringen Platz in den Bücherregalen von Buchhändlern und Lesern. Die erste Szene Ihres Buches versprach ja noch einige Spannung, die haben sie dann beim Schreiben aber entweder in den tiefen Gründen Ihrer Festplatte oder zwischen zimmerhohen Papierstapeln Ihres Manuskriptes verloren. Schade! Während ich bei der Lektüre der ersten 500 Seiten noch auf den richtigen Beginn gewartet habe, wartete ich dann bei den nächsten 600 Seiten nur noch auf das Ende. Und nicht nur mir ist aufgefallen, dass Sie sich zudem des Vergehens der massiven Redundanz schuldig gemacht haben. Selbst William Hamleigh bemerkt im letzten Drittel des Buches "Nun fängt alles von vorne an" (frei zitiert). Der gute Mann braucht für manche Erkenntnis länger als andere, das ändert jedoch nichts daran, dass er Recht hat. Ein paar Vergewaltigungen weniger und wir Leser hätten dennoch erkannt, dass Herr Hamleigh krank im Kopf ist. Ein paar Schlachten weniger und wir hätten dennoch erkannt, dass die Zeiten verdammt hart waren. Und trotz der unendlich vielen Intrigen der "Bösen" war dennoch recht bald zu erkennen,
Zitat von: Spoiler bzgl. des Endes
dass Sie, Mr Follett, sich einem Happy-End nicht erwehren konnten.
Nun ja, was soll ich sagen, Geschmäcker sind verschieden und es gibt ja eine ganze Menge Leser, die Sie überzeugen konnten. Das muss wohl an Ihrer recht gefälligen Sprache liegen oder an den nicht uninteressanten Ausführungen über Architektur.
Nichtsdestotrotz gibts von mir nur eine magere Ratte, denn es ist mir schier unbegreiflich, wie einem Charaktere eines 1150 Seiten dicken Buches nicht besser bekannt werden können als Charaktere eines 250 Seiten langen Buches! Das müsste doch wohl zu machen sein, oder?!
Ihre (noch leicht genervte) Leserin Julhenne

 1ratten

« Letzte Änderung: 30. Juli 2006, 10:00:49 von Seychella »
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Dogge

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Ken Follett - Die Säulen der Erde
« Antwort #1 am: 28. Mai 2006, 20:40:15 »

Es ist zwar recht lange her, dass ich das Buch gelesen habe aber mir hat es sehr gut gefallen.
Ich kann mich nicht daran erinnern es zu langatmig gefunden zu haben.

Vielleicht liegt es auch daran, dass ich schon sehr viele Stephen King Bücher gelesen habe und SK ja auch für sehr weitschweifige Ausführungen bekannt ist. ;)
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Maren

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Ken Follett - Die Säulen der Erde
« Antwort #2 am: 28. Mai 2006, 20:47:33 »

Ich hab das Buch in weniger als einer Woche regelrecht verschlungen; eines der besten Bücher, das ich je gelesen hab.

Die Charaktere finde ich ganz ausgezeichnet ausgearbeitet, alle kommen sehr glaubwürdig rüber, die Bösen gewollt unsympathisch. Langatmig fand ich es an keiner Stelle, im Gegenteil, es ist wunderbar erzählt und ich halte es für das beste von Follett.
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Julius

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Re: Ken Follett - Die Säulen der Erde
« Antwort #3 am: 28. Mai 2006, 21:42:12 »

Hi julhenne,
Zitat von: julhenne

[...] dass Sie, Mr Follett, sich einem Happy-End nicht erwehren konnten.[...]


du solltest vor deine Rezension noch ein Warnschild für alle die aufhängen, die "Die Säulen der Erde" noch nicht kennen bzw. noch nicht vollständig gelesen haben. Danke!

Grüße
Julius
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fairy

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Ken Follett - Die Säulen der Erde
« Antwort #4 am: 28. Mai 2006, 23:10:57 »

Also mir hat das Buch auch sehr gut gefallen.
Einige Längen gab es natürlich, aber sie haben mich nicht sonderlich gestört. Ich muss zugeben, dass ich schon ein Weilchen daran gelesen habe, so konnten mir die Charaktere richtig ans Herz wachsen und besonders Jack war einer meiner Lieblinge.
Und außerdem habe ich viel über Kirchen und Gotik gelernt. :zwinker:
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Henry Fielding - Tom Jones

Tad Williams - The Dragonbone Chair

Mark Twain - Tom Sawyer

William Dean Howells - The Rise of Silas Lapham

Sandra

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Ken Follett - Die Säulen der Erde
« Antwort #5 am: 28. Mai 2006, 23:16:46 »

Hallihallo!

