Hi!
Ich habe das Buch letzten Sommer im Rahmen einer LS-Leserunde gelesen und war nicht sehr begeistert. Darum stelle ich hier jetzt meine Rezi (mit Inhaltsangabe) dazu ein:
Inhalt:
Tom Builder ist ein begabter Steinmetz, der im England des 12. Jahrhunderts davon träumt, einmal eine Kathedrale bauen zu dürfen. Auf der Suche nach Arbeit begegnet er mit seinen Kindern der Verfemten Ellen und ihrem Sohn Jack, die die beiden nach Kingsbridge begleiten, wo Tom Arbeit finden will. Er wird schliesslich von Prior Philip, einem umsichtigen, sympathischen Mann, eingestellt.
Gleichzeitig wird nicht weit weg Graf Bartholomäus verhaftet; er hat an einer Verschwörung zur Absetzung von König Stephan mitgearbeitet und wird deswegen enteignet, seine beiden Kinder Aliena und Richard müssen sich als Bettler durchschlagen. Nachfolger von Bartholomäus wird Percy Hamleigh, dessen grausamer Sohn William überall für Ärger sorgt.
Meine Meinung:
Die beiden oben beschriebenen Handlungsstränge führen natürlich zusammen und es folgt eine lange lange Geschichte, die gar nicht mehr aufhören will. Ich muss ganz ehrlich sagen: 400 bis 500 Seiten weniger hätten dem Buch wirklich gut getan. Ich bin zwar ein Fan von dicken Büchern, aber nur, wenn der Autor imstande ist, die Spannung durch die ganze Geschichte aufrechtzuerhalten. Und das gelingt hier halt nicht. Beim Lesen hat man öfters Déjà-vus, man liest zwar nur ein Buch, hat aber das Gefühl, dreimal hintereinander dasselbe zu lesen.
Was das Buch rettet, ist vor allem Prior Philip. Der ist sehr sympathisch und auch sehr clever. Die anderen Charaktere überzeugen nicht ganz. Da sind wieder mal die Bösen, die eigentlich nur böse sind (wo gibt es solche Menschen?); und bei den Guten haben zwar alle ihre Schwächen, aber diese sind dann immer grad extrem. So ist Richard extrem faul, Alfred extrem dumm etc.
Ausserdem werden in dem Buch meiner Meinung nach zu viele Klischees bedient: Die Hauptfigur Aliena ist nicht nur sehr klug, sondern auch noch wunderschön, der vormalige Aussenseiter Jack steigt in ungeahnte Höhen auf und beim Kampf Gut gegen Böse bleiben die Guten stets fair, während die Bösen Dinge tun, die sie garantiert in die Hölle bringen. Irgendwie alles ein wenig zu einfach gestrickt, es gibt keine grossen Überraschungen und man hat von Anfang an das Gefühl, dass es am Schluss ein Happyend gibt, bei dem die Bösen tot und die Guten glücklich sind.

Liebe Grüsse
Alfa Romea