Nun, genervt war ich zwar nicht, aber ich kann dir trotzdem in einigem zustimmen, julhenne.
Mir gefiel das Buch von der Geschichte her sehr gut. Also die Story, wie sie aufgebaut war und vor allem die vielen Erklärungen rund um die Zeit haben mir zugesagt.
Aber insgesamt blieben mir die Figuren doch irgendwie fremd. Fremder zumindest als andere, aus ähnlich umfangreichen Büchern.

Übrigens eine sehr interessante Art der Rezension  :breitgrins:

Liebe Grüße
Sandra
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Erinye

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Ken Follett - Die Säulen der Erde
« Antwort #6 am: 29. Mai 2006, 00:30:39 »

Mhm.. ich kann mich der Meinung von julhenne gar nicht anschliessen.
Ich habde damals das Buch von jemanden empholen bekommen und es gelesen, obwohl es mich so gar nicht gereizt hat, was in dem Klappentext stand. Ich bin dann schnell eines besseren belehrt worden und ich muss sagen, das mir das Buch, die Charaktere, das Leben was dort beschrieben wird sehr gefallen hat. Ich fand es weder langatmig noch langweilig. Gewiss, über die eine oder andere Szene musste ich auch schmunzeln, aber streichen würde ich sie doch nicht.
Dem Buch würde ich 4ratten geben. So verschieden können Geschmäcker sein. ;)
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Saltanah

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Ken Follett - Die Säulen der Erde
« Antwort #7 am: 29. Mai 2006, 03:16:42 »

Ganz so schlecht wie Julhenne habe ich das Buch zwar nicht empfunden, aber im Großen und Ganzen kann ich mich ihrer Rezension anschließen. Die erste Hälfte war noch recht nett zu lesen, zwar keine große Literatur aber doch ganz unterhaltsam, die zweite Hälfte war dann aber nur noch eine Aufguss des ersten mit jüngeren Protagonisten.
Enttäuschend fand ich zudem, dass viel zu wenig von dem Kirchenbau erzählt wurde. Ich hatte viel mehr Informationen über Bautechnik, Organisation u.ä. erwartet und wurde da bitter enttäuscht. Statt dessen belanglose Liebesgeschichten und Intrigen völlig unglaubwürdig einspuriger Schurken. Nein, auch in der halben Länge wäre das Buch noch reichlich dick gewesen.
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julhenne

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Re: Ken Follett - Die Säulen der Erde
« Antwort #8 am: 29. Mai 2006, 05:52:19 »

Zitat von: Julius
Hi julhenne,
Zitat von: julhenne

[...] dass Sie, Mr Follett, sich einem Happy-End nicht erwehren konnten.[...]


du solltest vor deine Rezension noch ein Warnschild für alle die aufhängen, die "Die Säulen der Erde" noch nicht kennen bzw. noch nicht vollständig gelesen haben. Danke!


Ich habe mir gedacht, dass das nicht wirklich nötig ist, weil ja eh schon auf dem Klappentext steht, dass "er[Phillip] und sein Baumeister Tom Builder, dessen Stiefsohn Jack und die Grafentochter Aliena ... [sich] in einem Kampf auf Leben und Tod gegen ihre Widersacher behaupten [müssen], ehe Kingsbrige Schauplatz des größten abendländischen Bauwerks, der Säulen der Erde wird"

Werde trotzdem mal versuchen einen Spoiler anzubringen.
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Mascha

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Ken Follett - Die Säulen der Erde
« Antwort #9 am: 29. Mai 2006, 07:54:07 »

Ich habe das Buch bisher schon 3x gelesen und es gefällt mir immer wieder. Von mir bekommt das Buch uneingeschränkt


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Gruß Mascha

Weratundrina

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Ken Follett - Die Säulen der Erde
« Antwort #10 am: 29. Mai 2006, 08:28:08 »

Ich fand das Buch auch sehr langweilig, die Geschichte arg konstruiert, dann wieder total klischeebehaftet, historische Tatsachen wurden verdreht, besonders im Detaile kam es zu Unstimmigkeiten. Ich habe mich mehrmals beim Lesen so aufgeregt, dass ich das Buch wieder weglesen musste.

M.M.n. merkt man, dass sich Follett in einem anderen Genre besser auskennt.

Den historischen Roman solte er dann doch besser Leuten überlassen, die sich mit Geschichte auskennen.  

Ich schliesse mich daher an:
 1ratten
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Viele Grüsse,
Weratundrina

julhenne

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Ken Follett - Die Säulen der Erde
« Antwort #11 am: 29. Mai 2006, 10:46:20 »

Das scheint ja ein Buch zu sein, was polarisiert! Von 5 bis einer Ratte alles dabei. Soo oft gibt es das wohl nicht. Aber wahrscheinlich ist es auch so, dass dort, wo hoch gelobt wird, auch ebenso viel kritisiert hat. Überall wo ich mit dem Buch saß, haben immer alle zu mir gesagt "Ach toll, wie super, das Buch hat mir soooooo gut gefallen" Das beeinflusst natürlich schon beim eigenen Lesen. Zum einen hat es wohl höhere Erwartungen zur Folge, zum anderen nervt es natürlich noch mehr, wenn man selber schon bemerkt hat, dass das Buch einem nicht liest.
ich hatte mir das Buch übrigens von meinem Freund geliehen, weil ich glaubte in Erinnerung zu haben, dass er das so toll fand. Jetzt, nach Beendigung des Buches, hat er mir ganz erstaunt mitgeteilt, dass er es nach Seite 600 in die Ecke geworfen hat  :rollen:
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Alfa_Romea

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Ken Follett - Die Säulen der Erde
« Antwort #12 am: 29. Mai 2006, 14:56:25 »

Hi!

Ich habe das Buch letzten Sommer im Rahmen einer LS-Leserunde gelesen und war nicht sehr begeistert. Darum stelle ich hier jetzt meine Rezi (mit Inhaltsangabe) dazu ein:

Inhalt:
Tom Builder ist ein begabter Steinmetz, der im England des 12. Jahrhunderts davon träumt, einmal eine Kathedrale bauen zu dürfen. Auf der Suche nach Arbeit begegnet er mit seinen Kindern der Verfemten Ellen und ihrem Sohn Jack, die die beiden nach Kingsbridge begleiten, wo Tom Arbeit finden will. Er wird schliesslich von Prior Philip, einem umsichtigen, sympathischen Mann, eingestellt.
Gleichzeitig wird nicht weit weg Graf Bartholomäus verhaftet; er hat an einer Verschwörung zur Absetzung von König Stephan mitgearbeitet und wird deswegen enteignet, seine beiden Kinder Aliena und Richard müssen sich als Bettler durchschlagen. Nachfolger von Bartholomäus wird Percy Hamleigh, dessen grausamer Sohn William überall für Ärger sorgt.

Meine Meinung:
Die beiden oben beschriebenen Handlungsstränge führen natürlich zusammen und es folgt eine lange lange Geschichte, die gar nicht mehr aufhören will. Ich muss ganz ehrlich sagen: 400 bis 500 Seiten weniger hätten dem Buch wirklich gut getan. Ich bin zwar ein Fan von dicken Büchern, aber nur, wenn der Autor imstande ist, die Spannung durch die ganze Geschichte aufrechtzuerhalten. Und das gelingt hier halt nicht. Beim Lesen hat man öfters Déjà-vus, man liest zwar nur ein Buch, hat aber das Gefühl, dreimal hintereinander dasselbe zu lesen.
Was das Buch rettet, ist vor allem Prior Philip. Der ist sehr sympathisch und auch sehr clever. Die anderen Charaktere überzeugen nicht ganz. Da sind wieder mal die Bösen, die eigentlich nur böse sind (wo gibt es solche Menschen?); und bei den Guten haben zwar alle ihre Schwächen, aber diese sind dann immer grad extrem. So ist Richard extrem faul, Alfred extrem dumm etc.
Ausserdem werden in dem Buch meiner Meinung nach zu viele Klischees bedient: Die Hauptfigur Aliena ist nicht nur sehr klug, sondern auch noch wunderschön, der vormalige Aussenseiter Jack steigt in ungeahnte Höhen auf und beim Kampf Gut gegen Böse bleiben die Guten stets fair, während die Bösen Dinge tun, die sie garantiert in die Hölle bringen. Irgendwie alles ein wenig zu einfach gestrickt, es gibt keine grossen Überraschungen und man hat von Anfang an das Gefühl, dass es am Schluss ein Happyend gibt, bei dem die Bösen tot und die Guten glücklich sind.

3ratten

Liebe Grüsse

Alfa Romea
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Wer anderen folgt, wird nie zuerst ankommen.

Sven

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Ken Follett - Die Säulen der Erde
« Antwort #13 am: 18. Juni 2006, 23:10:59 »

Da sind ja interessante Antworten und Rezensionen dabei ...

Nun, ich lese das Buch gerade (bin auf Seite 416), und mir gefällt es bislang sehr gut.

Allerdings sind die Meinungen zum Buch hier auch sehr schön geeignet um meine Erwartungen nicht in den Himmel zu schrauben  :zwinker:

Mir fällt bislang auch auf dass die Bösen wirklich böse sind und die Guten absolut gut. Ein klarer Schwachpunkt des Buches, denn gerade bei so dicken Büchern kann und darf man erwarten, dass Schwarz und Weiß im Lauf der Geschichte auch mal verwischt. Schliesslich hat der Autor ja Zeit genug, die Figuren zu entwickeln ...

Sehr gut hingegen gefällt mir der Spannungsaufbau! - Gut, ich darf dann wohl erwarten dass sich einiges im zweiten Teil des Buches wiederholt. Dennoch: Zwischenhöhepunkte im Buch gibt es deren viele, und so ist der Spannungslevel eigentlich durchgehend sehr hoch.
Hinzu kommt dass hier nicht ein verklärtes Mittelalter beschrieben wird sondern auch wirklich klar wird, warum man es als "dunkles Zeitalter" beschreibt. Die Brutalität ist stellenweise groß, aber sie ist nicht unglaubwürdig. Sie gehört in diese Zeiten einfach herein.

Weiterhin gefällt mir sehr gut (ich hoffe, ich verrate hierdurch jetzt nichts) die Message dass man unter Wölfen nur überleben kann wenn man sich selbst manchmal wie ein Wolf verhält. DAS ist eine Botschaft die ich ganz klar unterstreichen kann und die gerade dort, wo viel intrigiert wird, angebracht ist. Denn so sind die Guten halt doch nicht immer gut weil sie nur durch naives, Immergutes Handeln in solch einer Welt nicht überleben könnten. Etwas was man sich in der heutigen Zeit auch durchaus sehr gut merken sollte  :zwinker:

Wie ich das Buch abschließend finde, kann ich jetzt natürlich nicht sagen. Wer weiß, vielleicht ist es mir am Schluss auch zu dick? Aber da ich nicht den Anspruch habe ein komplett rundes Werk zu lesen -bei Büchern von 1000+ Seiten nehme ich förmlich automatisch an dass sich irgendwo Längen einschleichen- kann es gut sein dass es mir auch nach der 1151. Seite noch gut gefallen hat.  :bang:
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Flor

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Ken Follett - Die Säulen der Erde
« Antwort #14 am: 19. Juni 2006, 01:42:51 »

Hallo!

Ich lese das Buch auch gerade, bin jetzt auf Seite 530.
Ich bin etwas gespalten in meiner Meinung. Auf der einen Seite lässt es sich wirklich sehr gut und flüssig lesen. Allerdings kann man das Buch wirklich prima einfach so nebenbei lesen, ohne jemals den Faden zu verlieren, ist also nicht so Anspruchsvoll.
Stellenweise ist es Spannend, stellenweise aber auch wieder etwas zäh.
Ich finde die Figuren nicht so gut ausgearbeitet, es entstehen einfach keine Bilder in meinem Kopf und mitfühlen kann ich auch nicht wirklich mit den Figuren.
Ich finde es auch nicht besonders düster oder brutal. Die einzigen brutalen Szenen sind, wenn gerade mal wieder einer Frau Gewalt angetan wird, teilweise richtig ekelhaft.  Da denk ich mir dann immer nur, typisch von einem Mann geschrieben. :rollen:

Aber bei einem Gefangenen der angeblich im sterben liegt -so sagt es zumindest der Autor- merkt man nichts. Keine Spannung, keine düstere Kerker Mittelalterstimmung, wenn ihr versteht was ich meine.

Aber Grundsätzlich gefällt mir das Buch schon,  ich bin wohl einfach mit zu hohen Erwartungen rangegangen. Mal sehen wie es noch wird ich habe ja noch die Hälfte vor mir.

LG
Flor
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